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Cyber- und Informationsraum

Von Big Data bis KI – Zweite Ausbaustufe des Gemeinsamen Lagezentrums CIR

Seit September 2016 unterstützt die BWI die Bundeswehr bei Entwicklung und Betrieb eines Analysesystems für das Gemeinsame Lagezentrum Cyber- und Informationsraum (GLZ CIR). Das IT-System unterstützt die dortigen Analysten unter anderem bei der Erstellung von Lagebildern. Seit Sommer realisiert die BWI zweite Ausbaustufe des IT-Systems, unter anderem auf Basis von KI-Technologien.

Zwei Soldatinnen in einem Lagezentrum

Im Gemeinsamen Lagezentrum CIR erarbeiten die Analysten Lagebilder für den Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum.

Bundeswehr/Martina Pump

Lagebilder bündeln Daten und Informationen aus verschiedenen Quellen und bereiten sie auf. Sie machen komplexe Sachverhalte sichtbar, um daraus Handlungsoptionen zu erarbeiten und ein zielgerichtetes Vorgehen zu ermöglichen. Im Gemeinsamen Lagezentrum CIR erarbeiten die Analysten Lagebilder für den Organisationsbereich „Cyber- und Informationsraum“ der Bundeswehr, zu dessen Aufgaben unter anderem Cyber- und Informationssicherheit gehören.

Unterstützt werden die Analysten hierbei durch ein IT-System, das verschiedene Verfahren nutzt, um die Vielzahl eingehender Daten und Informationen zu verarbeiten und zu visualisieren – von Big Data bis Künstlicher Intelligenz (KI). Denn die Datenmengen, die im GLZ CIR verarbeitet werden, sind nicht nur groß, sie stammen auch aus verschiedenen Quellen und sind damit unterschiedlich strukturiert. „Analysten können diese Menge an Informationen weder vom Umfang her noch in einer akzeptablen Zeit auswerten“, sagt Oberstleutnant Thomas Erlenbruch, Projektverantwortlicher im Kommando CIR. Daher sei der Einsatz automatisierter Verfahren unerlässlich.

„Die größte Herausforderung ist es, unstrukturierte Dokumente aufzubereiten.“

Agiles Vorgehen und KI-basierte Technologien

Seit Herbst 2016 unterstützt die BWI die Bundeswehr dabei, ein entsprechendes IT-System zu entwickeln und zu betreiben, das es den Analysten ermöglicht, sich auf die eigentliche Tätigkeit zu konzentrieren, statt tausende Dokumente zu sichten. Im Sommer haben Bundeswehr und BWI mit der Weiterentwicklung des Analysesystems begonnen, das unter anderem computerlinguistische beziehungsweise KI-basierte Verfahren einsetzt. Mit der zweiten Ausbaustufe sollen nun weitere bislang manuelle Prozesse mittels Künstlicher Intelligenz (teil-)automatisiert werden. In den kommenden drei Jahren wird die BWI das IT-System entsprechend realisieren und zusätzliche Funktionen integrieren. „Indem wir analoge Prozessschritte ablösen und neue digitaler Arbeitsabläufe einführen, können wir die Chancen der Digitalisierung gewinnbringend nutzen“, so Oberstleutnant Erlenbruch.

Für das nun gestartete Projekt setzen Bundeswehr und BWI wie zuvor schon auf das agile Vorgehensmodell Scrum. „Das ermöglicht uns, flexibler auf die sich ändernden Anforderungen unseres Kunden einzugehen und das System daran ausgerichtet kontinuierlich, gemeinsam und iterativ zu realisieren“, sagt Till Traunecker, BWI-Projektleiter. Parallel betreibt die BWI weiterhin die Hard- und Software der ersten Ausbaustufe des Systems.

Über das Gemeinsame Lagezentrum CIR

Aufgabe des GLZ CIR ist, unterschiedliche Lagen im Cyber- und Informationsraum zu bündeln und zu bewerten. Je nach Bedarf werden hieraus individuelle Informationsprodukte für den Geschäftsbereich Bundesministerium der Verteidigung, aber auch außerhalb des Ressorts bereitgestellt, beispielsweise für das Nationale Cyber-Abwehrzentrum.


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