Cyber- und Informationsraum
Locked Shields 2022

Gemeinsam im Cyber-Abwehrkampf

Gemeinsam im Cyber-Abwehrkampf

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  • Cyber- & Informationsraum
Datum:
Ort:
München
Lesedauer:
3 MIN

In einem binationalen und überbehördlichen Team nahm Ende April 2022 der Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum an der weltgrößten und komplexesten Cyber-Abwehrübung Locked Shields teil. Sie findet jedes Jahr statt. Gemeinsam mit ITInformationstechnik-Expertinnen und -Experten des Österreichischen Bundesheeres wurden virtualisierte Systeme und simulierte kritische Infrastrukturen verteidigt.

Ein Bildschirm zeigt den Plan aller angeschlossenen Systeme. Davor steht ein Soldat.

Die Vielzahl der zu verteidigenden virtualisierten Systeme ist auf einem Netzplan dargestellt. In der Mitte: Das Logo der Locked Shields 2022

Bundeswehr/Stefan Uj

Das NATO-akkreditierte Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence (CCDCOECooperative Cyber Defence Centre of Excellence), angesiedelt in der estnischen Hauptstadt Tallin, richtete 2022 zum zehnten Mal die Übung Locked Shields aus. Dem Centre of Excellence angeschlossen sind Mitgliedstaaten und Partnernationen des nordatlantischen Bündnisses, aber auch Wirtschaftsunternehmen, Forschungseinrichtungen und Think Tanks.

Colonel Jaak Tarien, Direktor dieses Cyberabwehr-Hubs, beschreibt die Übung Locked Shields als eine große Verantwortung für das CCDCOECooperative Cyber Defence Centre of Excellence. „Unsere Mitgliedsstaaten sehen Locked Shields zurecht als das bedeutendste jährliche Trainingsevent für ihre besten Cyberabwehr-Teams. Dementsprechend sind die Erwartungen hoch. Die Übung muss jedes Jahr erneut die Ansprüche erfüllen, cutting-edge-Ereignis von Weltklasse zu sein. Unsere Mitglieder entsenden ihre Besten für dieses Training. Wir werden sie nicht enttäuschen“, schildert Tarien.

Über 2.000 Cyber-Experten auf Locked Shields

Eine Frau und ein Offizier besprechen sich vor Bildschirmen.

Während Locked Shields 2022 wurde auch die behördenübergreifende Kollaboration geübt

Bundeswehr/Stefan Uj

Dieses Jahr entsandten 34 Staaten etwa 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Übung Locked Shields. Bis zu 60 Expertinnen und Experten besetzen die jeweils 24 Blue Teams. Mit dabei waren nicht nur Militärs. Nahezu alle für die Cybersicherheit zuständigen Behörden schickten ihre Spezialistinnen und Spezialisten. Ebenso beteiligten sich Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen an der Übung.

„Die Zusammenarbeit mit den Spezialistinnen und Spezialisten des Organisationsbereichs CIRCyber- und Informationsraum und die Einblicke in deren Aufgabenbereiche und Herangehensweisen war sehr spannend“, berichtet Frau D. aus der Coordination Cell. Sie arbeitet als Projektmanagerin im Geschäftsfeld Digitale Forensik der Zentralen Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (ZITiS). Beeindruckt von der Aufgeschlossenheit der Soldatinnen und Soldaten gegenüber anderen Sicherheitsbehörden und Unternehmensvertretern und den kollaborativen Arbeitsansatz während der Übung, stellt sie fest: „Die Arbeit der Soldatinnen und Soldaten war sehr professionell und man hat sich jederzeit gegenseitig geholfen.“

Cyber-Verteidigung in hoher Intensität

Ein Soldat schreibt einen Bericht auf dem Computer. Ein Offizier blickt ihm dabei über die Schulter.

Während der Übung Locked Shields ist auch das Reporting Bestandteil der Übung

Bundeswehr/Stefan Uj

Durch den Organisationsbereich CIRCyber- und Informationsraum wurde ein überbehördliches und internationales Team aufgestellt. Während Locked Shields übte es die Verteidigung kritischer Infrastrukturen im Cyberraum und entwickelte die Fähigkeiten der Teilnehmenden durch Üben der Abwehr unterschiedlicher Angriffssituationen weiter.

Gemeinsam mit der Republik Österreich beteiligte sich die Bundesrepublik Deutschland als „Blue Team 04“ an der Übung. Aus den Standorten Wien, München und Euskirchen verteidigte das internationale und überbehördliche Team kritische zivile und militärische Infrastrukturen im und aus dem Cyberraum: Wasserkraftwerke, Stromversorgung, Satellitenkommunikation, 5G-Funknetze, Forschungseinrichtungen. Das Blue-Team 04 bestand aus 44 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus insgesamt acht Bundeswehrdienststellen und 13 Expertinnen und Experten von sechs Behörden. Aus Wien waren 28 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Österreichischen Bundesheeres dazu geschaltet; sechs Partnerfirmen nahmen mit 12 Personen teil. Insgesamt also 97.

In einem fiktiven Szenario härteten und verteidigten die insgesamt 24 verschiedenen Blue Teams etwa 5.500 virtualisierte Systeme gegen mehr als 8.000 Attacken. Zusätzliche Herausforderungen stellte die Sicherung komplexer ITInformationstechnik-Systeme dar. Die teilnehmenden Teams mussten darüber hinaus ein effektives Reporting gewährleisten, forensische sowie juristische Aufgaben meistern, und dabei auch die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sicherstellen und auf Vorgänge im Informationskrieg reagieren.

Vor zwei großen Monitoren stehen auf einem Tisch die Flaggen Deutschlands, der NATO und Österreichs.

Gemeinsam mit Österreich beteiligte sich die Bundeswehr an der Übung Locked Shields. Mit integriert im Team sind auch Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Behörden und Unternehmen

Bundeswehr/Stefan Uj

Die Bedeutung dieser äußerst realistischen Übung hebt Oberst Marco Krempel, Leiter des Cyber Security Operations Centre im Zentrum für Cybersicherheit der Bundeswehr in Euskirchen hervor: „Immer wieder wurden wir durch neue Szenare herausgefordert, mussten uns mit neuen Prozessen und Technologien auseinandersetzen. Übungen wie diese bringen die Bundeswehr nach vorn. Für vergleichbare Herausforderungen aus dem Cyberraum müssen wir gewappnet sein“.

Nach Auswertung der Leistungen aller 24 Teams stellte sich das finnische Blue Team als in allen Kategorien bestes Team heraus, dicht gefolgt vom litauisch-polnischen Team und dem Team Estlands. Das österreichisch-deutsche Team belegte den siebten Platz und bewährte sich damit erneut unter den Top-Ten der besten Cyber-Verteidiger der Welt.

von Markus Schlenker  E-Mail schreiben
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