Streitkräftebasis

COVID-19: Luftbildauswerter in der Krankenhaus-Apotheke

COVID-19: Luftbildauswerter in der Krankenhaus-Apotheke

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Datum:
Ort:
Kiel
Lesedauer:
3 MIN

In der Not zur Stelle: Oberfeldwebel Andreas Nestler vom Taktischen Luftwaffengeschwader 51 „I“ sortiert Medikamente in der Apotheke des Städtischen Krankenhauses Kiel. Hier hatte Nestler früher bereits im Zivilleben gearbeitet.

Eine Person vor einem Regal voller Medikamente

Neue Arzneimittel sind geliefert worden. Oberfeldwebel Andreas Nestler sortiert sie in die passenden Fächer.

Bundeswehr/Andreas Nestler

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte die Unterstützung der zivilen Seite durch die Bundeswehr zugesagt. Diese Leistung wird von der Streitkräftebasis geleitet und koordiniert. In diesem Zusammenhang führt der Nationale, Territoriale Befehlshaber über verschiedene Stränge auch die Kräfte anderer Organisationsbereiche der Bundeswehr.

Luftbildauswerter Oberfeldwebel Andreas Nestler griff darauf zum Telefon und rief bei seiner früheren Arbeitsstelle an, der Apotheke im Städtischen Krankenhaus in Kiel. Ob er in dieser Zeit der Corona-Krise dort gebraucht werde, wollte er wissen. Die Leiterin der Apotheke, Kathrin Glowalla, zeigte sich begeistert und frage umgehend bei der Bundeswehr an, ob sie sich Nestler für die kommende Zeit „ausleihen“ dürfe. Die Anfrage wurde innerhalb von drei Werktagen bearbeitet und befürwortet: Andreas Nestler bekam seinen Marschbefehl vom „Tornado“-Geschwader zur Krankenhaus-Apotheke.

Von der Bundeswehr ins Krankenhaus und wieder zurück

Personen sortieren Medikamente an einem Regal

Die Medikamente müssen auch zu den Patienten: Andreas Nestler und Apothekenleiterin Kathrin Glowalla bereiten die geforderten Arzneimittel für die Verteilung vor.

Bundeswehr/Andreas Nestler

Für den Oberfeldwebel kein Problem: Durch die Reduzierung des Alltagsdienstes im Geschwader in der Pandemie-Krise hatte er die Luft – und obendrein noch die Kompetenz, im Krankenhaus einzuspringen. Andreas Nestler hatte bereits von 1995 bis 1999 als Luftbildauswerter in Jagel gedient: „Ich war auch immer unheimlich gern Soldat“, sagt er. Im Anschluss wechselte er ins Zivilleben und arbeitete am Städtischen Krankenhaus in der Apotheke. „Eine schöne Zeit, und in Kathrin Glowalla außerdem eine ganz tolle Chefin“, betont Nestler, der sich zudem am Krankenhaus in Personalrat und Wirtschaftsausschuss engagierte. Allerdings sei dann eine Zeit angebrochen, in der immer mehr Krankenhäuser von Klinik-Ketten aufgekauft wurden. Das sei dem Kieler Krankenhaus zwar erspart geblieben, aber mit seiner Frau habe Nestler dann besprochen, ob es für die Familie mit zwei Kindern sinnvoll sei, zurück zur Bundeswehr zu gehen.

Dort helfen, wo es gebraucht wird

Die Verbindung zu seinem alten Verband in Jagel hatte Andreas Nestler auch nach seinem Weggang immer gehalten. Und von dort kamen Signale, dass man sich seine Rückkehr gut vorstellen könnte. Also bewarb er sich, wurde angenommen und wagte den Wiedereinstieg nach mehreren Lehrgängen bei den „Immelmännern“, mit dem er hochzufrieden ist.

Es sei aber „Ehrensache“, dort zu helfen, wo er gerade am sinnvollsten helfen könne, betont der Oberfeldwebel. Und deshalb sitzt er nun vorläufig als Assistent der Apothekenleitung am Krankenhaus an der Chemnitzstraße in Kiel und fühlt sich dort auch dringend gebraucht. „Die Aufnahme im Haus war fantastisch“, sagt Nestler, der in den ersten Tagen auch ganz bewusst in Uniform zum Dienst ging: „Es soll durchaus sichtbar sein, dass die Bundeswehr nicht nur Geld kostet, sondern auch sofort hilft, wenn es gebraucht wird.“ Er treffe viele alte Kollegen, die ihn sogar noch unter der Schutzmaske erkannten.

Zwei Personen in einem Büro am Schreibtisch

In einer Apotheke fällt eine Menge Bürokratie an: Apothekenleiterin Kathrin Glowalla und Oberfeldwebel Andreas Nestler kümmern sich um die Rechnungsstellung.

Bundeswehr/Andreas Nestler

Den ersten Tag brauchte Andreas Nestler trotz seiner langjährigen Erfahrung in diesem Krankenhaus erst einmal für die Einarbeitung „in das komplizierte Warenwirtschaftssystem.“ Ansonsten gehe ihm alles wieder von der Hand – vom Sortieren der Medikamente bis hin zur Rechnungsstellung. „Es war durchaus eine Erleichterung für das Apotheken-Personal, dass noch ein Mann hinzukommt“, erklärt der Oberfeldwebel. Durch die strikten Vorschriften wegen der Ansteckungsgefahr dürfen die Lieferanten nämlich nicht mehr ins Krankenhaus kommen. Schwere Paletten werden nun in einem Wirtschaftshof abgestellt und müssen von der Apotheker-Truppe per Hubwagen – ohne Motor wohlgemerkt – eine größere Strecke bis in die Apotheke gezogen werden. „Ich habe schon einen kräftigen Muskelkater“, aber auf diese Art wisse er wenigstens, dass er als Büroarbeiter noch Muskeln besitze, erzählt Andreas Nestler lachend. Begrenzt ist die Ausleihe ans Städtische Krankenhaus nicht. Er gehe davon aus, dass er so lange in der Apotheke helfen werde, so lange die Situation es erfordere, betont der Oberfeldwebel.


von Klaas Hartmann-Moritzen  E-Mail schreiben

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