Sanitätsdienst

Portugal-Einsatz: Effiziente Führung der Sanitätskräfte

Portugal-Einsatz: Effiziente Führung der Sanitätskräfte

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Datum:
Ort:
Portugal
Lesedauer:
3 MIN

Von den 26 Bundeswehr-Sanitäterinnen und -Sanitätern in Portugals Hauptstadt Lissabon übernimmt ein kleines Team alle organisatorischen und logistischen Aufgaben. Den Führungstrupp unter Leitung von Major René Brückner stellt die erste Kompanie des Kommandos Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst als Leitverband für diese Mission.

Zwei Soldaten stehen vor einer Übersichtstafel mit verschiedenen Rubriken die bis zum Boden reichen

Ein eingespieltes Führungsteam koordiniert und organisiert den Ablauf vor Ort

Bundeswehr/Kieron Kleinert

Eine vielfältige Aufgabe für den erfahrenen Kompaniechef und sein eingespieltes Team. Täglich gilt es, einen reibungslosen Dienst für die im Krankenhaus Hospital da Luz eingesetzten Kameradinnen und Kameraden zu gewährleisten. Zunächst müsse ein Gefechtstand eingerichtet und betrieben werden, was in einem zivilen Hotel nicht ganz einfach sei, erklärt Brückner. Übersichten mit Schichteinteilung, Erreichbarkeiten, Materialbestand oder Verpflegungslisten müssen jederzeit im Blick sein. Organisation und Kommunikation sind immens wichtig für die Unterstützungstruppe in Lissabon. Den ganzen Tag über sind Meldungen an den Leitverband oder andere Dienststellen in Deutschland abzusetzen. In stetem Austausch steht der Führungstrupp mit der deutschen Botschaft, der Klinik oder dem portugiesischen Gesundheitsministerium. Auf den Überblick und die schnelle Aussagefähigkeit kommt es an. Für den Stabsoffizier ist klar: Hier gilt der bekannte Leitspruch: „Erfolge müssen organisiert werden!“

Anpacken, wo es nötig ist

Oberstabsgefreiter Silvia Carro Oubina übernimmt auch die Fahrdienste mit einem angemieteten Kleinbus. Auch, wenn sie fließend portugiesisch spreche, sei es gar nicht so einfach, sich in dieser großen unbekannten Stadt zurechtzufinden, erklärt Carro Oubina. Unkompliziert und schnell gelang die Bereitstellung eines Kleinfahrzeugs dank der Vermittlung durch die deutsche Botschaft. Carro Oubina unterstützt auch bei der Kommunikation mit Hotel- oder Klinikpersonal, wo Englisch nicht weiterhilft. Sie empfindet die überaus freundliche Aufnahme des deutschen Sanitätspersonals durch die Portugiesen bemerkenswert. Die Freude sei dann nochmal größer, wenn sie die Leute in der Landessprache anspreche, bemerkt sie.

Eine Soldatin sitzt in Flecktarnuniform mit Mund-Nasenschutz-Maske am Lenkrad ihres Fahrzeugs
Oberstabsgefreiter Silvia Carro Oubina
„Wo wir auch sind, überall bekommen wir Zuspruch: Daumen hoch, ein Dankeschön und sogar Selfies möchten Passanten mit uns machen.“

Mit Herz und Humor

Stabsfeldwebel Rudolph trägt eine Materialkiste mit einem Kameraden zum Fahrstuhl

Immer zur Stelle mit Rat und Tat. Der Spieß (Mitte) kümmert sich nicht nur um Personal, sondern auch um die Alltagssorgen der Kameraden.

Bundeswehr/Kieron Kleinert

Absprachen mit der Hotelleitung oder der Fahrbereitschaft der portugiesischen Marine, Verpflegung abstimmen, Kleinigkeiten des täglichen Bedarfs besorgen oder einfach ein offenes Ohr für die Kameradinnen und Kameraden zu haben, diese klassischen Aufgaben eines Spießes übernimmt Stabsfeldwebel Jan-Andre Rudolph. Als Kümmerer helfe er mit, dass die im Krankenhaus arbeitenden Kameraden den Rücken frei haben, so Rudolph. Auch in stressigen Situationen die Nerven und den Humor nicht zu verlieren sei für ihn wichtig. Zuhause in der Kompanieführung ist der Stabsfeldwebel in der Zelle Einsatz tätig und überwacht die Einsatzfähigkeit der Einheit. Hier sei alles aber unmittelbarer und zeitkritischer und es müsse mehr improvisiert werden. Gerade diese tägliche Herausforderung sei für ihn das Spannende an diesem ungewöhnlichen Einsatz, erklärt Jan-Andre Rudolph.

Logistik ist meine Leidenschaft

Oberfeldwebel Focken sitzt am Schreibtisch und telefoniert

Auch für eine vergleichsweise kleine Truppe wird viel Material bewegt: Von Einweganzügen bis zu Beatmungsgeräten.

Bundeswehr/Kieron Kleinert

Oberfeldwebel Kathrin Focken ist Materialbewirtschaftungsfeldwebel und rechte Hand des Spießes. Sie kümmert sich um alles, was mit Versorgung, Anforderung oder Bewirtschaftung von Material zu tun hat. Wenn Verbrauchsmaterial wie persönliche Schutzkleidung oder Desinfektionsmittel aufgebraucht ist, fordert sie Nachschub an. Abholung oder Lieferung und Verteilung müssten mit Bundeswehrdienststellen, dem Lissaboner Flughafen oder der Botschaft koordiniert werden, erläutert Focken ihre Aufgabe. Darüber hinaus sei in einem kleinen Hotelzimmer die komplette Lagerhaltung zu organisieren. Sie freue sich, zu sehen, wie sie von allen Seiten unterstützt würden, wie rasch die Bearbeitung ihrer Anträge erfolge, erklärt Kathrin Focken. Bis zur Rückverlegung arbeitet das kleine eingespielte Führungsteam der ersten Kompanie weiter unermüdlich im Hintergrund in seinem kleinen Gefechtsstand in Hotelzimmer 103.

von Kieron Kleinert

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