Sanitätsdienst

Lebensmittel-Preis für Münchener Bundeswehrinstitut

Lebensmittel-Preis für Münchener Bundeswehrinstitut

  • Aktuelles
  • Zentrales Institut des Sanitätsdienstes der Bundeswehr München
Datum:
Ort:
München

Einem Forschungsteam am Zentralen Institut des Sanitätsdienstes der Bundeswehr (ZInstSanBw) München ist es gelungen, ein einfaches und zugleich robustes Transportverfahren auf Basis einfacher Papierkarten zu entwickeln. Die innovative Methode erhielt nun den Bruno-Roßmann-Preis 2020.

Eine Frau hält eine Urkunde in der Hand und lächelt in die Kamera.

Frau Katharina Schlegel freut sich über die Auszeichnung von der Lebensmittelchemischen Gesellschaft

Bundeswehr/Dr. Sascha Gonder

Schimmel, Freund und Feind des Menschen, begegnet uns im Alltag an vielerlei Stellen. Unliebsam in der Dusche, geschätzt auf edlem Käse, doch auch versteckt in Lebensmitteln, die unter ungünstigen Bedingungen erzeugt oder gelagert wurden. Dieser heimlichen Gefahr ist man am ZInstSanBw München auf der Spur. Denn Schimmel kann nicht nur eklig, sondern auch äußerst giftig sein. Kleinste Mengen wollen aufgespürt und sicher nachgewiesen werden.

Auch aus den Einsatzgebieten der Bundeswehr werden regelmäßig Proben in die zwei Zentralen Institute in München und Kiel zur Untersuchung geschickt. Doch wer schon einmal eine Einsatzkiste auf den Weg gebracht hat weiß, ihr Versand kann dauern, und wertvolle Zeit verstreicht, wenn Probenpakete wochenlang unterwegs sind. Nicht so bei einfachen Briefen, die meist pünktlich innerhalb weniger Tage ihr Ziel erreichen.

Transportverfahren auf Basis von Papierkarten

Dem Team um Oberfeldapotheker Priv.-Doz. Dr. Paul Elsinghorst gelang es nun, ein einfaches und zugleich robustes Transportverfahren auf Basis einfacher Papierkarten zu entwickeln. Ein Löffel Probe, die doppelte Menge einer maßgeschneiderten Extraktionsflüssigkeit und nach kurzem Schütteln kann ein Tropfen auf der Papierkarte fixiert werden. Im Labor per Briefpost eingetroffen erfolgt dann die weitere Untersuchung mit viel Erfahrung und komplexen Analysegeräten.

Zwei Frauen halten mit jeweils einer Hand eine Urkunde zusammen fest und lächeln in die Kamera.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker verleiht jährlich den Bruno-Roßmann-Preis für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Lebensmittelchemie

Bundeswehr/Dr. Sascha Gonder

Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hatte Frau Katharina Schlegel, die das Vorhaben im Rahmen ihrer Masterarbeit bearbeitet und vorangetrieben hat. In Anerkennung ihrer Arbeit wurde sie nun mit dem Bruno-Roßmann-Preis 2020 ausgezeichnet. Ein Preis der Lebensmittelchemischen Gesellschaft, der den praxisorientierten Verbraucherschutz unter besonderer Berücksichtigung von Schnellmethoden beziehungsweise innovativer Ansätze zur ressourcenschonenden Lebensmittelanalyse würdigt.

von Dr. Paul  Elsinghorst