Sanitätsdienst
Vorstellung

Das Betriebliche Gesundheitsmanagement

Das Betriebliche Gesundheitsmanagement

Die Bundeswehr bietet mit der Einführung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement) allen Bundeswehrangehörigen die Möglichkeit, bis zu zwei Stunden pro Woche, an gesundheitsförderlichen Maßnahmen während der Dienstzeit teilzunehmen. Diese reichen von Bewegungsangeboten bis zu Ernährungs-, Sucht- und Stressbewältigungsseminaren. 

Ein Soldatin joggt am Strand von Limassol auf Zypern

Durch das Betriebliche Gesundheitsmanagement leistet die Bundeswehr Aufklärungsarbeit, um die Kompetenz und Motivation aller Mitarbeitenden zu gesundheitsförderlichem Verhalten zu erhöhen

Bundeswehr/Marcus Rott

Durch das BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement leistet die Bundeswehr Aufklärungsarbeit, um die Kompetenz und Motivation aller Mitarbeitenden zu gesundheitsförderlichem Verhalten zu erhöhen. Da die Arbeitnehmenden den Großteil ihres Lebens am Arbeitsplatz verbringen, müssen die Arbeitsbedingungen entsprechend risikoarm gestaltet werden. BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement hat die Aufgabe, mögliche psychische und körperliche Belastungen zu identifizieren. Gleichzeitig sollen aber auch gesundheitsförderliche Maßnahmen zur psychischen und körperlichen Leistungsfähigkeit etabliert werden. Ziel ist es, die Verhältnisse am Arbeitsplatz zu verbessern und das Wohlbefinden und die Arbeitsplatzzufriedenheit der Mitarbeitenden zu erhöhen.

Hauptamtlich BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement-Koordinierende

Das Betriebliche Gesundheitsmanagement der Bundeswehr bietet ihren Angehörigen verschiedene Kurse an. Die Anforderungen an die rund 50 hauptamtlichen BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement-Koordinierenden aus dem Zentralen Sanitätsdienst sind hoch. Ein abgeschlossenes Studium der Sportwissenschaft und eine Weiterqualifizierung im Betrieblichen Gesundheitsmanagement bilden grundsätzlich die Basis. Der Arbeitsplatz der hauptamtlichen BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement-Koordinierenden befindet sich in den Sanitätsunterstützungszentren. Die 29 BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement-Koordinierungsstellen sind für alle Dienststellen der Bundeswehr im Versorgungsbereich der Sanitätsunterstützungszentren zuständig. Sie beraten diese beim Betrieb des auf die Dienststelle zugeschnittenen BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement-Angebotes. Je nach Dichte und Entfernung der Standorte betreut jeder Koordinierende im Schnitt circa 5.500 Beschäftigte.

Gremium „Gesundheit“

Links sind Soldaten bei einer Schießübung zu sehen. Auf der rechten Seite des Bildes zwei Schilder

Unterschiedliche Standorte bringen unterschiedliche Herausforderungen mit sich. Hier unterstützt das Gremium Gesundheit die Dienststellenleitung, um ein ausgewogenes BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement-Angebot zu etablieren

Bundeswehr/Jane Schmidt

Kein Arbeitsplatz gleicht dem anderen, somit weist jeder Standort Unterschiede in Größe, Altersstruktur und Arbeits- oder Dienstbelastung auf. Um für jeden Standort spezielle gesundheitsfördernde Maßnahmen zu entwickeln, greift die verantwortliche Dienststellenleitung auf das Gremium Gesundheit zurück. Gebildet wird das Gremium aus Soldatinnen und Soldaten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Fachkräften aus dem Arbeits- und Gesundheitsschutz, der Arbeitssicherheit und Prävention sowie den Interessenvertretungen der Dienststelle. Auf diese Weise kann die Dienstelle für jeden Bedarf ein ausgewogenes BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement-Angebot entwickeln und etablieren.

von Kdo SanDstBw UA VI 

Die drei Säulen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements

Das Betriebliche Gesundheitsmanagement der Bundeswehr basiert auf drei Säulen, die alle Beschäftigten motivieren sollen, ihr Verhalten zu ändern, um so einer Erkrankung vorzubeugen.

Eine Person rollt mit seinem Gesäß über eine Faszienrolle

Bewegungsangebote, wie Yoga oder Rückenfit, gehören zur Betrieblichen Gesundheitsförderung. Ergänzt wird dieser Bereich durch beratende Maßnahmen in der Ernährung und in der Stress- und Suchtprävention

Bundeswehr/Marco Dorow

Die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) umfasst nicht nur Maßnahmen in den Bereichen Bewegung und Ernährung, sondern auch in Stress- und Suchtprävention. Es erfordert Information, professionelle Unterstützung und den Willen, gesundes Verhalten nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch im Privatleben beizubehalten. Die Lebensqualität und eine gesunde Lebensweise sollen nachhaltig erhalten und verbessert werden. Dafür nehmen die Beschäftigten beispielsweise an Bewegungs- und Ernährungsangeboten sowie Stressbewältigungsseminaren und Rauchentwöhnungskursen teil.

Aufbau mobile Sauerstofferzeugungsanlage

Ein weiterer Baustein des BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement ist der sogenannte Betriebliche Gesundheitsschutz. Hierunter fallen auch Maßnahmen des Arbeitsschutzes

Bundeswehr/Patrick Grüterich

Der Arbeits- und Gesundheitsschutz (AGSAlliance Ground Surveillance) ist gesetzlich vorgeschrieben und im Arbeitsschutzgesetz geregelt. Mit dem Konzept des Betrieblichen Gesundheitsmanagements in der Bundeswehr wurden die gesetzlichen Vorgaben weit übertroffen. Es umfasst alle Tätigkeiten, Verhaltensweisen, Maßnahmen, Mittel und Methoden zum Schutz der Beschäftigten im Dienst, bei der Arbeit sowie bei der Gestaltung der Arbeitsumgebung und der Arbeitsmittel. Im Fokus steht das Ziel, die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während der Arbeits- und Dienstzeit zu schützen.

Dazu betreibt die Bundeswehr hohen Aufwand, wie:

  • Vorkehrungen und Maßnahmen zum personellen und technischen Arbeitsschutz,

  • die gesundheitserhaltende, tätigkeitsangepasste sowie behindertengerechte Gestaltung der Arbeitsumgebung und Arbeitsabläufe,

  • die Bereitstellung sicherer Arbeitsmittel,

  • die Unfallverhütung und Prävention,

  • den medizinischen Arbeitsschutz,

  • den sozialen Arbeitsschutz, sowie

den Schutz vor Gefährdungen wie Strahlen, Lärm oder Gefahrstoffe.

Soldaten und Zivilisten sitzen in einem Meeting. Eine Frau steht neben den Tisch und zeigt auf etwas.

Arbeitsprozesse zu optimieren ist eine weitere Aufgabe des Betrieblichen Gesundheitsschutzes

Bundeswehr/Jonas Weber

Das allgemeine Ziel ist ein gesundheitsorientiertes und gesundheitsförderliches Arbeitsumfeld für alle Beteiligten zu schaffen. Die Optimierung der Prozesse, die Zusammenarbeit, die Weiterentwicklung und die Effektivität stehen hier im Mittelpunkt. Dabei bilden die Vorgesetzten ein Schlüsselelement für ein erfolgreiches Betriebliches Gesundheitsmanagement. Denn gesunde Führung wirkt sich positiv auf die Gesundheit der Mitarbeitenden und somit auf die Produktivität und Motivation aus. Durch Fortbildungen und Coachings werden die Vorgesetzten auf die besonderen Herausforderungen der Mitarbeitenden-Führung vorbereitet.

Im Fokus der Führung und Organisation im Betrieblichen Gesundheitsmanagement stehen folgende Aufgaben:

  • Führungskräfte für gesundes Arbeiten sensibilisieren,

  • einen gesunden Führungsstil etablieren,

  • Vorträge und Workshops zum Thema Mitarbeitendenführung anbieten

  • Richtiges delegieren lehren und lernen

  • Trainings für Führungskräfte anbieten

  • Vorbildfunktion von Vorgesetzten im Betrieblichen Gesundheitsmanagement fördern,

und Weiterbildungen zum Zeit- und Projektmanagement anbieten.