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Militärbundesrabbiner besucht Familienbetreuungszentrum Leipzig

Militärbundesrabbiner besucht Familienbetreuungszentrum Leipzig

  • Familienbetreuung
  • Militärbundesrabbiner
Datum:
Ort:
Leipzig
Lesedauer:
2 MIN

Die Familienbetreuungszentren der Bundeswehr sind erste Ansprechstelle für die Angehörigen der Soldatinnen und Soldaten im Auslandseinsatz. Bei einem Besuch im Familienbetreuungszentrum Leipzig sprach Militärbundesrabbiner Zsolt Balla über die Chancen der Jüdischen Militärseelsorge für die Familienbetreuung der Bundeswehr.

Ein Rabbiner mit Kippa und zwei Soldaten vor dem Logo der Familienbetreuungsorganisation

Oberstabsfeldwebel Conrad Döring, Leiter des Familienbetreuungszentrums Leipzig (links), und Stabsfeldwebel Amin Wuttke vom Familienbetreuungszentrum Frankenberg/Sachsen im Gespräch mit Militärbundesrabbiner Zsolt Balla.

Bundeswehr /Alexander Pensch

Für den Militärbundesrabbiner war es das erste Mal, dass er eines von 32 dieser Zentren in Deutschland besuchte.
Aufgabe der Familienbetreuungszentren ist es, sich um die Angehörigen der Soldatinnen und Soldaten, die im Auslandseinsatz sind, zu kümmern. Sie bieten Betreuungsveranstaltungen für die Familien an und sind rund um die Uhr Ansprechstelle für Sorgen und Nöte - eine wichtige Adresse also für Rabbiner Zsolt Balla. Er fungiert als oberster jüdischer Militärseelsorger und hat die religiöse Leitung des Militärrabbinats, das gerade in Berlin aufgebaut wird, inne.

„Möge es Dein Wille sein, Ewiger, dass Du Kriege und Blutvergießen von der Welt nimmst und großen, wunderbaren Frieden über die Welt bringst.“ Mit diesen Worten hatte Rabbiner Balla ein Friedensgebet begonnen, das er bei seinem Besuch Anfang März 2022 vor dem Familienbetreuungszentrum Leipzig auf Hebräisch und Deutsch vortrug.

Ein Rabbiner spricht an einem gedeckten Tisch mit Soldaten.

In einer Gesprächsrunde mit dem Team des Familienbetreuungszentrums Leipzig sprach Militärbundesrabbiner Zsolt Balla unter anderem über die Zusammenarbeit mit der Jüdischen Militärseelsorge.

Bundeswehr /Alexander Pensch

„Wir freuen uns sehr, dass Rabbiner Balla den Weg zu uns gefunden hat“, sagte Oberstabsfeldwebel Conrad Döring, der Leiter des Familienbetreuungszentrums Leipzig.

Wie die Seelsorger der Katholischen und Evangelischen Militärseelsorge werden auch die Rabbinerinnen und Rabbiner in Zukunft mit in die Einsätze gehen und Seelsorge für alle leisten. Thema des Besuchs war deshalb aus aktuellem Anlass auch der Umgang der Soldatinnen und Soldaten mit Ängsten und Sorgen der Kameradinnen und Kameraden. Rabbiner Balla: „Für uns ist es selbstverständlich, in allen Situationen, besonders auch in den schwierigen, für die Soldatinnen und Soldaten da zu sein.“

Rund 300 Angehörige von Soldatinnen und Soldaten im Einsatz werden zur Zeit durch die Familienbetreuung in Leipzig betreut. Das Leipziger FBZFamilienbetreuungszentrum ist neben Frankenberg eines von zwei Betreuungszentren in Sachsen.

Nach einem ersten Austausch und der Führung durch die Räume des Familienbetreuungszentrums Leipzig gab es im Casino der General-Olbricht-Kaserne eine weitere Gesprächsrunde zur Zusammenarbeit mit der Jüdischen Militärseelsorge.

Im Gespräch mit Oberst Klaus Finck, dem Kommandeur des Landeskommandos Sachsen, dem das Leipziger Familienbetreuungszentrum unterstellt ist, betonte Rabbiner Balla zum Abschluss seines Besuches: „Wir sind für Sie da und wollen das Angebot über Konfessionsgrenzen hinweg erweitern.“

von Cornelia Riedel  E-Mail schreiben