Sanitätsdienst

„Krempel den Ärmel hoch!“ - Wie ein Mitarbeiter-Chor per Video zum Impfen motiviert

„Krempel den Ärmel hoch!“ - Wie ein Mitarbeiter-Chor per Video zum Impfen motiviert

  • Corona-Impfung
  • Bundeswehrkrankenhaus Berlin
Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
3 MIN

Mit einer gesanglichen Video-Botschaft will der hauseigene Chor „toninfusion“ am Bundeswehrkrankenhaus Berlin ein Statement setzen. Viele Menschen sollen erreicht und zum Impfen gegen COVID-19Coronavirus Disease 2019 motiviert werden. Weitestgehend kontaktlos produzierten 24 begeisterte Sängerinnen und Sänger in kurzer Zeit das Video „Krempel den Ärmel hoch!“

Viele Portrait-Bilder auf denen die Personen Spritzen hoch halten

Gemeinsames Singen - darauf freuen sich alle wieder. Normalerweise probt der Mitarbeiter-Chor einmal wöchentlich

Bundeswehr/Thilo Pulpanek

Weltweit ist medizinisches Personal in Krankenhäusern täglich mit dramatischen Krankheitsverläufen bei COVID-19Coronavirus Disease 2019-Patienten konfrontiert, so auch im Bundeswehrkrankenhaus Berlin (BwKrhsBundeswehrkrankenhaus Berlin). Die Hoffnung: Mit einer Lied-Botschaft so viele Menschen wie möglich erreichen und motivieren, sich impfen zu lassen. Die Idee, es hinaus zu singen, war geboren. Unter der Leitung von Christian Höffling produzierte der Chor „toninfusion“ das Video „Krempel den Ärmel hoch!“ und will in der für alle belastenden Pandemie ein Zeichen setzen.

Botschaft nach außen tragen

Eine Ärztin steht vor medizinischen Gerät und hält ein Impfbuch

Als stellvertretende Klinikdirektorin der Klinik Anästhesie und Intensivmedizin will Oberstarzt Karin Dey zum Impfen motivieren

Bundeswehr/Thio Pulpanek

„Für uns als Chor lag es nahe, mit Gesang die genannte Botschaft nach außen zu tragen“, erklärt Oberstarzt Karin Dey, stellvertretende Klinikdirektorin der Klinik Anästhesie/ Intensivmedizin im BwKrhsBundeswehrkrankenhaus Berlin. So solle die Motivation der Chormitglieder in dieser schwierigen Zeit aufrechterhalten werden. „Normalerweise treffen wir uns seit vier Jahren einmal wöchentlich zum Proben. Es wird gesungen und gelacht - man tauscht sich aus“, und weiter: „Da haben wir uns eben etwas einfallen lassen“, erzählt sie schmunzelnd.

Neuer Text zu alten Klängen

Eine Ärztin hält eine Spritze in ihrer rechten Hand

Der kreative Text wurde von Stabsveterinär Amelie Schumacher verfasst

Bundeswehr/Sanitätsdienst

Den Text verfasste eine kleine Gruppe von Chormitgliedern. Unter ihnen Frau Stabsveterinär Amelie Schumacher. Bereits während ihres Studiums in München musizierte sie im „Chor der Tiermediziner“. Sie schrieb zum zweiten Mal einen Text für „toninfusion“.

„Ich bin begeistert, wie motiviert alle viel Zeit investierten“,

erinnert sich die 26-jährige Soldatin an die letzte Videoproduktion. Hinterlegt mit dem Lied „If you want to sing out“ von Cat Stevens „ruckelte unser Chorleiter den Text noch zurecht, damit rhythmisch alles passt“, so Dey.

Die Idee zum Videodreh

„Nach zwei vorangegangenen Videos war Ende 2020 nicht so sehr die Frage, ob der Chor noch ein weiteres Video produzieren wird, sondern eigentlich nur, mit welchem Inhalt. Dann erwuchs der Vorschlag, das aktuelle Thema 'Impfen' aufzugreifen. Somit krempelten wir gleich die Ärmel hoch, um die Sache in Szene zu setzen“, erzählt Oberstarzt Dey begeistert. Vom ersten Brainstorming bis zur Präsentation des fertigen Videos vergingen zirka acht Wochen.

Wegen der geltenden Abstandsregeln sang jedes Chormitglied allein und filmte sich dabei. So wurden die einzelnen Aufnahmen erstellt. Das war eine durch die Kontaktbeschränkungen große Herausforderung. „Technisch haben wir alles aus eigener Kraft bewältigt. Bei Bedarf unterstützten sich die Chormitglieder gegenseitig. Für die Tonbearbeitung und den Videoschnitt war unser Chorleiter ganz schön herausgefordert“, resümiert die Ärztin.

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Kein gemeinsames Proben in Corona-Zeiten

Sängerinnen und Sänger halten Notenblätter, in der Mitte steht der Chor-Leiter vor einem Keyboard

Aufnahme entstand vor der Pandemie: Gemeinsames Musizieren ist derzeit leider nicht möglich

Bundeswehr/Thilo Pulpanek

Allein Text und Lied einstudieren - da war individuelles Üben angesagt. „Singen gilt ja als nicht ungefährlich. Im Herbst probten wir noch im Freien, doch seit November ist gemeinsames Singen untersagt“, so der 54-jährige Chorleiter. „Für die Choreographie mussten alle zeitgleich mit einer Spritze hantieren oder in eine bestimmte Richtung schauen“, fügt Oberstarzt Dey hinzu. Die 24 Tonspuren zu einem real klingenden Chorgesang zusammenzuschneiden, war eine technische und künstlerische Herausforderung für den Chorleiter.

Singen als Element des Betrieblichen Gesundheitsmanagements

Zu den Vorreitern dieser Idee gehört das Berliner Bundeswehrkrankenhaus. Am 22.März 2017 wurde hier der Mitarbeiter-Chor „toninfusion“ ins Leben gerufen. „Nach umfangreichen Casting war bald die Frage der Chorleitung entschieden und es konnte losgehen“, erinnert sich Höffling. Seither treffen sich Musizierfreudige aus allen Bereichen des BwKrhsBundeswehrkrankenhaus Berlin zum Singen. „Das Repertoire reicht quer durch Epochen, Stile und Sprachen, von mehrstimmigen Vokalstücken bis hin zu Pop- und Rock-Songs“, so der Chorleiter über das BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement-Projekt.

Verschnaufpause für Auftritte

Gelegentliche Auftritte bei Verabschiedungen, Adventskonzerten im Krankenhausfoyer oder Sommerfesten krönen das gemeinsame Ringen um den guten Ton - normalerweise.
Für die nahe Zukunft sei derzeit nichts Konkretes geplant. „Wir haben jetzt eine Verschnaufpause. Bis wir wieder gemeinsam proben können, sorgen wir dafür, dass wir gesanglich nicht auf der Stelle treten. So lassen wir uns immer wieder – wie mit dem Video – etwas Neues einfallen“, sagt Chorleiter Christian Höffling mit einem Lächeln, denn an tollen Ideen und Motivation fehle es dem Chor nicht.

von Bianca Jordan

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