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„Nachgefragt“

„In Bewegung bleiben und schnell Entscheidungen fällen“

Einsatzbereitschaft
Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
4 MIN

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Gefechte werden geführt, um Ziele im Rahmen militärischer Operationen zu erreichen. Geplant und umgesetzt werden sie von militärischen Führern, die sowohl den Auftrag als auch die Gefahren für die eingesetzten Truppen im Auge behalten müssen. Wie Gefechte mit Erfolg geführt werden, erklärt Oberst i. G. Heiko Diehl vom Gefechtsübungszentrum des Heeres.

Oberst i. G.im Generalstabsdienst Heiko Diehl leitet das Gefechtsübungszentrum des Heeres. Mit „Nachgefragt“-Moderatorin Frau Hauptmann Beate Schöne spricht er über das Bestehen im Kampf.

Die Kursk-Offensive der ukrainischen Streitkräfte dauert an, Truppen beider Staaten liefern sich heftige Kämpfe in der russischen Grenzregion. Wie solche Gefechte geführt werden, weiß Oberst i. G.im Generalstabsdienst Heiko Diehl. Der Leiter des Gefechtsübungszentrums des Heeres (GÜZ) war mehrfach im Auslandseinsatz und bewies sich dort als militärischer Führer. Ein militärischer Führer „muss schnell die Lage begreifen, Entscheidungen fällen und danach den Auftrag fortsetzen“, sagt Diehl im Gespräch mit Frau Hauptmann Beate Schöne, der „Nachgefragt“-Moderatorin.

Kämpfen mit Plan

Im Gegensatz zum Scharmützel – einem eher spontanen Schusswechsel zwischen verfeindeten Truppen – werde ein Gefecht von einem militärischen Führer mit einem klaren Ziel geführt, so der Oberst. Da es dabei um Leben und Tod der Soldatinnen und Soldaten gehe, laste eine große Verantwortung auf den Schultern des Führers. Das Gefecht sei „Teil des Rucksacks, der auf dem militärischen Führer lastet“, so Diehl.

Bei den Kämpfen in der Kursk-Region würden ständig Gefechte geführt, die sich in ihrer Gesamtheit zu einer Operation addierten, so Diehl. Geführt würden die Kämpfe im Gefecht verbundener Waffen. Damit sei das „Zusammenwirken von verschiedenen Fähigkeiten unter einer Führung“ zu verstehen, erklärt Diehl. Erst werde aufgeklärt, danach werde die kämpfende Truppe mit Artilleriefeuer und Luftnachschub unterstützt. Pioniertruppen sicherten gleichzeitig die Transportwege, der Sanitätsdienst bringe Verwundete aus der Kampfzone. Nur im Verbund könnten Streitkräfte erfolgreich sein, so Diehl: „Und dazu braucht man einen militärischen Führer, der das koordiniert.“

Führen mit Auftrag: „Unsere DNA“

Dabei würden ukrainische Streitkräfte ebenso wie die Bundeswehr mit der sogenannten Auftragstaktik geführt. In den russischen Streitkräften werde dagegen auf die Befehlstaktik zurückgegriffen. „Führen mit Auftrag heißt, dass nicht nur der militärische Führer den Auftrag verstanden hat, sondern auch die unterstellten Soldatinnen und Soldaten“, sagt Diehl. Da nur das militärische Ziel und nicht der Weg dahin vorgegeben würden, hätten die unterstellten Soldatinnen und Soldaten mehr Gestaltungsfreiheit.

„Das macht uns schneller, flexibler, das hält uns in Bewegung“, erklärt er die Vorteile der Auftragstaktik. Beweglichkeit, eine schnelle Auffassungsgabe und Entscheidungsfreude seien im Gefecht entscheidend. „Für uns als militärische Führer ist das unser Grundprinzip, unsere DNA, und elementarer Bestandteil unserer Unternehmenskultur“, erklärt Diehl mit Blick auf die Bundeswehr.

Als Leiter des Gefechtsübungszentrums des Heeres trainiert Diehl die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr für den Kampf. „Wir versuchen dort, so realitätsnah wie möglich Gefechtsverbände zu beüben und auszubilden“, sagt er. Jeder Funkspruch, jede Truppenbewegung, jeder Feuerkampf auf dem Gelände werde aufgezeichnet und hinterher ausgewertet. „Wir sehen alles“, sagt Diehl. Durch das Training und das anschließende Feedback werde die Arbeit der militärischen Führer verbessert. Eine ähnliche Entwicklung sei auch auf den Schlachtfeldern der Ukraine festzustellen, so Diehl. „Wir sehen ein ständiges Lernen. Und wer schneller lernt, wird am Ende erfolgreicher sein“, prophezeit der Oberst.

Mann gegen Mann, System gegen System

Das Gefechtsfeld der Zukunft werde zunehmend durch digitale Technik geprägt, so Diehl. Die schnelle Übertragung von Daten und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KIkünstliche Intelligenz) werde immer wichtiger. KIkünstliche Intelligenz zum Beispiel könne bei der Entscheidungsfindung der militärischen Führer helfen und ihnen im Gefecht einen Vorteil verschaffen. „Wer schneller Entscheidungen fällen und umsetzen kann, ist dem Gegner überlegen“, betont Diehl. Man dürfe aber nicht aus den Augen verlieren, dass es am Ende immer um „Mann gegen Mann, System gegen System“ gehe, so der Leiter des Gefechtsübungszentrums des Heeres der Bundeswehr. „Ausbildung ist unsere Lebensversicherung“, sagt Diehl. „Da müssen wir investieren.“

von Emilia Born

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