Sanitätsdienst

Mit dem Kind auf Lehrgang

Mit dem Kind auf Lehrgang

  • Vereinbarkeit Familie und Beruf
  • Sanitätsdienst
Datum:
Ort:
Diez
Lesedauer:
2 MIN

Niklas ist gerade mal 22 Monate alt und wohnt mit seiner Mutter vorübergehend in der Kaserne Schloss Oranienstein. Seine Mutter erwirbt hier innerhalb von fünf Wochen die Qualifikation als Notfallsanitäterin.

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Volle Konzentration bei den angehenden Notfallsanitätern. Schließlich darf kein Schritt vergessen werden

Bundeswehr/Jennifer Afuzi

Hauptfeldwebel Andrea Wessely arbeitet gerne als Rettungsassistentin in der Sanitätsstaffel Einsatz in Bischofswiesen. Um auch zukünftig dort in ihrem medizinischen Fachberuf arbeiten zu dürfen, muss sie sich zur Notfallsanitäterin weiterqualifizieren. So steht es im 2014 erlassenen Nofallsanitätergesetz. Als sie aufgefordert wurde den Lehrgang zu besuchen, hat sie lange gezögert. Die junge Mutter empfand die Umstände als „schwierig“. Ihre Sorge galt zunächst ihrem Sohn.

Anfang des Jahres stand fest, dass Ende September 2020 im Schloss Oranienstein der letzte Lehrgang zur Weiterqualifizierung von Notfallsanitäterinnen und -sanitätern startet. So kümmerte sich die 32-Jährige um ihre Teilnahme mit Sohn Niklas, der während der Ausbildung betreut werden muss. „Ich habe alle Kinderkrippen in Diez angeschrieben aber erst kurz vor dem Lehrgang tatsächlich eine Zusage erhalten“, sagt sie heute sichtlich erleichtert. Mit seiner Mutter ist Niklas bereits eine Woche vor Lehrgangbeginn angereist, um in der Diezer Krippe eingewöhnt zu werden.

Eine Soldatin tragt ein Kind

Nach den Unterrichtsstunden holt Hauptfeldwebel Andrea Wessely ihren Sohn von der Kindertagesstätte ab.

Bundeswehr/Joyce Schmidt

Niklas besucht bereits seit Mai eine Krippe in seiner bayerischen Heimat. Und dem lebensfrohen Knirps scheint der kurzzeitige Wechsel wenig auszumachen. Schließlich findet er am Nachmittag in der Kaserne viele Spielgefährten. Alle sind Soldatinnen und Soldaten des Lehrgangs, die mit ihm abwechselnd BobbyCar fahren, Fußball spielen oder eine Entdeckungsreise auf der Wiese starten.

„Ich war schon nervös“, gibt Hauptfeldwebel Wessely bei dem Gedanken an ihre Anreise zu. Sie ist „angenehm überrascht“, wie gut beide aufgenommen worden sind und ihre persönlichen Bedürfnisse berücksichtigt werden. Das „Org und Besorg“, wie die Gesamtorganisation im Bundeswehrjargon gerne genannt wird, funktioniere sehr gut, sagt sie dankbar.

Zwei Soldaten unterhalten sich, im Hintergrund sitz ein Soldat und spielt mit einem Kind

Teamwork: Während Hauptfeldwebel Andrea Wessely mit einem Kameraden für die anstehenden Prüfungen lernt, unterstützen sie ihre Kameradinnen und Kameraden bei der Kinderbetreuung

Bundeswehr/Joyce Schmidt

Und so findet Andrea Wessely nachmittags Zeit für ein gemeinsames Lernen mit einem Teil des Kameradenkreises während der andere Teil Sohn Niklas beschäftigt. Abends trennen sich die Wege, dann gehen Andrea und Niklas in „ihr“ geräumiges Eltern-Kind-Zimmer und alle anderen zukünftigen Notfallsanitäterinnen und –sanitäter auf ihre Stuben.

von Hans-Jürgen Hilgers

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