Jüdische Feiertage mit dem Militärbundesrabbiner

Jüdische Feiertage mit dem Militärbundesrabbiner

  • Militärseelsorge
  • Bundeswehr
Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
4 MIN

In diesem Jahr fallen die hohen jüdischen Feiertage in den September. Der Militärbundesrabbiner Zsolt Balla lädt dazu Soldatinnen und Soldaten jüdischen Glaubens nach Leipzig ein, um diese besonderen Tage mit ihm zu feiern. Ähnlich wie bei Rüstzeiten der christlichen Militärseelsorgen kann zu diesem Anlass Sonderurlaub gewährt werden.

Ein Militärbundesrabbiner spricht mit Bundeswehrangehörigen nach in einer Synagoge

Der neue Militärbundesrabbiner Zsolt Balla spricht mit Bundeswehrangehörigen nach seiner Amtseinführung in der Synagoge in Leipzig

Bundeswehr/Tom Twardy
Der neue Militärbundesrabbiner Zsolt Balla in einer Synagoge
Militärrabbiner Zsolt Balla lädt ein
"Liebe jüdische Soldatinnen und Soldaten,"

im September stehen zahlreiche jüdische Feiertage an:

  • Rosch Haschana vom 6. bis 8. September 2021,
  • Jom Kippur vom 15. bis 16. September 2021,
  • Sukkot vom 20. bis 22. September 2021,
  • Schmini Azeret und Simchat Tora vom 27. bis 29. September 2021.

Militärbundesrabbiner Zsolt Balla möchte gerne diese besonderen Tage mit Ihnen begehen und lädt Sie daher herzlich dazu ein. Der Vorabend ist in den genannten Terminen bereits mit eingeplant.

Sollten Sie hieran Interesse haben, können Sie weitere Details erfragen und/oder sich und Ihre Familien beim Militärrabbinat anmelden:

Militärrabbinat
MRB@bundeswehr.org
+49 30 6794 2662
Bundeswehrkennzahl 8200

Hinweis: Wie bei den christlichen Militärseelsorgen ist die Teilnahme an derartigen Veranstaltungen kein Dienstgeschäft im Sinne des Bundesreisekostengesetzes (BRKGBundesreisekostengesetz), so dass keine Dienstreise angeordnet oder genehmigt werden kann. Für die Teilnahme kann jedoch - wie bei den Rüstzeiten der christlichen Militärseelsorgen - Sonderurlaub gewährt werden. Reisekosten können gem. § 11 Abs. 4 BRKGBundesreisekostengesetz i.V.m. der Zentralen Dienstvorschrift A1-2211/0-6000, Nummern 602 f. erstattet werden.

Infobox: Hintergrund zu den genannten jüdischen Feiertagen für nicht jüdische Leserinnen und Leser

Der jüdische Kalender richtet sich nach dem Mond und der Sonne. Damit die einzelnen Monate jedes Jahres in die gleiche Jahreszeit fallen, wird regelmäßig ein zusätzlicher Monat eingeschoben. Im Monat Tischri (normalerweise September bzw. Oktober) gibt es vier große Feste.

Rosch Haschana - Neujahrsfest

Rosch Haschana (hebräisch „Kopf des Jahres“) fällt dieses Jahr auf den 7. und 8. September 2021 nach hiesiger Zeitrechnung. Beginnend mit dem Vorabend, also in diesem Jahr dem Abend des 6. Septembers, feiern Juden zwei Tage lang den Beginn des jüdischen Jahres 5782.
Rosch Haschana bildet den Auftakt zu dem Festkreis, der „die Hohen Feiertage“ genannt wird und mit Simchat Tora endet. In diesen Tagen wird nach jüdischer Auffassung das Schicksal des Menschen für das neue Jahr entschieden. Rosch Haschana ist ein ernster Feiertag, an dem an die Erschaffung des Menschen erinnert wird, und Juden die Herrschaft Gottes über die Welt anerkennen. Ferner ist es ein Tag des Gerichts über die Menschheit, auf den man sich einen Monat lang vorbereitet. Zu den besonderen Riten von Rosch Haschana gehört das Blasen des Schofarhorns zur Erweckung der Seele zur Umkehr. In der Tora wird Rosch Haschana als „Tag des Schofarblasens“ bezeichnet. Dementsprechend ist es eine zentrale Pflicht an diesem Tag, das Schofar zu hören.
Neben dem Segensspruch über Wein und Brot werden verschiedene Segenssprüche über symbolische Speisen gesagt. Im aschkenasischen, also ursprünglich deutschen Judentum nimmt man meist einen Apfel und bestreicht ihn vor dem Essen mit Honig. Damit drückt man den Wunsch aus, das neue Jahr möge gut und süß werden.

Jom Kippur - Versöhnungstag

Am 16. September 2021 ist Jom Kippur, der höchste Feiertag des jüdischen Jahres. Der Versöhnungstag Jom Kippur bildet den Höhepunkt der Bußzeit. An diesem Tag erfolgt nach der Versöhnung mit den Mitmenschen die Versöhnung mit Gott. Zu den Hauptpflichten gehört insbesondere das 26-stündige Fasten in Bezug auf Speisen und Getränke sowie die Buße. Eine weitere Besonderheit von Jom Kippur ist, dass nicht wie üblich drei, sondern insgesamt fünf Gebete vorgeschrieben sind. So wird fast der ganze Tag im Gebet verbracht.

Sukkot - Laubhüttenfest

Sukkot wird auch Laubhüttenfest genannt. An dem „Fest des Einsammelns“ dankt man für die Ernte. Außerdem feiert man, dass Gott das jüdische Volk während seiner Wanderung in der Wüste in Laubhütten hat wohnen lassen und in dieser Zeit mit allem Lebensnotwendigen versorgt und es beschützt hat. Während dieses Festes ist man verpflichtet, in Laubhütten zu wohnen und insbesondere darin zu essen. Man lädt die Familie und Freunde ein beziehungsweise besucht diese. Während des Morgengebetes werden die vier Arten (hebr. Arba Minim bzw. Lulaw – eine Zitrusfrucht, ein Palmzweig, Myrtenzweige und Bachweidenzweige) geschüttelt. Sukkot dauert neun bzw. sieben Tage, wobei die ersten beiden Tage, in diesem Jahr der 21. und 22. September und der achte Tag, das Schlussfest, Schmini Azeret, dieses Jahr am 28. September groß gefeiert werden.

Simchat Tora - Fest der Torafreude

Simchat Tora, das Fest der Torafreude, das in Israel mit Schmini Azeret zusammenfällt, wird außerhalb Israels in diesem Jahr am 29. September begangen. An diesem Tag wird der Zyklus der Toralesung beendet und direkt wieder neu begonnen. Zur Feier der Tora werden alle Torarollen aus dem Toraschrein herausgenommen, alle erwachsenen Männer, in liberalen Gemeinden auch die Frauen, werden zur Toralesung aufgerufen, und es wird mit den Torarollen getanzt. Kindern wird als Symbol für die Süße der Lehre Süßigkeiten geschenkt.

von Militärrabbinat 

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