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Corona-Krise: Sanitätsmaterial für die Ukrainischen Streitkräfte

Corona-Krise: Sanitätsmaterial für die Ukrainischen Streitkräfte

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Das Corona-Virus hat ganz Europa fest im Griff. Da steht es außer Frage, einem, besonders hart von der Krise betroffenen Partner bei der Bewältigung dieser beizustehen. Am 30. November hat die Bundeswehr Sanitätsmaterial im Wert von rund 130.000 Euro an die ukrainischen Streitkräfte übergeben.

Ein Tisch, auf dem viele medizinische Güter und eine deutsche sowie eine ukrainische Flagge stehen

20 Beatmungsgeräte, 1.000 FFP2-Masken, 20.000 Mund-Nasen-Masken, 40.000 Handschuhe und weitere Hilfsgüter enthält die Spende der Bundeswehr an die ukrainischen Sanitätsstreitkräfte. In den Streitkräften sind etwa 3.000 aktive Coronafälle gemeldet.

Bundeswehr/Karen Haak

Bereits seit dem Jahr 2000 engagiert sich die Bundeswehr in humanitären Angelegenheiten für die Ukraine. Neben der Ausstattung für das ukrainische Militärorchester war es auch immer wieder medizinische Ausrüstung, mit der die Bundeswehr die Streitkräfte der Ukraine unterstützte. Unter anderem wurden bereits im vergangenen Jahr 20 Beatmungsgeräte gespendet. Zusätzlich erfuhren seit 2014 insgesamt 138 bei dem Konflikt in der Ostukraine verwundete Soldatinnen und Soldaten der ukrainischen Streitkräfte in den fünf Bundeswehrkrankenhäusern in Deutschland medizinische Versorgung. Aktuell befinden sich 13 ukrainische Soldaten in Deutschland in Behandlung. Um es dem langjährigen Partner zu ermöglichen, die Herausforderungen der Corona-Krise besser meistern zu können, leistete die Bundeswehr nun erneut Hilfe.

Material für den Kampf gegen Covid-19

Ein Soldat steht vor einer geöffneten Kiste, in der ein Beatmungsgerät aufbewahrt wird.

Die gespendeten mobilen Beatmungsgeräte werden dringend im Donbass benötigt, wo seit sechs Jahren Krieg herrscht.

Bundeswehr/Karen Haak

Sieben Euro-Paletten wurden dafür per LKWLastkraftwagen auf dem Landweg vom Versorgungs- und Instandsetzungszentrum für Sanitätsmaterial in Blankenburg nach Kiew transportiert. Neben Atemschutzmasken der Klasse FFP2, Schutzbrillen, und Schutzhandschuhen sind auch 20 Beatmungsgeräte Teil der Hilfslieferung. Da es sich um mobile Beatmungsgeräte handelt, die unter anderem auch rettungsdienstlich verwendet werden können, ist deren Reise auch noch nicht beendet.

Beatmungsgeräte für den Donbass

Diese Beatmungsgeräte werden von der Hauptstadt Kiew bis zu den mobilen Krankenhäusern im Osten gebracht. Diese befinden sich nur wenige Kilometer von der sogenannten Kontaktlinie entfernt, in der sich die ukrainischen Streitkräfte und die Separatisten gegenüberliegen. Seit sechs Jahren ist Krieg im Donbass und die Region ist vom dauerhaften Beschuss deutlich gezeichnet. In dieser Region wütet das Coronavirus heftig und die medizinische Versorgung ist oft schwierig. „Die ukrainischen Streitkräfte kämpfen an zwei Fronten: gegen die Separatisten und gegen das Coronavirus. Jede Hilfe ist willkommen“, so Generalleutnant Pavlo Zuiev, stellvertretender Generalstabschef.

Willkommene Hilfe für die Ukraine

Ein Mann steht an einem Rednerpult, daneben eine Frau und zwei Soldaten

Anatolii Petrenko bedankte sich für die vielfältige Unterstützung durch die Bundeswehr. (v.l.: Anatolii Petrenko, Botschafterin Anka Feldhusen, Generalleutnant Pavlo Zuiev und der Verteidigungsattaché Oberst i.G.im Generalstabsdienst Ralf Mayer)

Bundeswehr/Karen Haak

Zur Spendenübergabe im zentralen Militärkrankenhaus in Kiew war auch der stellvertretende Verteidigungsminister der Ukraine, Anatolii Petrenko gekommen. Ausgangspunkt der Spende war ein Telefonat zwischen ihm und dem parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung, Thomas Silberhorn. Auch Anka Feldhusen, die deutsche Botschafterin in der Ukraine, betonte während der Spendenübergabe, die enge Verbindung zwischen der Bundeswehr und den ukrainischen Streitkräften. In ihrer Rede berichtete die Diplomatin von den zahlreichen Kooperationen zwischen der Bundeswehr und den ukrainischen Streitkräften.

Botschafterin Anka Feldhusen am Rednerpult, daneben steht Anatolii Petrenko
Anka Feldhusen, Deutsche Botschafterin in der Ukraine
„Deutschland steht fest an der Seite der Ukraine.“

Ganzheitlicher Ansatz

Die Bundeswehr unterstützt aber nicht nur in dieser unerwarteten Pandemie die Ukraine. Bereits im vergangenen Jahr waren aus Mitteln der Ertüchtigungsinitiative der Bundesregierung Diagnosegeräte für das Kiewer Zentrale Militärkrankenhaus im Wert von 1,5 Millionen Euro beschafft worden. 2020 werden die Mittel mehr als verdoppelt, um auch Militärkrankenhäuser in Lemberg und Chernihiv auszustatten. Im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes geht es aber nicht nur um materielle Ausstattung, sondern auch um langfristige Beratung der ukrainischen Partner.

Ein Mann steht an einem Rednerpult, daneben eine Frau und zwei Soldaten
Anatolii Petrenko, Stellvertretender Verteidigungsminister der Ukraine
„Wir schätzen sehr die deutsch-ukrainische Zusammenarbeit in sicherheitspolitischen Fragen, die unserem Militär bei der Erfüllung des Auftrags hilft. Deutschland ist dabei einer unserer wichtigsten strategischen Partner.“

Sanitätsdienst steht als Ansprechpartner bereit

Botschafterin Anka Feldhusen am Rednerpult, daneben steht Anatolii Petrenko

In ihrer Rede berichtete Anka Feldhusen von den zahlreichen Kooperationen zwischen der Bundeswehr und den ukrainischen Streitkräften.

Bundeswehr/Karen Haak

Generalstabsarzt a.D. Dr. Dirk Raphael steht als sogenannter „Medical Advisor“ im Reformprozess für Strukturfragen als Ansprechpartner bereit. Mittels regelmäßig stattfindender Videokonferenzen werden Einblicke in den Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr gewährt. Aber auch viele persönliche Kontakte sind in den vergangenen Jahren zwischen deutschen und ukrainischen Medizinern entstanden. Jedes Jahr lernen einige ukrainische Ärzte am Bundessprachenamt deutsch, um dann an einem der Krankenhäuser der Bundeswehr für einige Monate zu arbeiten und sich weiterzubilden. Während der Spendenübergabe hatten es sich einige von Ihnen nicht nehmen lassen, an der kurzen Zeremonie teilzunehmen. Es ist Ausdruck der Anerkennung deutsch-ukrainischer Zusammenarbeit im militärischen Bereich.

von Michael Tomelzik Karen Haak

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