Veranstaltungsbericht

Slawenburg Raddusch

Slawenburg Raddusch

  • Familienbetreuung
  • Betreuung und Fürsorge
Datum:
Ort:
Storkow
Lesedauer:
3 MIN

Vor mehr als 1.000 Jahren bot die Fliehburg Raddusch mit ihrem Ringwall den slawischen Siedlern vom Stamm der Lusitzi bei Gefahr Schutz. Heute ist sie Ziel der Gäste des Familienbetreuungszentrums Storkow (FBZFamilienbetreuungszentrum), die auf dem weitläufigen Gelände schöne Stunden verbringen werden.

Zwei kleine Kinder streicheln ein Ponny

Die Kinder verbringen den Vormittag im Scharmuntzelland

Bundeswehr/Zerfass

Mit dem Besuch am Nachmittag in der wieder aufgebauten Ringwallburg hat die erste Informations- und Betreuungsveranstaltung in diesem Jahr im FBZFamilienbetreuungszentrum Storkow ihr Highlight. Die für Januar und Februar geplanten Veranstaltungen mussten wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Der Veranstaltungstag beginnt am Morgen in der Kurmark-Kaserne. Nach der Begrüßung der Gäste durch den Leiter, Oberstabsfeldwebel Patrick Peltzer, dürfen die mitgereisten Kinder entscheiden: Mit den Eltern und Großeltern dem Vortrag über die Einsätze der Bundeswehr folgen oder mit den Kinderbetreuungskräften im nahe gelegenen „Scharmuntzelland Freizeitpark“ Spaß haben. Die Entscheidung fiel eindeutig aus.

Aufmerksam verfolgen die zurück gebliebenen Eltern den Informationsteil der Veranstaltung. Im Mittelpunkt steht dabei der Ausbildungseinsatz im Irak (Counter-Daesh). Viele der Anwesenden sind das erste Mal bei einer Veranstaltung oder nach längerer Pause wieder dabei. Oberstabsfeldwebel Peltzer nutzt die Gelegenheit, die Aufgaben sowie die Möglichkeiten der Familienbetreuung der Bundeswehr vorzustellen. Am Mittagstisch in der Truppenküche sind die Familien wieder vereint und lassen sich Suppe, Spaghetti und Muffins schmecken.

Mit Armbrust, Axt und Speer

Die Fahrt mit dem bereitgestellten Bus ist kurzweilig. Bald erreichen sie die Niederlausitz und können auf einer Ebene den kreisrunden Burgwall erkennen. Er ist begehbar und bietet einen weiten Blick über die Landschaft, auch über den rekultivierten Teil des in den 1990er Jahren stillgelegen Tagebau Seese-Ost. Im Inneren befindet sich ein Museum zur über 12.000-jährigen Siedlungsgeschichte der Niederlausitz.

Bei Kaffee und Kuchen im Burgrestaurant können die ersten Eindrücke verarbeitet werden. Da kommen die Angehörigen der Einsatzsoldaten ins Gespräch und tauschen ihre Erfahrungen aus. Wer möchte, der kann hier in gemütlicher Atmosphäre das Gespräch mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern des FBZFamilienbetreuungszentrum oder dem Sozialdienst suchen. Einige der mehr als 30 mitgereisten Angehörigen nutzen die Gelegenheit, um sich beim Leiter des FBZFamilienbetreuungszentrum für die Betreuung in der vergangenen Zeit zu bedanken. Für sie war es die vorerst letzte Veranstaltung mit dem FBZFamilienbetreuungszentrum. Ihre Angehörigen sind wohlbehalten aus dem Einsatz zurückgekehrt. Dann gibt es noch viel Spaß beim Armbrustschießen für die Kleinen und beim Werfen mit Axt und Speer für die Großen. Wieder einmal wird klar: Das Leben unserer Vorfahren war nicht einfach.

Krieg in der Ukraine – allgegenwärtiges Gesprächsthema

Ein Soldat sitzt mit Zivilisten am Tisch und stellt ein Buch vor.

Endlich wieder im direkten Kontakt - Oberstabsfeldwebel Peltzer im Gespräch mit Angehörigen.

Bundeswehr/Zerfass

In den Gesprächen der Angehörigen mit den ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern ist stets die Sorge um das menschliche Leid eines Krieges überhaupt und der aktuellen Auseinandersetzung in der Ukraine ein Thema. Natürlich bewegt es die Angehörigen, wenn von einer Stärkung der Ostflanke die Rede ist. Darauf hatte Oberstabsfeldwebel Peltzer seine Mitarbeiter beim Briefing vor der Veranstaltung vorbereitet und mit Informationen versorgt. Die unterschwellige Angst vor einer Ausbreitung des Konfliktes ist jedoch präsent.

Der interessante Veranstaltungstag und das Wissen, mit seinen Herausforderungen nicht allein zu sein, trägt dazu bei, dass sich fast alle mit einem Lächeln im Gesicht am Ende des Tages verabschieden. So kann Oberstabsfeldwebel Peltzer am Ende des Tages mit den Worten „Auftrag erfüllt - Ziel erreicht“ ein kurzes Resümee für die erste Veranstaltung im Jahr 2022 ziehen.

von Peter Hoppe

Eindrücke von Unterwegs

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