Streitkräftebasis

COVID-19: Reservisten beraten die Landratsämter

COVID-19: Reservisten beraten die Landratsämter

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Datum:
Ort:
Sachsen
Lesedauer:
4 MIN

Oberstleutnant der Reserve Jörn Hebestreit ist seit einigen Tagen im sächsischen Erzgebirgskreis im Dienst. Er gehört zu den Männern und Frauen, die jetzt für uns da sind und als Reservisten unterstützen.

Ein Soldat sitzt an seinem Arbeitsplatz und telefoniert.

Oberstleutnant der Reserve Jörn Hebestreit. Der Leiter des Kreisverbindungskommandos im sächsischen Erzgebirgskreis ist Ansprechpartner für die zivile Seite im Landkreis.

Bundeswehr/Patrick Haby

Zehn Uhr, Landratsamt Annaberg-Buchholz, Erzgebirgskreis: Oberstleutnant der Reserve Jörn Hebestreit ist im Feldanzug unterwegs in den Sitzungssaal des Landkreises im sächsischen Südwesten, an der deutsch-tschechischen Grenze. Seit knapp zwei Wochen kommt er täglich her und nimmt an der Sitzung der „besonderen Koordinierungsgruppe SARSSchweres Akutes Respiratorisches Syndrom-CoV-2“ teil. In dem Gremium tauschen sich die Verantwortlichen des Landkreises über den aktuellen Stand der Coronakrise aus. 
„Für mich sind die täglichen Treffen entscheidend, um ein Lagebild aus dem Landkreis in unser Lagezentrum ins Landeskommando in Dresden übermitteln zu können“, sagt Hebestreit. Denn eine der Aufgaben der Bundeswehr ist es, in Krisensituationen die zivile Seite zu unterstützen, wenn diese an ihre Grenzen stößt. Noch hat der Landrat des Erzgebirgskreises die Bundeswehr jedoch nicht um Hilfe gebeten. „Wir wissen das sehr zu schätzen, dass die Bundeswehr vom ersten Tag an in unserer Koordinierungsgruppe im Landkreis als Ansprechpartner zur Verfügung stand“, sagt Landrat Frank Vogel. 
Der 46-jährige Jörn Hebestreit leitet das Kreisverbindungskommando Erzgebirgskreis seit einem Jahr. Die Kreisverbindungskommandos sind in den sächsischen Landkreisen verortete Beraterteams aus Reservisten, die im Ernstfall die zivile Seite zu möglicher Unterstützung durch die Bundeswehr beraten. 

Kreisverbindungskommandos: Beraterteams für die zivile Seite

Mehrere Reservisten stehen an einer beleuchteten Karte und zeigen ihren Landkreis

Die Kreisverbindungskommandos sind Beraterteams aus Reservisten, die die zivile Seite unterstützen. Oberstleutnant Jörn Hebestreit (2.v.r.) hier mit einigen seiner Kameraden des Kreisverbindungskommandos Erzgebirgskreis.

Bundeswehr/Cornelia Riedel

Mit seinen zehn Reservisten-Kameraden informiert Oberstleutnant Hebestreit in enger Abstimmung mit dem Landeskommando Sachsen in Dresden die zivilen Behörden in seinem Landkreis, inwieweit die Bundeswehr in besonderen Krisensituationen mit Personal oder Material helfen kann. Die Reservisten sind meist im zivilen Bereich angestellt und werden für ihren Dienst bei der Bundeswehr vom Arbeitgeber freigestellt. Wenn die zivile Seite im Landkreis jetzt in der Corona-Krise Hilfe bei der Bundeswehr anfordern muss, geschieht das auch durch die Hilfe der Reservisten vor Ort.



 

Gut vorbereitet für die Krise: Planübungen im Landeskommando

Ein Soldat schaut von eine Empore in einem Raum mit Zellen, wo Soldaten arbeiten

Die Reservisten der Kreisverbindungskommandos üben regelmäßig, so zuletzt im November 2019 bei einer Planübung, wie sie im Krisenfall in ihren Landkreisen unterstützen können.

Bundeswehr/Cornelia Riedel

Vier bis sechsmal pro Jahr üben die Reservisten, um das Zusammenspiel mit anderen Hilfskräften zu proben und auf einen Ernstfall wie diesen vorbereitet zu sein. Hinzu kommen Ausbildungswochenenden im Landeskommando Sachsen, der vorgesetzten Dienststelle aller Verbindungskommandos im Freistaat. Im vergangenen Herbst hat Oberstleutnant Hebestreit bei der großen Planübung des Landeskommandos gemeinsam mit seinen Kameraden Verfahren und Meldewege durchgespielt und geprobt, wie sein Kreisverbindungskommando in der Krise funktioniert.

Jörn Hebestreit lebt mit seiner Frau und dem Sohn in Stollberg im Erzgebirge. Der 47-Jährige war von 1991 bis 1998 Zeitsoldat bei der Bundeswehr. Als Panzergrenadier diente er vor allem in Marienberg/Sachsen und in Stetten am kalten Markt. „Eine meiner wichtigsten Aufgaben als Reservist ist die Kontaktpflege in meinem Landkreis. Ich bin hier zu Hause. Da ist es umso schöner, in meiner Freizeit sowohl ziviles, als auch militärisches Wissen und mein Herz für die Region einbringen zu können“, erzählt er.
Jeden Tag ist er deshalb jetzt von 8 Uhr bis 17 Uhr im eigens für die Bundeswehr eingerichteten Raum im Landratsamt in Annaberg-Buchholz im Dienst und sorgt dafür, dass die Informationen aus dem Landkreis das Lagezentrum erreichen. 

Lagezentrum des Landeskommandos als Operationszentrale


Ein Soldat mit einem Headset in einem Raum mit Computern und Lagekarte.

Das Lagezentrum im Landeskommando Sachsen ist die Operationszentrale für die Kreisverbindungskommandos. Sie fungieren als Beraterteams für die Stäbe der Landkreisämter.

Bundeswehr/Sebastian Kelm

Das Lagezentrum des Landeskommandos in der Graf-Stauffenberg-Kaserne in Dresden ist seit dem 19. März 2020 im Schichtbetrieb rund um die Uhr besetzt. Hier werden die Lagebilder aller Landkreise zusammengestellt, Hilfeleistungsanträge der zivilen Seite bearbeitet und die Reservisten in der Fläche mit den nötigen Informationen versorgt.
„Wir als Reservisten vor Ort passen uns flexibel an die Erfordernisse an, damit wir, wenn wir gebraucht werden, einsatzfähig sind“, erklärt Oberstleutnant Hebestreit. Die Leiter der Kreis- und Bezirksverbindungskommandos können auch aktiviert werden, wenn noch kein Katastrophenalarm ausgerufen ist. In den nächsten Tagen wird ihn deshalb noch ein weiterer Kamerad in seinem Büro im Landratsamt unterstützen. 

Im Ernstfall im Dienst für die Truppe und die sächsische Gesellschaft

Ein Mann in einem Reisebüro vor einer Katalogwand berät Kundschaft.

Oberstleutnant der Reserve Jörn Hebestreit ist im zivilen Leben Geschäftsführer eines Reisebüros. Wegen des Coronavirus ruht jedoch der Tourismus.

Bundeswehr/Jonas Weber

Im Reisebüro, das Jörn Hebestreit im Zivilberuf als Geschäftsführer leitet, ruhen derweil die Geschäfte größtenteils. „Mein Platz ist jetzt an der Seite meiner Kameraden, um konkret im eigenen Landkreis helfen zu können. Durch die Coronakrise ist der Tourismus praktisch zusammengebrochen, aktuell können wir die Kunden nur zu Stornierungen und Umbuchungen beraten“, berichtet Hebestreit. Ihren ersten Härtetest hatten Hebestreit und seine Männer vom Kreisverbindungskommando während des Hochwassers 2013. Damals war im Erzgebirgskreis Katastrophenalarm ausgerufen worden. Wie genau die Streitkräfte helfen können, dazu berieten Hebestreit und seine Kameraden. „Die Kontaktepflege ist auch jetzt entscheidend, damit im Ernstfall zivile und militärische Rettungskräfte Hand in Hand arbeiten“, sagt der Oberstleutnant. 

von Cornelia Riedel  E-Mail schreiben

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