Sanitätsdienst
BMVg - Bundesministerium der Verteidigung

Zentrales Institut des Sanitätsdienstes der Bundeswehr München

Das Zentrale Institut des Sanitätsdienstes der Bundeswehr München, kurz ZInstSanBw München, ist eines von zwei Zentralen Instituten des Sanitätsdienstes. Angegliedert sind eine Außenstelle in Koblenz und eine Laborgruppe am Standort Munster.

Auftrag

Das Zentrale Institut des Sanitätsdienstes der Bundeswehr München ist für veterinärmedizinische, pharmazeutische und chemische Untersuchungen für die Bundeswehr und auf Weisung des Bundesministeriums der Verteidigung zuständig. Es berät zudem militärische und zivile Dienststellen der Bundeswehr in fachlichen Fragen und arbeitet mit zuständigen Stellen und Sachverständigen des zivilen Bereiches zusammen. Das Personal des Instituts forscht an anwendungsbezogenen Projekten und arbeitet bei der Umsetzung der Ergebnisse im Aufgabenbereich mit. Neben der Wahrnehmung der gesetzlichen Aufgaben arbeitet das wissenschaftliche und technische Fachpersonal des Instituts in Einsatzlaboratorien. Zudem führt das Zentrale Institut des Sanitätsdienstes der Bundeswehr München Aus-, Fort- und Weiterbildung von militärischem und zivilem Fachpersonal der Bundeswehr durch.

Das Institut unterstützt personell und materiell die Sanitätstruppe bei Einsätzen und Übungen und verteilt sich auf drei Standorte: den Hauptsitz in Garching, eine Außenstelle in Koblenz und eine Laborgruppe in räumlicher Anbindung an das Wehrwissenschaftliche Institut für Schutztechnologien - ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Schutz in Munster.

  • 175 Beschäftige sind im Zentralinstitut tätig

  • 3 Standorte Garching, Koblenz und Munster

  • 1900 Einsatztage

Nachrichten

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Aufgaben und Organisation

Im Folgenden stellen wir die organisatorische Leitung sowie die Abteilungen Qualitätsmanagement, Leistungsmanagement und Kostenrechnung des Zentralen Instituts des Sanitätsdienstes München vor.

Der Dienststellenleiter oder die Dienststellenleiterin führt das Institut, kümmert sich um alle organisatorischen Entscheidungen und erhält von der Stabsgruppe in allen Angelegenheiten der Institutsführung und -organisation Unterstützung. Die Stabsgruppe deckt ein breites Spektrum ab: Personalwirtschaft und -beratung, sicherheitsrelevante Angelegenheiten, Aus-, Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter sowie die Materialbewirtschaftung und EDVElektronische Datenverarbeitung-Datenverarbeitung. Darüber hinaus verfügt die Stabsgruppe über Bereiche wie eine zentrale Registratur, die hauseigene Poststelle, Vorschriftenstelle, Fachbibliothek, Fuhrparkverwaltung, einen Schreibdienst, sowie die Probenannahme und -Verteilung.

Eine Soldatin und ein Soldat unterhalten sich vor einem Schreibtisch, sie hält ein Dokument in der Hand und erklärt

Die Stabsgruppe übernimmt umfangreiche administrative Aufgaben

Bundeswehr/Julia Langer

Die Stabsgruppe unterstützt in allen Angelegenheiten der Institutsführung und -organisation. Sie deckt das breite Spektrum der Führungsgrundgebiete von Angelegenheiten der Personalwirtschaft, sowie der Personalberatung, alle sicherheitsrelevanten Angelegenheiten, Aus-, Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter, Materialbewirtschaftung und EDVElektronische Datenverarbeitung ab. Darüber hinaus verfügt die Stabsgruppe über weitere Komponenten wie zentrale Registratur, hauseigene Poststelle, Vorschriftenstelle, Fachbibliothek, Fuhrparkverwaltung, Schreibdienst, sowie die Probenannahme und -verteilung. Der Leiter Stabsgruppe unterstützt die Institutsleitung durch Koordination der Stabsarbeit, gleichzeitig besitzt er als unmittelbarer Vorgesetzter der Unteroffiziere und Mannschaften des ZInstSanBw München die Disziplinarbefugnis Stufe 1.

Zentrale Aufgabe der Teileinheit ist neben der Kostenrechnung das Qualitätsmanagementsystem aufrechtzuerhalten und auszubauen. Hierzu zählt die notwendige umfangreiche Dokumentation. Diese legt alle Tätigkeiten und Abläufe, die für die Untersuchungen und deren Ergebnisse von Relevanz sind, in Form von Anweisungen fest. Eine weitere Aufgabe ist die Beratung des Leitungspersonals in dieser Hinsicht, ebenso wie die Anpassung des Qualitätsmanagementsystems an die aktuellen Vorgaben. Änderung von Normen, Richtlinien oder neuen Vorgaben durch die nationale Akkreditierungsstelle der Bundesrepublik Deutschland, die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbHGesellschaft mit beschränkter Haftung, verlangen hier ständige Aktualisierungen. Durch interne Audits wird regelmäßig überprüft, inwieweit die Vorgaben des Qualitätsmanagementsystems durch die jeweiligen Laborgruppen beziehungsweise Teileinheiten eingehalten und umgesetzt werden. Die Ergebnisse von Audits, von Laboreignungsprüfungen und die Vorgaben des QM-Systems werden regelmäßig durch den Dienststellenleiter unter Beteiligung der Abteilungsleitenden und der oder des Beauftragten Qualitätsmanagement in einem Review bewertet.

Den Vorgaben einer Europäischen Richtlinie folgend, wurden im Jahr 1998 erstmals die Prüflaboratorien der Abteilungen Veterinärmedizin und Lebensmittelchemie/Pharmazie für die amtliche Lebensmittel- und Trinkwasseruntersuchung akkreditiert. Dazu stellte eine unabhängige Akkreditierungsstelle fest, dass das Labor die Kompetenz als Prüflabor vorweisen kann und die Vorgaben der einschlägigen Europäischen Norm erfüllt sind. Im Jahr 2001 wurde der akkreditierte Bereich auf die mobilen Laborcontainer Lebensmittelchemie/Ökochemie des Instituts erweitert, welche bei Auslandsverpflichtungen der Bundeswehr eingesetzt werden können. Wie im Jahr 1998, 2003 und 2008 bestätigte die Akkreditierungsstelle Hannover die zuerkannte Akkreditierung für jeweils weitere fünf Jahre. Mittlerweile ist auch die Kompetenz der Abteilung Pharmazie für die Arzneimittel- und Medizinprodukteuntersuchung bewertet und als normgerecht anerkannt worden. Im Oktober 2013 wurde die Akkreditierung erstmals durch die neu gegründete deutsche Akkreditierungsstelle für weitere fünf Jahre ausgesprochen und 2017 die Begutachtung für das Reakkreditierungsverfahren erfolgreich absolviert.

Leistungsmanagement und Kostenrechnung

Der zweite Aufgabenschwerpunkt der Teileinheit ist die Kosten- und Leistungsrechnung. Mit dem Start dieses Teilprojekts wurde ein gravierender Wandel in der Kostenrechnung vollzogen. Es wird nun nicht mehr wie in der Vergangenheit die Vollkostenrechnung priorisiert, sondern der Schwerpunkt auf eine relative Einzelkostenrechnung gelegt. Hiermit soll neben der Kostentransparenz auch das Kostenbewusstsein gefördert werden die Kosten- und Leistungsrechnung nach dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit eine Verhaltensorientierung erfolgen. In ihrer Ausgestaltung leitet sich die Kosten- und Leistungsrechnung aus dem Informationsbedarf der Führungsebene ab. Anhand vorgegebener Rechnungszwecke und Rechnungsziele können die gewünschten Daten ermittelt und bereitgestellt werden. Neben der Kosten- und Leistungsrechnung ist die Steuerung des kontinuierlichen Verbesserungsprogramms eine weitere Aufgabe der Teileinheit. In Form eines Vorschlagswesens unter Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird die Qualität der Institutsleistung fortlaufend verbessert und somit das Innovationspotential des Institutes systematisch genutzt.

Veterinärmedizin

Die Abteilung A – Veterinärmedizin umfasst, neben der Abteilungsleitung, die Laborgruppen und Teileinheiten

  • Veterinärmedizinische Lebensmitteluntersuchung,
  • Veterinärmedizinische Mikrobiologie,
  • Parasitologie, Entomologie, Tierhaltung und -behandlung,
  • Nährmedienherstellung, Entsorgung, Sterilisation,
  • sowie die Veterinärmedizinische Lebensmittel- und Trinkwasseruntersuchung Koblenz

Den Schwerpunkt der veterinärmedizinischen Labortätigkeiten bilden Untersuchungen zur Lebensmittelbeschaffenheit und -hygiene. Der räumliche Zuständigkeitsbereich der Überwachungsstelle für öffentlich-rechtliche Aufgaben des Sanitätsdienstes der Bundeswehr Süd entspricht flächenmäßig den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg.

Ein dreistöckiges etwa 100 Meter langes Gebäude mit einer Glasfassade, das von einem Zaun umgeben ist

Das Zentrale Institut des Sanitätsdienstes der Bundeswehr in München, als Teil der Christoph-Probst-Kaserne*

Bundeswehr/Julia Langer

Basierend auf den Prinzipien des gesundheitlichen Verbraucherschutzes muss die Bundeswehr sichere Lebensmittel im Sinne des Lebensmittelrechts zur Verfügung stellten. Dies umfasst sowohl den Schutz der Verbraucher vor gesundheitlichen Gefahren, Irreführung und Täuschung als auch die Pflicht, für die Verpflegungsteilnehmer mikrobiologisch und hygienisch einwandfreie Lebensmittel in den Bundeswehreinrichtungen bereit zu stellen. Den Grundsätzen der risikoorientierenden Lebensmittelüberwachung folgend werden daher in Abstimmung mit den zuständigen Überwachungsbehörden auch regelmäßig Hygienestatuskontrollen in den bundeswehreigenen Einrichtungen durchgeführt.

Ergänzend bearbeitet und begleitet die Abteilung Forschungsprojekte, so dass sich durch dort gewonnene Erkenntnisse über die Verbreitung von Krankheitserregern im Lebensmittelbereich das Untersuchungsspektrum der Abteilung stetig erweitert.

(*Hintergrundinformationen zur Christoph-Probst-Kaserne)

Die Laborgruppen der Abteilung A – Veterinärmedizin

Im Folgenden stellen wir die umfangreichen Untersuchungsmöglichkeiten unserer Laborgruppen der Abteilung A – Veterinärmedizin vor.

Diese Laborgruppe untersucht federführend Lebensmittel tierischer Herkunft auf Übereinstimmung mit den geltenden nationalen und europäischen lebensmittelrechtlichen Bestimmungen. Ebenso prüft sie deren Konformität mit bundeswehrspezifischen, vertraglich festgelegten Vorgaben oder basierend auf übergreifend einschlägigen Rechtsvorgaben.

Ein Mann hält in der einen Hand eine Pipette in der anderen ein Nährboden

Ein Mitarbeiter beimpft ein Nährmedium

Bundeswehr/Julia Langer

Etwa 80 Prozent der jährlichen Planproben sind handelsübliche Erzeugnisse, die in den Verpflegungs- und Betreuungseinrichtungen verarbeitet beziehungsweise in Verpflegungslagern der Bundeswehr angeboten werden. Dazu gehören auch Lebensmittel des Einsatzvorrats sowie Frischverpflegung für die Einsätze der Bundeswehr. Wie viele Proben entnommen werden, wird anhand einer jährlichen Berechnungsmatrix festgelegt.

Die Teams entnehmen Proben in den bundeswehreigenen Einrichtungen und Liegenschaften im Rahmen der amtlichen Probenahme. Neben amtlichen Proben prüft die Abteilung auch regelmäßig Angebots- und Fertigungsmuster von Lebensmitteln, das heißt Produkte, die speziell im Auftrag der Bundeswehr von zivilen Herstellern produziert werden. Die Kriterien sind hier Rechtskonformität und Qualität.

Nachfolgend werden einige Untersuchungsverfahren beschrieben, die für die Begutachtung von Lebensmittelproben etabliert sind.

Tierärztinnen und Tierärzte sowie Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemiker unterziehen die Lebensmittelproben sensorischen Untersuchungen. Hierbei werden unter anderem Aussehen, Geruch, Geschmack und Konsistenz des Lebensmittels beurteilt und bei festgestellten Abweichungen sowie, falls erforderlich, sofortige weitere Untersuchungen, wie zum Beispiel eine Koch- beziehungsweise Bratprobe, angeschlossen. Gleichzeitig wird im Rahmen der Sensorik auch die ordnungsgemäße Kennzeichnung des Lebensmittels entsprechend den einschlägigen Rechtsvorgaben überprüft.

Histologische Untersuchungen ermöglichen die Prüfung der geweblich-substanziellen Zusammensetzung von Erzeugnissen. Mithilfe von speziell angefertigten histologischen Schnitten und Färbetechniken können so unter anderem die bei der Herstellung von Fleisch- und Wurstwaren verwendeten Ausgangsmaterialien bestimmt und spezifische Gewebearten anhand einer präparativ-gravimetrischen Methode mengenmäßig erfasst werden.

Zum Nachweis der bei der Produktion von Lebensmitteln verwendeten Rohstoffe und Ausgangsmaterialien werden sowohl enzymimmunologische als auch molekularbiologische Untersuchungsverfahren eingesetzt. Dabei wird überprüft, ob die in der Zutatenliste des Lebensmittels angegebenen Bestandteile, zum Beispiel Rindfleisch in Fleischerzeugnissen, auch tatsächlich bei der Herstellung des Lebensmittels verwendet und die in den Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuches festgelegten Rezepturen eingehalten wurden.

Auch die An- beziehungsweise Abwesenheit von deklarationspflichtigen Allergenen kann so laborgestützt überprüft werden, da bestimmte Stoffe, die bei empfindlichen Verbrauchern zu Lebensmittelallergien führen können, bei der Herstellung von Lebensmitteln nur unter Kenntlichmachung auf dem Lebensmitteletikett verwendet werden dürfen.

Ein Mann im Kittel arbeitet durch eine Scheibe in einem Isolierten Kasten an einer Probe

Ein Mitarbeiter beimpft Nährmedien im Isolator

Bundeswehr/Juia Langer

Der Nachweis von allergenen Zutaten wie zum Beispiel Soja, Sellerie oder Senf erfolgt über ein molekularbiologisches PCR-Verfahren; hierbei werden kleinste Mengen genetischen Materials, wie beispielsweise DNA oder Nukleinsäuren im Reagenzglas in kürzester Zeit millionenfach vermehrt und dadurch einer Analyse zugänglich gemacht. Milchbestandteile, Gluten und Eiklarproteine werden dagegen mithilfe einer enzymimmunologischen Methode nachgewiesen.

Auch andere bei der Reifung von Lebensmitteln entstehende und allergieauslösende Bestandteile beziehungsweise Stoffe, sogenannte biogene Amine, zum Beispiel Histamin in Fisch, sowie Antibiotikarückstände können mittels der oben dargestellten Verfahren sicher in Lebensmitteln nachgewiesen werden.

Ein Mann im Kittel arbeitet durch eine Scheibe in einem Isolierten Kasten an einer Probe

Ein Mitarbeiter beimpft Nährmedien im Isolator

Bundeswehr/Juia Langer

Der Nachweis von allergenen Zutaten wie zum Beispiel Soja, Sellerie oder Senf erfolgt über ein molekularbiologisches PCR-Verfahren; hierbei werden kleinste Mengen genetischen Materials, wie beispielsweise DNA oder Nukleinsäuren im Reagenzglas in kürzester Zeit millionenfach vermehrt und dadurch einer Analyse zugänglich gemacht. Milchbestandteile, Gluten und Eiklarproteine werden dagegen mithilfe einer enzymimmunologischen Methode nachgewiesen.

Auch andere bei der Reifung von Lebensmitteln entstehende und allergieauslösende Bestandteile beziehungsweise Stoffe, sogenannte biogene Amine, zum Beispiel Histamin in Fisch, sowie Antibiotikarückstände können mittels der oben dargestellten Verfahren sicher in Lebensmitteln nachgewiesen werden.

Die Laborgruppe führt sämtliche mikrobiologischen Untersuchungen am Institut an unterschiedlichen Probenmatrizes wie zum Beispiel Trink-, Bade-, Brauch- und sonstigen Wasserproben, Lebensmitteln, Bedarfsgegenständen, Arzneimitteln, Medizinprodukten und Tierproben durch. Die mikrobiologische Untersuchung zielt dabei – neben der Erfassung der produkttypischen Keimflora – in erster Linie auf den Nachweis von krankmachenden Mikroorganismen wie beispielsweise Salmonellen oder Listeria monocytogenes sowie den Nachweis von mikrobiellen Verderbniserregern ab. Dabei kommen sowohl konventionelle mikrobiologisch-kulturelle Verfahren als auch in zunehmendem Umfang molekularbiologische Verfahren wie die PCR beziehungsweise hochtechnisierte apparative Untersuchungsmethoden wie das MALDI-TOF-Verfahren zum Einsatz. Hierbei ionisiert man den Analyten mittels Laserbeschuss über eine Matrix. Die Beschleunigung der entstandenen Ionen in einem elektrischen Feld wird dann massenspektrometrisch erfasst.

Ein Schrank der mit zwei Computern verbunden ist

Ein MALDI-TOF (Matrix Assistierte Laser Desorption Ionisierung mit der Flugzeitanalyse, im englischen time of flight) zur Identifizierung von Mikroorganismen

Bundeswehr/Julia Langer

Bei epidemiologischen Erhebungen werden überdies zur Feintypisierung von Bakterienisolaten, beispielsweise bei der Aufklärung von Infektketten bei Gruppenerkrankungen, auch andere hochmoderne Untersuchungsverfahren wie die Pulsfeld-Gelelektrophorese eingesetzt. Auch werden Lebensmittelproben regelmäßig auf Abwesenheit von gesundheitsschädlichen Stoffwechselprodukten der Mikroorganismen, wie zum Beispiel bakterielle Toxine getestet. Denn ein Lebensmittel gilt im Sinne des Lebensmittelrechts auch dann bereits als nicht sicher, wenn es aufgrund einer Kontamination mit potentiellen Toxinbildnern als gesundheitsschädlich einzustufen ist.

Besonders gefordert ist die Laborgruppe bei Verdachtsfällen von lebensmittelbedingten Erkrankungen in der Bundeswehr. Zur Aufklärung solcher Krankheitsausbrüche wird ein besonders breites Spektrum an mikrobiologischen Untersuchungen entlang der gesamten Lebensmittelkette veranlasst und durchgeführt. Dabei werden unter anderem auch die Umgebungskontrollen und Lebensmittelrückstellproben aus den betroffenen Einrichtungen eingehend auf mögliche lebensmittelassoziierte Krankheitserreger untersucht. In zunehmenden Maße kommen hierbei standardmäßig auch molekularbiologische Verfahren, zum Beispiel zum Nachweis von Norovirus, einem der häufigsten Verursacher nicht-bakteriell bedingter Gastroneteritiden, zum Einsatz.

In einem Labor wird eine Probe auf einen Nährboden aufgebracht

Vorbereitung einer mikrobiologischen Prüfung

Bundeswehr/Julia Langer

Der Umfang der mikrobiologischen Wasseruntersuchung richtet sich nach den Vorgaben der Trinkwasserverordnung und beinhaltet neben dem Nachweis Hygieneindikatorkeimen auch die Untersuchung auf pathogene Keime wie zum Beispiel Pseudomonas aeruginosa und Legionella pneumophila.

Auch Ausgangsstoffe zur Herstellung von Arzneimitteln und Medizinprodukten sowie Qualitätskontrollproben aus der bundeswehreigenen Arzneimittelproduktion werden in der Abteilung regelmäßig gemäß den einschlägigen Rechtsvorgaben, zum Beispiel nach den Vorschriften des Europäischen Arzneibuchs, untersucht. Zum Zweck der Überprüfung der Einhaltung dort festgelegter mikrobiologischer Produktstandards werden hier zum Beispiel Sterilitätsuntersuchungen beziehungsweise Untersuchungen zur Keimbelastung von nicht sterilen Arzneimitteln durchgeführt.

Auf Grundlage der Prinzipien einer risikoorientierten Überwachung werden ferner zur Überprüfung der Hygiene den bundeswehreigenen Verpflegungs- und Betreuungseinrichtungen regelmäßig auch Proben von zubereiteter Verpflegung beziehungsweise Hygienestatusproben in Form von Abklatsch– und Tupferproben von Arbeitsflächen von Arbeitsflächen und Bedarfsgegenständen durch mobile Probenahmeteams der Abteilung entnommen und anschließend im Labor untersucht. Mittels des sogenannten RODAC-Abklatschverfahrens kann so die mikrobielle Keimbelastung von Oberflächen bestimmt und die Betriebshygiene beurteilt werden.

Durch die Laborgruppe werden alle Nährmedien, die vorwiegend bei mikrobiologischen Untersuchungen der Abteilung Veterinärmedizin zum Einsatz kommen, produziert und bereitgestellt. Hierzu verfügt diese Laborgruppe über eine Auswahl von über 100 verschiedenen Nährmedien-Rezepturen, die zum Teil kommerziell nicht erhältlich sind. Auch Untersuchungslabore in den Auslandseinsätzen der Bundeswehr sowie die Abteilung Mikrobiologie des Bundeswehrkrankhaus Ulm werden regelmäßig durch die Laborgruppe mit Nährmedien versorgt und beliefert. Der institutseigene Schafbestand liefert dabei das erforderliche Frischblut zur Herstellung schafbluthaltiger Nährmedien und gewährleistet damit die Eigenversorgung und ständige Einsatzbereitschaft der Bundeswehrlaboratorien auch in Krisenlagen beziehungsweise bei Versorgungsengpässen.

Mehrere Erlenmeierkolben die mit einer brauen Flüssigkeit gefüllt sind und auf Heizplatten stehen

Die Laborgruppe stellt Nährmedien, die vorwiegend für mikrobiologische Untersuchungen der Abteilung Veterinärmedizin her

Bundeswehr/Julia Langer


Ein Mann im Kittel untersucht etwas mit einem Mikroskop

Der Prüfleiter untersucht eine Gewebeprobe unter dem Mikroskop

Bundeswehr/Julia Langer

Die Laborgruppe Pathologie, Parasitologie, Tierhaltung und -behandlung dient als wichtiger Stützpfeiler in der tierärztlichen Betreuung und Behandlung von Diensttieren. Unter anderem werden spezialisierte Diensthunde wie zum Beispiel Rauschgift- oder Kampfmittelspürhunde hier tierärztlich behandelt. Neben vorbeugenden Maßnahmen wie Impfungen werden auch kleinere chirurgische Eingriffe durchgeführt. Darüber hinaus senden die diensttierhaltenden Einheiten halbjährlich Kotproben der Diensthunde und Tragtiere zur mikrobiologischen und parasitologischen Untersuchung ein.

Ein Stall in dem viele Schafe stehen

Schafe warten auf ihre Behandlung durch die Tierärztin beziehungsweise den Tierarzt

Bundeswehr/Julia Langer


Die Laborgruppe führt schwerpunktmäßig Untersuchungen zur Lebensmittelhygiene und -beschaffenheit im regionalen Zuständigkeitsbereich der Überwachungsstelle für öffentlich-rechtliche Aufgaben des Sanitätsdienstes der Bundeswehr West mit den Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Saarland durch.

In der Teileinheit Kulturmedien, Herstellung, Sterilisation werden neben der Produktion für die eigenen Laboruntersuchungen auch hier Nährmedien für die Abteilung XXI, Medizinische Mikrobiologie, des Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz produziert. Im Bereich der Veterinärmedizinischen Lebensmitteluntersuchung werden Lebensmittel mit einem Methodenspektrum analog zu den am Standort Garching etablierten Verfahren untersucht.

Das wesentliche Aufgabenspektrum der Laborgruppe am Standort Koblenz erstreckt sich, ebenso wie bei der entsprechenden Teileinheit in Garching, auf die mikrobiologische Untersuchung von Wasser-, Lebensmittel- und Bedarfsgegenständeproben Die Laborgruppe verfügt über ein entsprechendes Fähigkeitsspektrum, das die Wahrnehmung der veterinärmedizinischen Routineuntersuchungen der im regionalen Zuständigkeitsbereich anfallenden Plan-, Verdachts- und Verfolgsproben von Wasser, Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen ermöglicht. Ein weiterer Schwerpunkt besteht in der einsatzvorbereitenden Ausbildung und Inübunghaltung von Fachpersonal.

Die Laborgruppe in der Außenstelle Koblenz verfügt zusätzlich über die Fähigkeit zur chemisch-technischen Untersuchung. In diesem Zusammenhang und sofern mikrobiologische Untersuchungen erforderlich sind werden hier Prüfungen von militärspezifischen Produkten wie beispielsweise von Bekleidung und Ausrüstungsgegenständen durchgeführt.

Lebensmittel- und Ökochemie

Die Abteilung B, Lebensmittel- und Ökochemie, verfügt über die Laborgruppen für

  • Lebensmittelchemie,
  • Trinkwasser-, Ökochemie,
  • Zentrale Dienste,
  • Zentrale Methodenentwicklung, Novel Food,
  • Radiochemie, Kernstrahlenmesstechnik,

sowie in der Außenstelle Koblenz über die Teileinheiten:

  • Lebensmittel- und Ökochemie
  • Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Trinkwasseruntersuchung,

und am Standort Munster über die Laborgruppe

  • Chemie der Gifte/ Kampfstoffanalytik.

Diese Laborgruppen sind infrastrukturell, materiell und personell darauf ausgerichtet, die umfassende Bearbeitung eines breiten Spektrums analytischer Aufgabenstellungen zu gewährleisten. Die qualitätsgesicherten Methoden umfassen ein breites Spektrum, beginnend bei sensorischen Untersuchungen bis hin zum komplexen Nachweis und der Bestimmung von toxikologisch relevanten Rückständen und Kontaminanten im Ultraspurenbereich mit chemisch-physikalischen Hochleistungsverfahren.

Spezielle Fähigkeiten stehen mit der mobilen lebensmittel- und ökochemischen Analytik in einem Laborcontainer und den Analysemöglichkeiten für potenzielle Kontaminationen unter anderem von Lebensmitteln und Trinkwasser mit Radionukliden und möglichen C-Kampfstoffen zur Verfügung.

Die Abteilung setzt dabei auf das Wissen studierter Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemiker ebenso wie auf das Chemisch-technischer Assistentinnen und Assistenten. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten in nationalen und internationalen Fach- und Expertengremien mit und entwickeln ihre Fach- und Beratungskompetenz durch Fort- und Weiterbildung sowie in Zusammenarbeit mit Hochschulen weiter.

Die Laborgruppen der Abteilung B – Lebensmittel- und Ökochemie

Im Folgenden stellen wir die umfangreichen Untersuchungsmöglichkeiten unserer Laborgruppen der Abteilung B – Lebensmittel- und Ökochemie vor, von denen zwei ihren Sitz an den Standorten Koblenz und Munster haben.

Die Kontrolle, Begutachtung und Überprüfung der Qualität, Sicherheit und Unbedenklichkeit von Lebensmitteln, kosmetischen Mitteln und Bedarfsgegenständen im Bereich der Bundeswehr ist die Hauptaufgabe dieser Laborgruppe. Die dazu erforderlichen Untersuchungen werden überwiegend in den Teileinheiten Lebensmittel- und Bedarfsgegenständeuntersuchung sowie Rückstands- und Toxinanalytik durchgeführt. Die analytischen Fähigkeiten der Teileinheiten Ökochemische Untersuchung und Zentrale Apparative Analytik sind bei besonders schwierigen oder aufwändigen spurenanalytischen Untersuchungen von essenzieller Bedeutung.

Lebensmitteluntersuchung

Die Teileinheit Lebensmitteluntersuchung legt in der Regel nach der sensorischen Prüfung der Untersuchungsumfang für die Proben fest. Neben dem Schutz vor Täuschung kommt bei den Untersuchungen dem vorbeugenden Gesundheitsschutz eine besondere Bedeutung zu. Das heißt: mögliche Gefahren in einem Lebensmittel sollen frühzeitig auch mit analytischen Methoden festgestellt werden. Ein geschärftes Verbraucher- und Umweltbewusstsein hat dazu geführt, dass Lebensmittel hohen Erwartungen gerecht werden müssen. Sie sollen ernährungsphysiologisch wertvoll und ausgewogen, nachhaltig erzeugt und, so weit als möglich, frei von unerwünschten Stoffen sein und zudem ansprechend aussehen und gut schmecken.

Ein Mann in weißen Kittel mit Handschuhen und Brille arbeitet an einer Laborapperatur

Untersuchungsvorbereitung im Lebensmittellabor

Bundeswehr/Julia Langer

Zu den routinemäßig durchgeführten Aufgaben zählen die auch weiterhin wichtigen Bestimmungen der stofflichen Zusammensetzung von Lebensmitteln, wie zum Beispiel Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate, Wasser. Darüber hinaus werden analytische Prüfungen auf potenziell gesundheitsschädliche Stoffe wie Toxine, Allergene, Rückstände aus der landwirtschaftlichen Produktion wie Pestizide, Tierarzneimittel oder Nitrat, umweltrelevante Kontaminanten wie polychlorierte Biphenyle, Schwermetalle, Lösungsmittel und Radionuklide, sowie Verderbsparameter wie zum Beispiel Histamin durchgeführt.

Ein weiteres Tätigkeitsfeld sind Untersuchungen darauf, ob bei der Herstellung von an die Bundeswehr gelieferten Lebensmitteln gentechnisch veränderte Zutaten wie zum Beispiel Gen-Mais, verwendet wurden. Das Spektrum dieser Untersuchungen wird kontinuierlich erweitert und ist für die Lebensmitteluntersuchung in der Bundeswehr am hiesigen Institut zentralisiert.

Rückstands-und Toxinanalytik

Das Labor der Teileinheit für Rückstands- und Toxinanalytik führt den Nachweis und bestimmt Tierarzneimittelrückstände und Schimmelpilzgifte in Lebensmitteln. Bei den Tierarzneimitteln kommt der Gruppe der Antibiotika und Chemotherapeutika die größte Bedeutung zu. Sie können in Lebensmitteln tierischen Ursprungs, wie Fleisch, Fisch, Milch und Eiern, meist nur nach aufwändigen Probenvorbereitungen mit modernen apparativen Analysetechniken nachgewiesen und quantifiziert werden. Schimmelpilzgifte können als toxische Stoffwechselprodukte in einer großen Anzahl unterschiedlicher Verbindungen in die Nahrungskette gelangen. Sie sind auch noch in kleinsten Mengen giftig und für einen erheblichen Teil der Lebensmittelvergiftungen verantwortlich.

Ein Chemisch-technischer Assisten bedient ein Laborgerät

Vorbereitung eines Gerätes für die Untersuchung von Lebensmitteln

Bundeswehr/Julia Langer

Deshalb sind Untersuchung und Nachweis besonders wichtig. Sie kommen häufig in Lebensmitteln pflanzlichen Ursprungs vor. Durch Eintrag ins Futtermittel können aber zum Beispiel auch Milch und die daraus produzierten Lebensmittel belastet sein. Wichtige Vertreter sind die Aflatoxine, Zearalenone, Trichothecene, Fumonisine, Ochratoxin A und Patulin. Die Analytik der Schimmelpilzgifte erfolgt unter anderem mit immunochemischen Verfahren. Andere moderne Verfahren wie Hochleistungsflüssigchromatographie oder Gaschromatographie und Massenspektrometrie setzen vor der Analyse umfangreiche Aufbereitungs- und Anreicherungsschritte voraus, sind aber sehr spezifisch und genau. Wegen der besonderen Toxizität der Substanzen werden alle Laborarbeiten mit hohen Sicherheitsstandards in Speziallaboratorien durchgeführt.

Die Laborgruppe Trinkwasser, Ökochemie gliedert sich in die Teileinheiten

  • Chemische Trinkwasseruntersuchung,
  • Ökochemische Untersuchung, und
  • Chemisch-toxikologische Untersuchung.

Chemische Trinkwasseruntersuchung

In dieser Teileinheit wird das Trinkwasser aus Einrichtungen und Liegenschaften der Bundeswehr in Bayern und Baden-Württemberg und, sofern die Untersuchungen nicht dort durchgeführt werden können, aus den Einsatzgebieten untersucht und begutachtet. Bereits die Wasserprobenahme ist wichtiger Teil der Untersuchungen, da Fehler bei der Probenahme das spätere Analysenergebnis verfälschen können. Trinkwasserproben werden daher von besonders geschultem Personal der Laborgruppe entnommen. Bei der Probenahme werden an den Probenahmestellen die örtlichen Gegebenheiten sowie bei Wasserversorgungsanlagen die technischen Bedingungen beurteilt, erste Untersuchungen auf sogenannte Vor-Ort-Parameter durchgeführt und Proben, falls erforderlich, für die Untersuchung im Labor stabilisiert. Dort werden die Proben auf technische, qualitätsbestimmende und gesundheitsrelevante Parameter untersucht. Hierzu zählen mögliche anorganische Inhaltsstoffe wie Calcium und Magnesium oder Verunreinigungen des Wassers durch Nitrat, Nitrit oder Schwermetalle, sowie organische Parameter wie Pestizide oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Die Untersuchungen werden teils mit klassischen chemischen, überwiegend jedoch mit modernen instrumentellen Verfahren wie zum Beispiel Gas- und Hochleistungsflüssigchromatographie durchgeführt.

Ökochemische Untersuchung

Die Teileinheit untersucht Wasserproben, Trink-, Roh-, Badebecken- und technische Wässer, aber auch Lebensmittel und Arzneimittelproben sowie deren Ausgangsstoffe im Schwerpunkt auf anorganische Verunreinigungen. Dazu stehen dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik entsprechende Analysenverfahren wie die Ionenchromatographie (IC), die Atomabsorptions-spektrometrie (AAS) und die induktiv gekoppelte Plasma–Massenspektrometrie (ICP-MS) zur Verfügung. Mit der ICP-MS können Isotope eines Elements selektiv bestimmt werden, so dass in der Teileinheit zum Beispiel abgereichertes Uran, das in der Umwelt nicht natürlich vorkommt und somit als Verunreinigung anzusehen ist, nachgewiesen werden kann.

Chemisch-toxikologische Untersuchung

Dass das Institut durchaus Untersuchungen mit hoher forensischer Relevanz durchführen kann, beweist die hoch präzise Arbeit der Teileinheit Chemisch-toxikologische Untersuchung. Hier können neben Urinproben auch verdächtige Gegenstände oder Substanzen auf klassische Suchtstoffe, wie zum Beispiel Haschisch, und auf missbräuchlich als Suchtmittel verwendete Arzneimitteln hin untersucht werden. Insbesondere die Bundeswehrkrankenhäuser und die regionalen Sanitätseinrichtungen werden mit diesem Drogenscreening bei der Erkennung eines möglichen Drogen- oder Arzneimittelmissbrauchs unterstützt.

Zentrale Apparative Analytik und Medien

Diese Teileinheit ist das Herzstück der Laborgruppe Zentrale Dienste, ihr obliegt einerseits die komplexe und aufwändige Untersuchung von Lebensmitteln, Wasser und Arzneimitteln für das gesamte Institut und andererseits die Entwicklung, Validierung und Implementierung neuer Untersuchungsverfahren in der Abteilung B.

Hier werden Lebensmittel tierischen und pflanzlichen Ursprungs sowohl auf Pflanzenschutzmittelrückstände wie Fungizide, Insektizide, Herbizide als auch auf Kontaminanten wie polychlorierte Biphenyle oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe untersucht.

Auf eine Glasscheibe ist eine chemische Formel gezeichnet

Die chemische Formel eines Konservierungsstoffes

Bundeswehr/Julia Langer

Auch auf mögliche Reaktionsprodukte aus der Lebensmittelverarbeitung wie zum Beispiel Acrylamid, können diese geprüft werden. Zu den Aufgaben zählt zudem die wichtige Absicherung von immunochemischen Befunden zu Tierarzneimittelrückständen. Die Laborgruppe ist mit modernsten und innovativen Analysensystemen ausgestattet. Hochleistungsflüssigchromatographie (HPLC) und Gaschromatographie (GC) mit mehreren unterschiedlichen Detektionssystemen wie Massenspektrometrie (MS) oder elementspezifischen Detektoren wie zum Beispiel für stickstoff– oder phosphorhaltige Verbindungen, kommen hier zur Anwendung.

Bei den mit der HPLC gekoppelten Massenspektrometern werden ausschließlich Tandemgeräte eingesetzt Neben dem sehr empfindlichen Triple-Quadrupol-MS verfügt die Laborgruppe seit 2015 mit dem hochauflösenden q-TOF-MS über die Fähigkeit zur Erkennung von Stoffen in Trinkwasser und Lebensmitteln, die nicht gezielt zum festgelegten Untersuchungsumfang gehören.

Die Kopplung der GC mit der Massenspektrometrie erfolgt bisher ausschließlich über einfache sogenannte Single-Quadrupol-Systeme, also Massenspektrometer, dessen Analysator ein elektrischer Quadrupol ist. Die Ionen werden zunächst durch ein statisches elektrisches Feld beschleunigt und fliegen dann entlang der Achse zwischen vier parallel liegenden Stabelektroden, deren Schnittpunkte mit einer Ebene senkrecht zur Zylinderachse ein Quadrat bilden. Im Wechselfeld zwischen den Quadrupol-Stäben kann durch Selektierung jeweils nur Teilchen mit einem bestimmten Verhältnis ihrer Masse zur Ladung das Feld durchlaufen. Die Ionen treffen in einem Detektor mit Messverstärker auf, der den Ionenstrom misst und von der Software des angeschlossenen Computers zur Zählrate beziehungsweise zum Partialdruck umgerechnet wird. Die Vorzüge dieser Technik insbesondere bei der Identifizierung von Substanzen werden in der Laborgruppe unter anderem durch die Nutzung spezieller Techniken bei der Probenzufuhr, wie zum Beispiel die lösemittelfreie Extraktion mit anschließender Thermodesorption, im Englischen stir-bar sorptive extraction genannt, optimal genutzt. Die Analyten werden dabei so stark angereichert, dass die Aufnahme vollständiger Massenspektren und der nachfolgende Abgleich mit speziellen Datenbanken möglich ist. Diese Techniken liefern insbesondere bei der Rückstandsuntersuchung von Obst und Gemüse aus dem Auslandseinsatz wichtige Ergebnisse für die gesundheitliche Bewertung dieser Produkte mit weltweiter Herkunft. Die Medienversorgung mit technischen Gasen, Reinstwasser und speziell gereinigten Säuren spielt eine wichtige Rolle für den laufenden Laborbetrieb im Institut. Auch das regelmäßige und rückstandsfreie Reinigen von Laborgeräten sowie die Entsorgung von Chemikalien- und Reagenzienresten sind für den qualitätsgesicherten Betrieb von grundlegender Bedeutung und werden von der Teileinheit für das gesamte Institut durchgeführt.

Aufgabe dieser Laborgruppe ist es, Personal für den Einsatz zu qualifizieren, in Übung zu halten, die etablierten Untersuchungsmethoden und die Qualität der Untersuchungen kontinuierlich weiter zu entwickeln sowie die Einsatzlaboratorien fachlich zu beraten und bei Fragen zu Technik oder zum Qualitätsmanagement zu unterstützen.

Eine Laborantin arbeitet an einem Rotationsverdampfer

Eindampfung einer Untersuchungsflüssigkeit

Bundeswehr/Julia Langer

Für Auslandseinsätze verfügt der Sanitätsdienst über modular aufgebaute, verlegbare Lazarette, zu denen die Lebensmittel- und Ökochemischen Laborcontainer lageabhängig als fester Bestandteil gehören. Diese sind mit modernen Analysegeräten ausgestattet und verfügen über eine Auswahl standardisierter Untersuchungsvorschriften. Mehrmals jährlich werden Trainings durchgeführt. Ziel ist es, in praktischen und theoretischen Anteilen Kenntnisse über die instrumentelle Analytik, zu Rechtsgrundlagen und über die Organisationstruktur der modularen Sanitätseinrichtungen zu vermitteln.

Ein Laborant arbeit an einem Kolben am Rotationsverdampfer

Präzise Handarbeit ist gefordert

Bundeswehr/Julia Langer

Damit wird in komprimierter und übersichtlicher Form die Basis für den Umgang und den Einsatz des Laborcontainers Lebensmittel- und Ökochemie geschaffen. Nach der Teilnahme am vierwöchigen Basistraining dienen weitere Refreshertrainings der Aktualisierung der Kenntnisse zu Methoden und Analysengeräten, Änderungen in der Bedienung neuer Geräte sowie dem Kompetenzerhalt des Containerpersonals. Damit in den Einsatzländern neu auftretende Fragestellungen zur gesundheitlichen Beurteilung von Lebensmitteln, Wasser und Umweltbedingungen bearbeitet werden können, findet eine ständige Weiterentwicklung vorhandener Methoden beziehungsweise die Etablierung neuer Verfahren statt. Unterstützt werden die stationären lebensmittelchemischen Labore in verschiedenen Auslandeinsätzen in fachlichen Fragestellungen zu analytischen Problemen sowie materiell bei der Instandhaltung und dem Austausch von Analysengeräten oder Teilen davon.

Radioaktive Stoffe können plötzlich und unvorhergesehen durch Unglücksfälle wie in Tschernobyl oder Fukushima, durch den Einsatz von Kernwaffen oder auf anderem Wege freigesetzt werden und in der Folge in unser Trinkwasser und in Lebensmittel gelangen. In der Laborgruppe Radiochemie, Kernstrahlenmesstechnik werden Trinkwasser und Lebensmittel deshalb auf ihren Gehalt an Spuren von radioaktiven Stoffen untersucht. Die Untersuchung auf Gammastrahler erfolgt mittels Gammaspektrometrie, ein Multiisotopenmessverfahren, das die gleichzeitige Identifizierung und Quantifizierung sämtlicher Gammastrahler in einer Probe ermöglicht.

Eine Hand hält ein Reagenzglas und tropft mit einer Pipette eine rote Flüssigkeit hinein

Nachweisreaktion: Farbumschlag in Flüssigkeit

Bundeswehr/Julia Langer

Bei den Alpha- und Betastrahlern können die Radionuklide nur einzeln gemessen werden, dazu muss jedes interessierende Radionuklid jeweils vor der Messung quantitativ radiochemisch aus der Probe isoliert werden. Die Messergebnisse werden in einer institutsinternen Datenbank archiviert.

Messstelle IMIS

Seit 2007 trägt die Teileinheit auch in die Datenbank des Integrierten Mess- und Informationssystems des Bundes und der Länder zur Überwachung der Umweltradioaktivität Messergebnisse von Trinkwasser- und Lebensmittelproben ein. In Lehrgängen werden Soldatinnen und Soldaten mit den Radioaktivitätsmessgeräten vertraut gemacht, so dass sie in der Lage sind, Kontaminationen von Lebensmitteln mit radioaktiven Stoffen schnell und sicher zu erkennen.

Zu den weiteren Aufgaben dieser Laborgruppe gehört die Entwicklung und Erprobung alternativer physikalischer, beziehungsweise radiochemischer Methoden zur schnellen Kontaminationsanalyse von Trinkwasser und Lebensmitteln. Dabei stehen verschiedene Radionuklide im Fokus.

Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Trinkwasseruntersuchung

Diese Laborgruppe in der Außenstelle Koblenz führt korrespondierend zu den Untersuchungen der Laborgruppe Veterinärmedizin die erforderlichen lebensmittelchemischen Untersuchungen im regionalen Zuständigkeitsbereich von anfallenden Plan-, Verdachts- und Verfolgsproben durch. Der auf den Kernauftrag angepasste Personalkörper hat neben der einsatzvorbereitenden Ausbildung und Inübunghaltung von Fachpersonal die Untersuchung von Wasser, Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen als Schwerpunkt.

In der Abteilung B der Außenstelle ist eine zusätzliche und im Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr einmalige Fähigkeit abgebildet. Das Aufgabengebiet der Teileinheit ist die sensorische, physikalische und chemische Untersuchung von Bedarfsgegenständen, das heißt von Gegenständen, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln, Verpackungen, Geschirr oder dem Körper und der Kleidung in Kontakt zu kommen. Ein Schwerpunkt der Tätigkeit liegt in der Untersuchung und Beurteilung von Verpackungsmaterialien von Lebensmitteln, weil aus ihnen Substanzen in das verpackte Lebensmittel migrieren und so bei der Nahrungsaufnahme in den menschlichen Körper gelangen können. Andererseits sollen diese Materialien die Lebensmittel aber auch schützen. Somit ist auch zu prüfen, inwieweit die Verpackung hierzu geeignet ist. Mit modernen Verfahren wie Infrarotspektroskopie, Gas- und Flüssigchromatographie werden diese Materialien identifiziert und charakterisiert. Diesen Untersuchungen können sich weitere Tests, zum Beispiel die Bestimmung des Restgehaltes technisch unvermeidbarer Produktionsrückstände oder der spezifischen Migration von Einzelsubstanzen, anschließen.

Darüber hinaus bearbeiten zwei weitere Teileinheiten in Koblenz spezielle bundeswehrrelevante Fragestellungen im Hinblick auf die Einsatzverpflegung und die Ausrüstung der Soldatinnen und Soldaten. Diese Fähigkeiten gibt es in der Institutslandschaft nur einmal. So werden in der Teileinheit Lebensmitteltechnologie Projekte zur Optimierung und Weiterentwicklung der Einsatzverpflegung zum Beispiel hinsichtlich der Haltbarkeit durchgeführt.

Die Teileinheit Chemisch-technische Untersuchung hat ihren Schwerpunkt auf der Untersuchung von Uniformteilen und anderen Ausrüstungsgegenständen auf das Vorhandensein, beziehungsweise die Freisetzung von Schadstoffen, wie zum Beispiel Chrom in Leder oder Aluminium in Geschirr.

Die in besonders ausgerüsteten Laborräumen im niedersächsischen Munster untergebrachte Laborgruppe entwickelt Verfahren zur toxikologischen Untersuchung von Lebensmitteln und Trinkwasser und untersucht Proben davon, sofern der Verdacht einer Verunreinigung mit chemischen Giften besteht. Die Gifte können zum Beispiel durch Unfälle, durch Umweltverschmutzungen oder durch Sabotage in unser Trinkwasser und andere Lebensmittel gelangen. Zur Erkennung und Beurteilung möglicher Gefahren werden spezielle Untersuchungsmethoden entwickelt und für Ausbildungszwecke sowie für die in den mobilen Laboreinrichtungen Lebensmittel-und Ökochemie tätigen Sanitätsoffiziere in den Einsatzländern zusammengestellt. Zur Identifizierung und Quantifizierung der toxischen Verbindungen und ihrer Abbauprodukte ist die Laborgruppe mit modernsten Geräten ausgestattet, wie Gaschromatographen mit Massenspektrometer, Hochleistungsflüssigchromatographen, Infrarotspektrometer und UV/VIS-Photometer, bei dem ein zur optischen Molekülspektroskopie gehörendes spektroskopisches Verfahren, das elektromagnetische Wellen des ultravioletten und des sichtbaren Lichts verwendet wird.

Im Labor kommen überwiegend chemische, physikalisch-chemische und enzymatische Untersuchungsmethoden zur Anwendung. Zur schnellen Erkennung der Gefahren vor Ort werden von der Laborgruppe entwickelte Schnelltests verwendet und für die Einsätze bereitgehalten.

Sanitätsoffiziere Apotheker und Lebensmittelchemiker sowie Assistenzpersonal der Zentralen Institute des Sanitätsdienstes der Bundeswehr werden regelmäßig in speziellen chemisch-analytischen Untersuchungsmethoden auf ihre jeweiligen Aufgaben im Einsatzvorbereitet.

Pharmazie

Die Abteilung C Pharmazie besteht neben der Abteilungsleitung aus den Laborgruppen:

  • Arzneimitteluntersuchung,
  • Pharmazeutische Forschung und Entwicklung, und
  • Medizinprodukteuntersuchung.

Die Untersuchung von Arzneimitteln und Medizinprodukten in der Bundeswehr ist am Münchner Institut zentralisiert. Die Abteilung Pharmazie nimmt alle Aufgaben wahr, die sich mit der Untersuchung und Begutachtung von Arzneimitteln und Medizinprodukten sowie der anwendungsbezogenen pharmazeutischen Forschung und Entwicklung beschäftigen. Als Arzneimitteluntersuchungsstelle der Bundeswehr ist die Abteilung Pharmazie Mitglied im Europäischen Netzwerk der offiziellen Arzneimittelkontrolllaboratorien, General European Official Medicines Control Laboratory Network (GEON). Darüber hinaus ist die pharmazeutische Abteilung in der Expertenfachgruppe Arzneimitteluntersuchung der Zentralstelle der Länder für Gesundheitsschutz bei Arzneimitteln und Medizinprodukten vertreten.

Die Laborgruppen der Abteilung C – Pharmazie

Im Folgenden stellen wir die umfangreichen Untersuchungsmöglichkeiten unserer Laborgruppen der Abteilung C – Pharmazie vor, die alle ihren Sitz am Standort Garching haben.

In dieser Laborgruppe werden Arzneimittel des Einsatzvorrates, amtlich entnommene Überwachungsproben, Proben aus der pharmazeutischen Herstellung und aus dem Auslandseinsatz eingeschickt und auf ihre pharmazeutische Qualität geprüft. Dies umfasst in erster Linie Untersuchungen zur Bestimmung von Identität, Reinheit und Wirkstoffgehalt. Darüber hinaus werden zum Beispiel technologische Untersuchungen, wie die Freisetzung der Wirkstoffe aus der Arzneiform durchgeführt, die Bruchfestigkeit von Tabletten ermittelt oder die Funktionsfähigkeit von Autoinjektoren geprüft.

Eine Frau sitzt in einem Labor vor einer kleinen lektronischen Waage

Mitarbeiterin wiegt eine Arzneimittelprobe ab

Bundeswehr/Julia Langer

Die Untersuchung von Arzneimitteln, die im Auslandseinsatz zur Verwendung kommen sollen, ist von besonderer Bedeutung. Vor allem zu Beginn eines Einsatzes herrschen im Einzelfall schwierige Transport- und Lagersituationen, so dass sich bei besonderen klimatischen Bedingungen, wie zum Beispiel extremer Kälte beziehungsweise Hitze oder hoher Luftfeuchtigkeit, Arzneimittel nachhaltig verändern können - was zu Beeinträchtigungen der Arzneimittelsicherheit führen kann.

Viele verschiedene Apparaturen, Schläuche und Probenständer

Gaschromatograph zur Untersuchung von Arzneimittelproben

Bundeswehr/Julia Langer

Um trotzdem wirksame und unbedenkliche Arzneimittel zur Verfügung stellen zu können, werden deshalb anlassbezogene Prüfungen und Bewertungen durchgeführt. Einen Sonderfall stellt die Untersuchung von medizinischen Gasen wie zum Beispiel medizinischer Sauerstoff dar, da dieser zum Teil in den Einsatzgebieten für die Versorgung der Sanitätseinrichtungen beschafft beziehungsweise selbst hergestellt wird. Da von der Freigabe zur Anwendung im Einzelfall die Einsatzbereitschaft der Lazarette abhängen kann, werden die Sauerstoffproben innerhalb kürzest möglicher Zeit untersucht und begutachtet.  Einen weiteren Schwerpunkt stellt die Untersuchung von Arzneimitteln und pharmazeutischen Stoffen des Einsatzvorrates dar. Diese sind zum Teil sehr lange vorrätig zu halten und dabei regelmäßig zu prüfen, um ihre Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit zu gewährleisten. Abgerundet wird das Aufgabenspektrum der Laborgruppe mit Untersuchungen von in Bundeswehrapotheken hergestellten Arzneimitteln und deren Ausgangsstoffen, die regelmäßig vom Arzneimittelüberwachungsbeauftragten im Rahmen der amtlichen Überwachung oder von den Apotheken zur Qualitätsprüfung eingesendet werden. Für die Sicherung der Arzneimittelqualität im Zuge der Herstellung in den Bundeswehrapotheken führt die Laborgruppe regelmäßig Rezepturringversuche durch.

Diese Laborgruppe betreibt angewandte Arzneimittelforschung zu wehrmedizinisch bedeutsamen Fragestellungen. Dies umfasst das Erarbeiten von Prüfmethoden für die Untersuchung von Arzneimitteln aus bundeswehreigener Herstellung sowie die Entwicklung und Validierung von Prüfverfahren für Identitäts-, Reinheits- und Gehaltsprüfungen sowie Stabilitätsuntersuchungen im Rahmen von Zulassungsverfahren. Dies schließt die Planung, Durchführung und Auswertung von Haltbarkeits- und biopharmazeutischen Studien zur Ermittlung der Haltbarkeitsdauer und damit zur Festlegung des Verfalldatums ein. Aus der Vielzahl der erhobenen Daten werden Sachverständigengutachten zur pharmazeutischen Qualität für Zulassungsdossiers erstellt.

Eine Frau steht vor einem Schrank mit Arzneimittelproben

Stresstest: Arzneimittelproben in künstlich erzeugtem Klima zur Stabilitätsprüfung

Bundeswehr/Julia Langer

Weiterhin werden haltbarkeitsspezifische Untersuchungen zur Beurteilung der Langzeitstabilität einsatzwichtiger Arzneimittel und ihrer Stabilität unter besonderen Klimabelastungen durchgeführt. Hierzu zählen insbesondere Antibiotika, Analgetika, Antidote oder Virustatika. Darüber hinaus werden feldbrauchbare Methoden zur Qualitätsbeurteilung für die Arzneimitteluntersuchungscontainer entwickelt, weil insbesondere bei Auslandseinsätzen die schnelle und zuverlässige Identifizierung und Qualitätsbeurteilung von Arzneimitteln mit unklarer Herkunft wichtig sein kann. Hierzu werden geeignete, auf die infrastrukturellen und logistischen Bedingungen eines solchen Einsatzes abgestimmte Untersuchungsvorschriften etabliert.

Ein Karton mit Arzneimitteln

Arzneimittelproben im Klimaschrank

Bundeswehr/Julia Langer

Unter Medizinprodukten versteht man Instrumente und Apparate, aber auch Stoffe oder Zubereitungen aus Stoffen, die am Menschen für verschiedene Zweckbestimmungen zum Beispiel zur Erkennung, Überwachung, Behandlung oder Linderung von Krankheiten und Verletzungen eingesetzt werden. Der Unterschied zu Arzneimitteln ist, dass die bestimmungsgemäße Hauptwirkung im oder am menschlichen Körper weder pharmakologischer oder immunologischer Natur ist, noch durch Metabolismus erreicht wird.

Das Inverkehrbringen von Medizinprodukten ist im Medizinproduktegesetz geregelt. Neben Verbandstoffen und chirurgischem Nahtmaterial unterliegen ärztliche Instrumente, soweit sie zur Anwendung am Menschen bestimmt sind, aber auch zum Beispiel Herzschrittmacher und Röntgengeräte den Bestimmungen dieses Gesetzes.

Durch die Mitarbeitenden der Laborgruppe werden nur sogenannte nicht-aktive Medizinprodukte geprüft. Dabei gilt es festzustellen, ob die Produkte den gesetzlichen, normativen oder bundeswehrspezifischen Anforderungen entsprechen. So wird beispielsweise durch die Bestimmung der Reißkraft, der Dichtigkeit und der biologischen Sicherheit an medizinischen Einmalhandschuhen für Operationen beziehungsweise zur Untersuchung ermittelt, ob beim Gebrauch eine ausreichende Sicherheit für Patient und ärztliches beziehungsweisemedizinisches Personal gewährleistet werden kann.

Ein geriessenes Band zwischen zwei Klemmen

Prüfung der Reißfestigkeit eines Medizinproduktes

Bundeswehr/Julia Langer

Neben den genannten Medizinprodukten zählen Blutentnahmebeutel, Heftpflaster, Fixier- und Stützbinden, Katheter, Spritzen, Kanülen und Überleitungssysteme, aber auch wirkstofffreie Nasensprays und Ultraschall-Kontaktgele zu den zu untersuchenden Proben.

Geprüft wird dabei neben der stofflichen Zusammensetzung das Klebeverhalten bei Pflastern, weil dies nach Lagerung beziehungsweise Alterung häufig unbefriedigend ist, das Dehnverhalten bei elastischen Binden und das Sekretaufnahmevermögen bei Wundauflagen. Im Rahmen von Beschaffungen durch das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnologie und Nutzung wird in Kooperation mit Sanitätsdienststellen die praktische Anwendbarkeit von Medizinprodukten geprüft. Die Produkte mit den besten Eigenschaften und dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis werden anschließend in großem Maßstab für die Bundeswehr beschafft.

Medizinprodukte unterliegen wie Arzneimittel der amtlichen Überwachung, weshalb regelmäßig Proben durch die Überwachungsbehörde entnommen und zur Untersuchung und Begutachtung in unser Labor eingesendet werden.

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