Sanitätsdienst

Kopfzentrum Koblenz: Menschen das Lächeln wiedergeben

Kopfzentrum Koblenz: Menschen das Lächeln wiedergeben

  • Medizin & Gesundheit
  • Sanitätsdienst
Datum:
Ort:
Koblenz
Lesedauer:
2 MIN

Komplexe Verletzungen im Bereich des Kopfes insbesondere des Gesichts müssen von Ärztinnen und Ärzten verschiedener medizinischer Fächer behandelt werden. Um die bereits bestehende interdisziplinäre Zusammenarbeit am BundeswehrZentralkrankenhaus Koblenz zu optimieren, wurde dort ein Kopfzentrum gegründet.

Ein Reporter sitzt mit dem Patienten Meik Briest auf einer Bank im Freien.

Oberstabsfeldwebel Meik Briest berichtet als Patient von seinen Erfahrungen

Bundeswehr/Matthias Frank

Beide Seiten: Audiointerview mit Patient und Arzt

Oberstabsfeldwebel Meik Briest erzählt von seiner schweren Kopfverletzung und der Wiederherstellung seines Gesichtes. Im Anschluss folgt ein Interview mit Oberstarzt Professor Dr. Dr. Richard Werkmeister, dem Leiter des Kopfzentrums am BundeswehrZentralkrankenhaus Koblenz.

In der Notaufnahme des BundeswehrZentralkrankenhauses Koblenz sind Spezialistinnen und Spezialisten des vor zwei Jahren gegründeten Kopfzentrums bereits bei der Erstsichtung von Unfallopfern mit schweren Kopfverletzungen beteiligt. Das Expertenteam stellt bei der Aufnahme der Patientinnen und Patienten eine umfangreiche interdisziplinäre Diagnose. Notwendige Operationen und weitere medizinische Prozesse laufen somit schneller und koordinierter ab. Behandlungsgründe bei Soldatinnen und Soldaten im Einsatz sind nicht selten schwere Verwundungen des Gesichts durch Explosionen oder durch Beschuss. Im zivilen Bereich gehören dagegen Auto-, Motorrad-, Reit- und Sportunfälle zu den häufigen Verletzungen, die von Fachärztinnen und Fachärzten der Kopffächer behandelt werden müssen.

Gebündelte Kompetenz

Medizinisches Personal des Kopfzentrums steht um einen Patienten in der Notaufnahme.

Schon in der Notaufnahme wird eine Erstsichtung von Patientinnen und Patienten durch Fachpersonal aus mehreren medizinischen Disziplinen durchgeführt

Bundeswehr/Patrick Grüterich

Nach dem radiologischen Befund folgen bei Schwerverletzten chirurgische Notfallmaßnahmen. Ist die Patientin oder der Patient außer Lebensgefahr, beginnt die Wiederherstellung des Kopf- und Gesichtsbereiches. Die Kernfächer Neurochirurgie, Augenheilkunde, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Zahnmedizin und Radiologie arbeiten in diesem Stadium bereits zusammen. Sie werden, soweit erforderlich, durch das Fach Neurologie ergänzt. Um posttraumischen Belastungsstörungen entgegenzuwirken, wird bei Bedarf die Psychiatrie in die Behandlung einbezogen. Neben Verwundungen und Verletzungen des Kopfes werden im Kopfzentrum des BundeswehrZentralkrankenhauses Koblenz auch regelmäßig Menschen mit Tumorerkrankungen behandelt. Dabei bedient sich das Kopfzentrum der Expertise aus den medizinischen Fächern Onkologie und der Pathologie.

Koordinierter Behandlungsverlauf

Ein Arzt sitzt in einem Besprechungsraum und gibt ein Interview.

Oberstarzt Prof. Dr. Dr. Richard Werkmeister informiert über die Vorteile der interdisziplinären Zusammenarbeit der Kopffächer

Bundeswehr/Matthias Frank

Ein wesentlicher Vorteil des Kopfzentrums am BundeswehrZentralkrankenhaus Koblenz ist die Abstimmung der einzelnen Fachdisziplinen bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten. „Lebenserhaltende Maßnahmen stehen bei der Behandlung von Kopfverletzungen natürlich an erster Stelle. Unsere Spezialistinnen und Spezialisten der einzelnen Kopffächer können darüber hinaus bei verletzten Personen aber zum Beispiel auch Schäden der Hör- oder Sehnerven erkennen und diese gezielt akut behandeln“, erklärt Oberstarzt Prof. Dr. Dr. Richard Werkmeister, Leiter des Kopfzentrums. „Ohne die Beteiligung aller Kopffächer könnten diese Schäden oder drohende Komplikationen bei der Akutversorgung übersehen werden“, so Werkmeister weiter.                                                                                          

Qualität keine Selbstverständlichkeit

Die Nachversorgung von Patientinnen und Patienten wird ebenfalls durch das Kopfzentrum geleistet und kann sehr zeitintensiv sein. Ein Behandlungszeitraum von über zehn Jahren ist keine Seltenheit. Das bindet Personal, gerade im Pflegebereich, aber auch bei den Ärztinnen und Ärzten. „Es bedarf einer kontinuierlichen Begleitung der Patientinnen und Patienten, um den Anforderungen einer hohen qualitativen Behandlung gerecht zu werden. Qualität ist keine Selbstverständlichkeit. Sie kann nur durch medizinisches Fachpersonal in ausreichender personeller Stärke garantiert werden“, gibt Werkmeister zu bedenken.

Zukunft der medizinischen Behandlung

Nach zwei Jahren ziehen die Fachärztinnen und Fachärzte des Kopfzentrums eine erste Bilanz: Von den Absprachen und der koordinierten Zusammenarbeit bei Verletzungen und Erkrankungen im Bereich des Kopfes profitierten Ärztinnen und Ärzte genauso wie die Patientinnen und Patienten. Behandlungsschritte laufen effizienter ab und die einzelnen Disziplinen können viel voneinander lernen. Die Mediziner und Medizinerinnen sind sich sicher, dass die interdisziplinäre Zusammenarbeit in Zukunft noch weiter an Bedeutung gewinnen wird.

von Presse- und Informationszentrum des Sanitätsdienstes der Bundeswehr

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