Walk & Talk – Bewegender Austausch

Walk & Talk – Bewegender Austausch

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Datum:
Ort:
Bonn
Lesedauer:
3 MIN

„Einige Besprechungen sind so sinnvoll wie drei Tage Kreisverkehr“. So oder so ähnlich hat man es schon nach einigen Besprechungen gehört. Viele sehen Meetings als vertane Arbeitszeit. Langes Gerede und nicht enden wollende Diskussionen rauben vielen Mitarbeitern den letzten Nerv. Dabei könnte eine neue Art der Durchführung eines Meetings helfen.

Drei Offiziere unterhalten sich während eines Spaziergangs.

Walk & Talk auf dem Campus.

Bundeswehr/Tom Twardy

Bringt Bewegung in die Arbeit

Nicht erst seit der Pandemie ist klar wie wichtig und sinnvoll ausreichende Bewegung ist. Sie fördert nicht nur unser körperliches Wohlbefinden, sondern auch unsere Psyche. Bewegung baut Stress ab, regt die Kreativität an und macht den Kopf frei.
Dabei ist diese Art des Meetings nichts Neues oder spiegelt gar einen neuen Lifestyle wider. Das Gegenteil ist der Fall, denn schon Aristoteles hielt seine Denkschule im Gehen ab. Aber auch in der jüngeren Zeitgeschichte gibt es bekannte Beispiele, so führen Barack Obama, Mark Zuckerberg oder Jack Dorsey viele ihrer Meetings im Gehen durch.
Ob man sich ein konkretes Ziel setzt oder einfach drauf losgehen sollte, darüber scheiden sich die Geister. Wer nur ein begrenztes Zeitfenster hat, der sollte sich eine feste Strecke aussuchen. So wird vermieden, dass irgendwann Hektik ausbricht, weil das Zeitlimit erreicht und nachfolgende Termine drohen verpasst zu werden, da womöglich der Rückweg noch zur Bewältigung ansteht.

Welche Vorteile hat das Walk & Talk?

Gezielt durchgeführt verkürzen sich sogar die Meeting-Zeiten. Eine kleine Runde um den Block reicht manchmal schon aus, da durch die Bewegung unsere Aufmerksamkeit erhöht wird. So steigt beispielsweise die Sauerstoffzufuhr des Gehirns um 30 %. Zusammenhänge lassen sich schneller begreifen und die neuen Informationen besser aufnehmen. Meetings im Gehen fördern ungemein die Kreativität, dies wiederum den Gesamtprozess und der Kopf wird wieder frei für neue Ideen und Herausforderungen. Laut wissenschaftlichen Studien ist man in Bewegung befindlich im Schnitt 60 % kreativer. Nicht nur während -sondern auch nach- dem Walking hält dieser Schub noch an, wodurch die gewonnenen Ideen und Impulse entsprechend festgehalten bzw. sofort umgesetzt werden können. Durch das nebeneinander Gehen und das Gespräch auf Augenhöhe werden zudem auch die für Kreativität mitunter hinderlichen Hierarchien verringert, wie dies im Setting „beim Chef im Büro“ durchaus der Fall sein kann.

Wofür eignet sich das Meeting zu Fuß und wofür nicht?

Mehrere Personen unterhalten sich bei einem Spaziergang.

Bundesministerin der Verteidigung, Annegret Kramp-Karrenbauer, in einem Gespräch im Gehen.

Bundeswehr/Leon Rodewald

Geeignete Themen sind beispielsweise bereits angelaufene Projekte oder „lockere“ Themen. Aber auch allgemeine Diskussionen lassen sich besonders einfach mit einem Spaziergang verbinden. So innovativ und vorteilhaft die Art von Besprechung auch sein mag, ist sie nicht für jedes Meeting geeignet. Schwierig wird es bei zu vielen Teilnehmern, da man schnell den Überblick verliert und die Akustik Probleme bereiten kann. Es sollten daher nicht mehr als fünf bis sechs Teilnehmer sein. Bei größeren Gruppen bietet es sich an, diese in Kleingruppen ggf. mit unterschiedlichen Fragestellungen zu einem Thema zu verteilen und die Ergebnisse anschließend zusammenzutragen. 

Vorteile für den Arbeitgeber

Fünf Bundeswehrangehörige diskutieren gehend.

Eine Gruppe Bundeswehrangehörige diskutieren in der Bewegung.

Bundeswehr / Stephan Ink

Die Alternative zum klassischen Sitz-Meeting prägt das Wir-Gefühl der Belegschaft. Der bewegende Austausch trägt zu vitalerem Management im Unternehmen bei. Wer sich häufiger in lockerer Atmosphäre beim Spaziergang austauscht, gewinnt an Vertrauen bei seinen Mitarbeitern. So traut sich auch der ein oder andere mehr, sich in ein Gespräch einzubringen, was wiederum dem Unternehmen zugutekommt.

Übrigens bieten bereits jetzt schon einige Einheiten das Walk & Talk als BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement-Maßnahme an. Weiterhin stehen zu diesem Thema eine Vielzahl von Kursen und Lektüren zu Verfügung.

Fazit

Walk & Talk ist eine weitere ideale Ergänzung zu unserem täglichen, sich ebenfalls ständig weiterentwickelnden, Arbeitstag. Es bringt Abwechslung, fördert die Kreativität sowie die Konzentration und bringt erholsame Bewegung mit sich. Wenn es zum Thema passt, dann sollten Sie dieser Methode unbedingt eine Chance geben.

von Thomas F. Eschweiler

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