Streitkräftebasis

40-jähriges Dienstjubiläum auf dem Truppenübungsplatz

40-jähriges Dienstjubiläum auf dem Truppenübungsplatz

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Datum:
Ort:
Sachsen
Lesedauer:
3 MIN

Oberstabsfeldwebel Armin Flinker ist das Urgestein auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz in Sachsen. 1981 startete er dort als junger Unteroffizier nach der Grundausbildung. Heute ist er Herr über die militärische Planung aller Übungen.

Ein Mann steht an einer Karte des Truppenübungsplatzes Oberlausitz

40 Jahre Dienst auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz: Oberstabsfeldwebel Armin Flinker

Bundeswehr/Marko Ahrendt

Oberstabsfeldwebel Armin Flinker breitet einen Plan quer über den Tisch aus. Mit Bleistift hat er Übungstermine, Truppenteile und Wünsche der Truppen detailliert eingetragen. Als Planungsfeldwebel ist er dafür zuständig, alle Übungen auszuarbeiten und anschließend mit der Truppe den reibungslosen Ablauf der Termine zu koordinieren. Für Flinker beginnt die Planung im Oktober. Dann treffen sich jedes Jahr die Vertreter aller deutschen Übungsplätze und ausländischen Streitkräfte, koordiniert durch das Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr. Was dort für Übungen der Bundeswehr deutschlandweit geplant wird, setzt Flinker dann für „seinen“ Truppenübungsplatz um: „Immer 8-10 Wochen im Voraus lade ich die Vertreter, meist die S3-Feldwebel der einzelnen Truppenteile, zur ersten Schießbahnkonferenz ein. Wir besprechen detailliert, wer, wann, wo, was übt, welche Schießbahnen von wem genutzt werden, welche Auflagen es für die Munition gibt, wie verpflegt und bewacht wird und welche besonderen Anforderungen die einzelnen Verbände haben“, erklärt der Planungsfeldwebel. Während der Corona-Pandemie sind natürlich auch die Hygiene-Auflagen zu berücksichtigen und statt 1.500 können zurzeit maximal 766 Soldaten gleichzeitig üben.

Perfekte Planung als Schlüssel zum Übungserfolg

Eine Hinweistafel, die den Weg zum Truppenübungsplatz Oberlausitz zeigt.

Der Truppenübungsplatz Oberlausitz liegt im Osten Sachsens an der Grenze zu Polen. Seit Mai 1981 dient Oberstabsfeldwebel Armin Flinker hier bereits.

Bundeswehr/Anne Weinrich

Seit 22 Jahren ist Armin Flinker der Kopf der Übungsplanung auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz. Er kennt alle Details und hat für jedes Problem eine Lösung. Ob die Feldjäger aus München ihre Hunde mitbringen dürfen oder welche Schießbahn für welchen Truppenteil am besten geeignet ist: „Mich auf dem Truppenübungsplatz und seinen zahlreichen Schieß- und Übungsanlagen genau auszukennen, das ist das A und O für meinen Job. Nur so kann ich die Truppe bestmöglich beraten und zum Erfolg der Übungen und Schießvorhaben beitragen“ sagt er.

Geduld und Durchhaltevermögen im Werdegang

Ein Mann sitzt an seinem Schreibtisch und pflegt eine Tabelle.

Geduld und Sorgfalt sind bei der militärischen Übungsplanung gefragt. Oberstabsfeldwebel Armin Flinker trägt die Daten in eine Tabelle ein.

Bundeswehr/Marko Ahrendt

In diesem Jahr ist der Ur-Lausitzer seit 40 Jahren im Dienst. Der damals 18-Jährige wurde in die NVANationale Volksarmee der DDRDeutsche Demokratische Republik eingezogen und absolvierte die Grundausbildung zum Feuerwerker. 1981 wurde er als Unteroffizier an die Unteroffiziersschule 1, jetziger Truppenübungsplatz Oberlausitz im Landeskommando Sachsen, versetzt. Zur Wendezeit diente Flinker als Stabsfeldwebel. 1992 wurde er zum Oberfeldwebel der Bundeswehr und Berufssoldat. In Aachen absolvierte er dann eine Ausbildung als Schießsicherheitsfeldwebel und ging 1994 auf den Truppenübungsplatzdienstlehrgang. „Dort habe ich gelernt, wie Gefahrenbereiche für jedes Waffensystem erstellt und Schießbahnen neu angelegt werden“, erinnert er sich. Im Mai 2000 erhielt er das Ehrenkreuz der Bundeswehr, 2010 wurde er zum Oberstabsfeldwebel ernannt. Die Verantwortung für die gesamte Übungsplanung wurde ihm 1998 übertragen. Seit sieben Jahren arbeitet er eng mit Hauptmann Ivo Graf, Leiter des Schießübungsbetriebs, zusammen. Flinker ist die Ruhe selbst. Mit akkurater Bleistiftschrift trägt er ein Datum in seine Übersicht ein. „Geduldig und tiefenentspannt zu sein, das ist entscheidend für meinen Auftrag. Denn bei der Fülle der Übungen und den ganz unterschiedlichen Bedürfnissen der einzelnen Truppenteile ist es wichtig, nicht den Überblick zu verlieren.“ Nur eine Sache bedauert er im Rückblick: „Ich hätte gern mehr mit den internationalen Übungstruppen gesprochen, zum Beispiel mit den Kameraden aus Singapur, doch da fehlte mir einfach das Englisch.“

Eingeschränkter Schießbetrieb auf dem Truppenübungsplatz

Ein Mann steht an einem Stein, auf dem das Wappen des Truppenübungsplatzes ist.

Ein Leben für den Truppenübungsplatz Oberlausitz: Oberstabsfeldwebel Armin Flinker

Bundeswehr/Marko Ahrendt

Wegen der Corona-Pandemie fand der Schießbetrieb auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz nur eingeschränkt statt. Wegen der Afrikanischen Schweinepest ist das Schießen jetzt komplett untersagt. „Zum ersten Mal in 26 Jahren mussten wir im Dezember die Barbarafeier, bei der die Schutzpatronin der Feuerwerker geehrt wird, absagen“, bedauert Armin Flinker.  In 2022 wird er in den Ruhestand gehen. Haus und Grundstück hat er und meint: „Da ist immer was zu tun“. Dann hat er auch mehr Zeit für seine Hobbies: Eishockey und Fußball schauen. Doch vorerst bereitet er die Wiederaufnahme des vollständigen Schießbetriebes auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz vor.

von Cornelia Riedel  E-Mail schreiben

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