Die Bundeswehr im Mittelmeer - Sea Guardian

Die Operation Sea Guardian der NATONorth Atlantic Treaty Organization soll zur Sicherheit im Mittelmeer und zur Stärkung der Südflanke der Allianz beitragen. Gleichzeitig steht bei dieser Mission die frühzeitige Erkennung krisenhafter Entwicklungen im Mittelmeerraum und maritimer Terrorismus im Vordergrund.

Soldaten der Bundeswehr in Rückenansicht stehen auf der Brücke eines Schiffes bei Dämmerung und schauen auf das offene Meer
Bundeswehr/Tom Twardy

Der Einsatz im Mittelmeer

Sea Guardian ist eine maritime Sicherheitsoperation der NATONorth Atlantic Treaty Organization im Mittelmeer. Sie wurde von den Mitgliedsstaaten der NATONorth Atlantic Treaty Organization im Juli 2016 auf dem Gipfel in Warschau beschlossen. Der Einsatz richtet sich gegen Schleuser und Terroristen. Zu den Aufgaben gehören, den Seeraum überwachen, den Terrorismus zu bekämpfen und die Kapazitäten im Mittelmeerraum aufzubauen. Der Einsatz ist der Nachfolger der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Operation Active Endeavor.

Eine Karte vom Mittelmeer, die das Einsatzgebiet von Sea Guardian zeigt

Das Einsatzgebiet der Bundeswehr im Mittelmeer

Bundeswehr

Von Active Endeavour zu Sea Guardian

Anders als die Vorgängermission Operation Active Endeavor beruht Sea Guardian nicht mehr zentral auf der Beistandsklausel aus Artikel 5 des NATONorth Atlantic Treaty Organization-Vertrags. Stattdessen gründet sie sich auf NATONorth Atlantic Treaty Organization-Beschlüsse, Resolutionen des Sicherheitsrates der United Nations (UNUnited Nations) sowie auf die Regeln des Völkerrechts. Während Operation Active Endeavour die maritime Terrorismusabwehr im Fokus hatte, sind die Aufgaben der neuen Operation weiter gefasst. Zu den Aufgaben der Operation gehört jetzt ein Themenspektrum, dass von der Seeraumüberwachung bis hin zur Ausbildungsunterstützung reicht.

Sicherheit im Mittelmeer gewährleisten

Soldaten der Bundeswehr stehen auf der Brücke eines Schiffes und schauen durch Ferngläser

Mit dem Fernglas lassen sich verdächtige Aktivitäten beobachten. Die gewonnen Informationen tragen zum Lagebild bei

Bundeswehr/Tom Twardy

Das Einsatzgebiet umfasst das Mittelmeer, die Straße von Gibraltar und ihre Zugänge sowie den darüber liegenden Luftraum. Zusammen mit anderen Mitgliedsstaaten der NATONorth Atlantic Treaty Organization erstellen  Schiffe und Flugzeuge der Bundeswehr ein umfassendes Lagebild und überwachen den Seeraum. Zu ihren weiteren Aufgaben gehört die Kontrolle von Schiffen, wenn sie verdächtigt werden, eine Verbindung zu terroristischen Organisationen zu haben. Die gewonnenen Informationen nutzt anschließend der ständige maritime NATONorth Atlantic Treaty Organization-Einsatzverband in der Ägäis. Dieser engagiert sich außerdem bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise im Mittelmeer.


Kooperation mit anderen Akteuren

Die Operation ist eine gemeinsame Kooperationsplattform mit Akteuren im Mittelmeerraum – Staaten wie Organisationen. Damit trägt Sea Guardian zur Sicherheit im Mittelmeer bei und dient der maritimen Stärkung der Südflanke Europas. Sicherheitskräfte von Anrainerstaaten können durch Informationsaustausch und Kapazitätsaufbau unterstützt werden. Auf Beschluss der Mitgliedsstaaten der NATONorth Atlantic Treaty Organization kann die Operation weitere Aufgaben übernehmen wie die Aufrechterhaltung freier und sicherer Seewege, den Schutz kritischer Infrastruktur oder den Kampf gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen.


Die Dienstflagge der Marine weht im Wind am Heck eines Schiffes, im Hintergrund die offene See und ein britisches Schiff

Der Einsatzgruppenversorger Bonn kreuzt als Teil des ständigen maritimen Einsatzverband im Mittelmeer (SNMGStanding NATO Maritime Group 2). Im Hintergrund der britische Versorger Mounts Bay

Bundeswehr/Tom Twardy

Das Mandat

Der Deutsche Bundestag hat am 29. September 2016 der Beteiligung der Bundeswehr an der Operation Sea Guardian zugestimmt. Die Operation hat am 9. November 2016 mit der Beteiligung mehrerer NATONorth Atlantic Treaty Organization-Schiffe und -Flugzeuge begonnen. Der Einsatz in Territorialgewässern erfolgt auf Beschluss des Nordatlantikrats und nach Autorisierung durch den Küstenstaat. Sea Guardian wird aus dem Allied Maritime Command der NATONorth Atlantic Treaty Organization, die NATONorth Atlantic Treaty Organization-Kommandobehörde zur Führung von Seestreitkräften, im britischen Northwood geführt. Das Mandat wurde zuletzt am 21. März 2019 verlängert und ist bis 31. März 2020 befristet. Die Mandatsobergrenze liegt bei 650 deutschen Soldatinnen und Soldaten.

Rechtsgrundlagen des Bundeswehreinsatzes im Mittelmeer

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