Veranstaltungsbericht

Entdeckungsreise unter Tage: In die Welt des Bergbaus

Entdeckungsreise unter Tage: In die Welt des Bergbaus

  • Familienbetreuung
  • Betreuung und Fürsorge
Datum:
Ort:
Unna
Lesedauer:
4 MIN

Das Familienbetreuungszentrum (FBZFamilienbetreuungszentrum) Unna erlebte, zusammen mit Einsatzrückkehrern, für den Einsatz geplanten Soldaten, deren Angehörigen und Angehörigen von sich im Einsatz befindenden Soldaten, einen interessanten und spannenden Tag im Erzbergwerk in Ramsbeck.

Der stellv. Leiter des FBZ Unna teilt den Angehörigen in der Truppenküche den heutigen Tagesablauf vor

Stabsfeldwebel Wingten übernimmt das Organisatorische

Bundeswehr/Familienbetreuungszentrum Unna

Nach der Begrüßung und der Vorstellung des Teams durch den Leiter, Oberstabsfeldwebel Schumacher, folgten aktuelle Nachrichten über die Lagen in den Einsätzen.

Anschließend übergab der Leiter das Wort an den stellv. Leiter, StFw Wintgen, der den Ablauf des Tages vorstellte. Nachdem alle „Formalitäten“ geklärt waren, stürzten wir uns auf ein reichhaltiges und nahrhaftes Frühstück. Es gab Brot und Brötchen, gekochte Eier, Müsli, Joghurt und Obst - also war für jeden Geschmack etwas dabei. Nachdem alle gesättigt waren, machten wir uns mit zwei Bussen und bei schönem Wetter auf dem Weg nach Ramsbeck. Nach einer ca. einstündigen Fahrt kamen wir am Sauerländer Besucher-bergwerk an.

Den Wandel der Zeit auf, über und unter der Erde

Infotafel des Besucherbergwerkes

Den Grundriss des Bergwerkes auf einen Blick

Bundeswehr/Familienbetreuungszentrum Unna

Das Bergbaumuseum zeigt die Geschichte des Ramsbecker und Sauerländer Erzbergbaus anhand der zwischen 2013 und 2015 neugestalteten Dauerausstellung im Kaue und Verwaltungsgebäude von 1953. Was es gibt? Zahlreiche Ausstellungsstücke (u. a. Maschinen sowie Mineraliensammlungen), interaktive Stationen (Feuersetzen, Maschinenleitstand) und auch ein Film wird gezeigt. Tausend Jahre Ramsbecker Bergbaugeschichte werden in dem Museum präsentiert.

Bevor es hinunter in den Stollen ging, führte uns ein ehemaliger „Kumpel“ durch das Museum. Uns wurden die Maschinen, Werkzeuge und Ausrüstungsgegenstände erklärt, die von der schweren Arbeit des Abbaus und der Förderung der Erze erzählen. Kaum vorstellbar, was die „Kumpels“ früher körperlich leisten mussten. Anfangs war der Abbau mühsame Handarbeit, erst später übernahmen riesige Maschinen diesen Job. 

Die dazugehörende Mineralienausstellung entführte uns in die Geologie der Ramsbecker Lagerstätte. Die verschiedenen Erze funkelten in den Ausstellungsvitrinen nur so um die Wette. Beeindruckend, was „Mutter Natur“ alles zum Vorschein bringt.

Helm auf und hinab in den Stollen

Die Besucher bekamen einen weißen Helm auf, bevor es hinunter in den Stollen ging

Die Einfahrt mit der Grubenbahn

Bundeswehr/Familienbetreuungszentrum Unna

Mit der originalen Grubenbahn aus den 50er Jahren fuhren wir 1,5 Kilometer in den Berg ein. Die Fahrt dauerte ca. zehn Minuten. Kaum vorstellbar, dass sich zu diesem Zeitpunkt 300 Meter Gestein des Dörnbergs über unseren Köpfen befand.  Immer an unsere Seite: ein erfahrener Bergmann, der uns von der damaligen Arbeit berichtete und alle Fragen beantworten konnte. Bis 1974 wurden hier, unter mühseligen Bedingungen, Blei- und Zinkerze abgebaut.

420 Meter in der Tiefe wurden uns die schweren Maschinen, die zum Abbau benötigt wurden, erklärt und gezeigt. In früheren Jahren bediente man sich in Ramsbeck der Abbaumethode des Firstenbaus. Dabei wurdedas anstehende Gestein in Stufenform von unten nach oben, bei Verwendung verschiedener Werkzeuge, von Hand abgebaut. Später kam die Bohr- und Schießarbeit (Sprengen) dazu, durch die größere Mengen an Haufwerk, also das abgesprengte, lockere Gestein, anfielen. Dieses Haufwerk wurde bereits in der Grube von Hand geschieden. Das erzhaltige Gestein wurde nach „über Tage“ gefördert und zur Weiterverarbeitung zugeführt.

Besucher im Blindschacht vor den riesigen Maschinen

Erklärung der Maschinen durch den Bergmann

Bundeswehr/Familienbetreuungszentrum Unna

Ein richtiger „Knochenjob“! Da wunderte es uns nicht, dass der Beruf des Bergmanns, zu den bestbezahltesten Berufen der damaligen Zeit zählte. Mit der Technisierung des Grubenbetriebes und der Inbetriebnahme von Pressluft- und Elektroschrappern im Jahre 1947 wurde in Ramsbeck der streichende Örterbau mit schwebendem Verhieb eingeführt. Das bedeutet, dass in horizontal angelegten breiten Gängen den Abbau betrieben wurde und Schrapper (offene Transportkästen) zum Einsatz kamen. Sie wurden an einem Seil über das Haufwerk gezogen und so befüllt.

Mit der Einführung der Luft- und Elektroschrapper wurde im Grubenbetrieb nicht nur die bisherige Abbaumethode geändert, sondern zugleich auch das Laden von Hand durch Maschinen ersetzt. Leichter wurde der Job des Bergmannes dadurch trotzdem nicht!

Mit Schlägel und Eisen

Die historischen Maschinen, Stollen und Werkzeuge haben ihren ursprünglichen Charakter über all die Jahre bewahrt. Gebannt lauschten wir den Erzählungen des erfahrenen Bergführers, der noch selbst an und mit diesen Maschinen gefördert hat.

Obwohl bereits 1887 in Ramsbeck die ersten Bohrmaschinen zum Einsatz kamen, ist an verschiedenen Betriebspunkten noch bis 1911 von Hand, also noch mit Schlägel (Hammer ohne Spitze) und Eisen (Meißel), gebohrt worden. Im Jahre 1962 ist am Blindschacht 1 (Schacht, der nicht zu Tage führt) der Ramsbecker Grube die größte Doppeltrommelfördermaschine Europas unter Tage in Betrieb genommen worden. Nachdem wir eineinhalb Stunden bei zehn Grad unter der Erde verbracht hatten, ging es zurück ans Tageslicht. Bei 17 Grad Außentemperatur freuten wir uns auf Kuchen und Kaffee.

Für jeden Geschmack etwas dabei

Kuchenbuffet, belegte Brötchen und eingedeckte Kaffeetafel im Cafe Liese

Die Freude auf eine heiße Tasse Kaffee

Bundeswehr/Familienbetreuungszentrum Unna

Und der wartete schon im wenige Kilometer entfernten „Cafe Liese“! Ob klassische Schwarzwälder Kirschtorte, gedeckter Apfelkuchen, Erdbeertorte oder Bienenstich – die süße Auswahl war genial. Dazu gab es auch noch Gebäck, Torten und Plunderteilchen. Und wer nach der „anstrengenden Schicht“ im Stollen lieber etwas Herzhaftes wollte, machte sich über der belegten Wurst- und Käsebrötchen her. Gegen 17:45 Uhr gingen wir gemeinsam zu unseren Bussen und traten den Heimweg an. Eine spannende Zeitreise vom mittelalterlichen Schlägel und Eisen bis zu den großen Bohrwagen des 20. Jahrhundert ging zu Ende. Das war nun der zweite Besuch von uns und wird bestimmt auch nicht der letzte Besuch im Bergwerk gewesen sein. Immer wieder beeindruckend und spannend!

von  FBZ Unna

Unterwegs mit dem Familienbetreuungszentrum Unna

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