Sanitätsdienst

Sanitätsregimenter unterstützen im Pflegeheim

Sanitätsregimenter unterstützen im Pflegeheim

Datum:
Ort:
Weißenfels
Lesedauer:
2 MIN

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Acht Soldatinnen und Soldaten aus den Sanitätsregimentern 2 und 3 sowie Soldatinnen und Soldaten aus Regen und Pfreimd als Helfende Hände haben in den letzten vier Wochen den Landkreis Main-Spessart in Bayern unterstützt. Generalarzt Dr. Bruno Most, stellvertretender Kommandeur Kommando Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung, besuchte einige von ihnen vor Ort in einem Pflegeheim.

In einem Vortragsraum sitzen mehrere Personen mit Abstand zueinander; einige in Arbeitskleidung.

Oberstleutnant Leander Werner, Leiter Kreisverbindungskommando Main-Spessart, informiert über die Lage vor Ort

Bundeswehr/Paulina Englowski

Innerhalb kürzester Zeit war in einem Pflegeheim in Bayern eine große Anzahl von Bewohnerinnen und Bewohnern an Covid-19 verstorben. Ein Großteil der Mitarbeitenden hatte sich ebenfalls infiziert. So führte der Ausfall des eigenen Personals dazu, die Bundeswehr um Unterstützung zu bitten. Die Soldatinnen und Soldaten halfen in der Pflege aus. Bei ihrer täglichen Arbeit waren sie nicht nur mit dem Thema Krankheit und Altern, sondern auch mit dem Thema Tod konfrontiert; eine besondere Belastung für alle Beteiligten. Aus diesem Grund wurde den Soldatinnen und Soldaten psychologische Betreuung durch die Bundeswehr angeboten.

Keine Zeit abzuschalten

Zwei Personen mit Mund-Nasen-Schutz im Potrait

Bei Gesprächsbedarf über das Erlebte steht den Soldatinnen und Soldaten professionelle Hilfe zur Seite

Bundeswehr/Paulina Englowski

Militärdekan Michael Kühn vom Katholischen Militärpfarramt in Koblenz steht den Soldatinnen und Soldaten gemeinsam mit seinem Pfarrhelfer und Seelsorger Christian Törner jederzeit für Gespräche bereit: „Nachdem die ersten Sanitätskräfte aus ihrem Einsatz zurückkamen, wurde mir klar, dass sie darüber reden wollten. Oft bleibt während eines längeren Einsatzes keine Zeit, abzuschalten. Wir helfen ihnen, belastende Erlebnisse der Corona-Zeit zu verarbeiten.“ Hierbei sei es wichtig, ein Gespür für mögliche Probleme und Themen zu entwickeln, die sie beschäftigten, wie zum Beispiel die Erfahrung der eigenen Grenze, was „altern“, „krank sein“ und „sterben“ bedeute. Ein großes Thema sei zudem die Erfahrung der älteren Menschen mit Isolation. „Diese Einsamkeitserfahrung kennen die jungen Menschen nicht“, ergänzte Törner.

Gesprächsbedarf über den Einsatz

Hauptfeldwebel Sascha Fischer von der 9. Kompanie des Sanitätsregimentes 3 ist ausgebildeter Gesundheits- und Krankenpfleger. Er begrüßt das Angebot des Militärdekans: „Die größte Herausforderung war es, dass im Zeitraum des Einsatzes insgesamt 25 Bewohner verstorben sind. Die nicht zum Sanitätsdienst gehörenden „Helfenden Hände“ traf es noch härter als uns.“ Sie seien es nicht gewohnt, mit Sterbefällen umzugehen. Auf sie müsste besonders Acht gegeben werden. So zeigten Erfahrungsberichte, dass großer Gesprächsbedarf bestünde. Generalarzt Dr. Most lobte Fischers Einsatz vor Ort: „Er hat eine herausragende Lagebeurteilung und Intervention geleistet, die Helfenden Hände psychologisch gestützt und den Einsatz in die richtige Bahn gelenkt.“

von Dr. Nadine Seumenicht  E-Mail schreiben

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