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„Ich freue mich auf eine spannende und lehrreiche Zeit“

„Ich freue mich auf eine spannende und lehrreiche Zeit“

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Datum:
Ort:
Strausberg
Lesedauer:
3 MIN

Vor Major Antje Mohrholz liegen arbeitsreiche Monate. Die Soldatin wird im kommenden Jahr als Kompaniechefin einer Combat Service Support Company (CSS Coy) bei der NATO-Mission Enhanced Forward Presence (EFPEnhanced Forward Presence) in Litauen eingesetzt sein. Für ein halbes Jahr führt sie dort dann etwa 150 Soldatinnen und Soldaten aus mehreren Nationen. Die 37-Jährige ist seit Oktober 2003 bei der Bundeswehr und zurzeit Kompaniechefin im Versorgungsbataillon 142 in Hagenow. Es ist ihr erster Auslandseinsatz. Wir haben sie inmitten der Vorbereitung getroffen.

Eine Soldatin lächelt in die Kamera, im Hintergrund ist ein Büroschrank zu sehen.

Major Antje Mohrholz freut sich auf ihren Einsatz in Litauen.

Bundeswehr

Frau Major Mohrholz, wie sieht Ihre Tätigkeit in Litauen aus und wie unterscheidet sie sich möglicherweise von der in Deutschland?

Major Antje Mohrholz: Grundsätzlich sind meine Aufgaben in der CSS Coy bei EFPEnhanced Forward Presence ziemlich identisch mit denen einer Kompaniechefin in einem Versorgungsbataillon in Hagenow. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass meine Kompanie in Litauen kleiner und multinational ist. Zum Vergleich: In Deutschland habe ich über 290 Soldaten zu führen, in Litauen sind es lediglich etwa 150. In meiner EFPEnhanced Forward Presence-Kompanie müssen, vereinfacht gesprochen, drei Fachbereiche abgedeckt werden. Es gibt die Instandsetzer, also beispielsweise die KfzKraftfahrzeug-Mechatroniker, die wie in der zivilen Wirtschaft die LkwLastkraftwagen oder andere Fahrzeuge wieder zum Laufen bringen. Dann sind die „Nachschieber“, die das Material in einem Lager bewirtschaften und es bei Bedarf bereitstellen, ähnlich wie im Onlinehandel, und die Transporteure, die wiederum entweder Material von A nach B bringen oder abholen, ähnlich wie bei einer Spedition.

Ein Soldat und eine Soldatin hocken vor einer Holzkiste auf der Karten ausgebreitet sind. Sie erklärt ihm etwas.

In Litauen wird Kompaniechefin Antje Mohrholz (r.), anders als in Deutschland, vor allem Englisch mit ihren Soldaten sprechen.

Bundeswehr

Wie sieht der Fahrplan für Sie und Ihre Soldaten aus, bis es Anfang 2022 tatsächlich nach Litauen geht?

Die Vorbereitungen für diese anerkannte Mission laufen bereits seit dem letzten Jahr. Litauen rückt immer näher und zeitgleich zur Vorbereitung sind die Auftragsbücher auch für diejenigen, die nicht mit zu EFPEnhanced Forward Presence gehen, nicht leer, sondern eher voller. Das Team Hotel (nach dem NATO-Alphabet für H, d. Red.), also diejenigen, die in der Heimat bleiben, wird in unserer Abwesenheit ebenfalls gut zu tun haben. Während wir vor dem Haupturlaubszeitraum im Sommer die Grundlagen gelegt haben, werden wir in den kommenden Wochen in die Tiefe gehen. Das bedeutet, wir werden zum Beispiel das Thema Bahnverladung nochmal intensiv angehen. Auch bereiten wir uns auf den Durchgang im Gefechtsübungszentrum im September vor. Dort werden dann große Teile des künftigen Gefechtsverbandes, wie er auch in Litauen zusammengestellt sein wird, gemeinsam üben. Der Schwerpunkt liegt hier bei der logistischen Unterstützung unseres Leitverbandes, dem Panzergrenadierbataillon 411. Dann steht im November die Technische Materialprüfung an. Das ist sozusagen der Bundeswehr-TÜV. Ziel dabei ist es, dass alle Fahrzeuge und das Material, das wir mit nach Litauen nehmen, auch einsatzbereit sind. Parallel erhält jeder Soldat noch ausstehende individuelle Ausbildungen und einen Impfschutz, natürlich auch gegen Covid-19. Die Soldaten bekommen zusätzlich eine auf das Einsatzland zugeschnittene Ausbildung, wie etwa allgemeine Hinweise zu geschichtlichen, geografischen und kulturellen Besonderheiten und werden eingekleidet. Also langweilig wird es bis Anfang nächsten Jahres sicherlich nicht.

Wie sieht Ihre eigene Vorbereitung aus?

Ich möchte vor allem meine Englischkenntnisse auffrischen und verbessern. Auch werde ich mich noch intensiver in die multinationalen logistischen Abläufe einarbeiten. Für mich persönlich ist es wichtig, dass ich mich erneut explizit mit dem Thema „Tod und Verwundung“ befasse.

Eine Soldatin beugt sich über eine Karte, die auf der Motorhaube eines Geländewagens liegt.

Bis Anfang 2022 wird es für Major Antje Mohrholz und ihre Soldaten noch jede Menge Ausbildungen und Übungen geben.

Bundeswehr

Welche Erwartungen haben Sie an Ihre Zeit in Litauen und welche Ziele haben Sie persönlich?

Ich freue mich auf eine spannende Zeit und erwarte, dass ich vor allem durch die Multinationalität in dem Gefechtsverband viele neue Eindrücke und sicherlich jede Menge Erfahrung sammeln werde. Es werden bestimmt herausfordernde und lehrreiche sechs Monate in einem Land, in dem ich vorher noch nicht war. Mein persönliches Ziel ist, dass alle meine Soldaten gesund und wohlbehalten wieder nach Hause zurückkehren. 

von PIZ Heer

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