Streitkräftebasis

Ein Ingenieur als Reservist bei der Streitkräftebasis

Ein Ingenieur als Reservist bei der Streitkräftebasis

  • Reserve
  • RSU-Kompanie
Ort:
Rheinland-Pfalz
Lesedauer:
4 MIN
Ein Soldat steht neben einem Auto

Hauptmann Dr. Pfriem ist Reservist aus Überzeugung.

Bundeswehr/Dinges

Hauptmann Dr.- Ing. Alexander Pfriem ist Offizier der Reserve aus Leidenschaft. Seit April 2018 ist er Kompaniechef der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanie (RSU) Rheinland-Pfalz. In seine militärische Karriere investiert er nicht nur großes Engagement, sondern auch viel Zeit. Für ihn ist sie weitaus mehr als nur ein Hobby. „Das ‚Soldat sein‘ gehört zu meinem Wesen, es ist einfach ein Teil von mir“, bekräftigt Hauptmann Pfriem und setzt hinzu: „Ich kann begeistern, wenn ich von einer Sache überzeugt bin, denn nur wer selbst brennt, kann andere anstecken!“ Im Zivilleben ist er Maschinenbauingenieur und Technischer Leiter bei einem internationalen Unternehmen in Frankfurt.

Wie wurde er Reservist?

Der Weg zur Bundeswehr begann für ihn klassisch: Nach dem Abitur leistete Pfriem seinen Grundwehrdienst beim Spezialpionierbataillon 464 in Speyer. Das waren neun Monate, die ihm so gut gefielen, dass er auf alle Fälle weitermachen wollte. „Zeitweise spielte ich auch mit dem Gedanken, mich zu verpflichten. Letzten Endes traf ich aber die Entscheidung für eine zivile Laufbahn.“ Einen Beitrag für die Bundeswehr wollte er trotzdem leisten. Somit begann er unmittelbar nach Beendigung des Grundwehrdienstes mit der Ausbildung zum Offizier der Reserve. Parallel zum Studium und zu seinen Prüfungen absolvierte Pfriem Lehrgänge und Übungen bei der Bundeswehr. Das war eine Herausforderung, die nicht nur durch entsprechende Planung und Koordination zu meistern war, sondern auch ein hohes Maß an Motivation erforderte.  „Mich weiterzubilden macht mir Spaß, auch wenn es manchmal Entbehrungen mit sich bringt.“

Wesentlicher Faktor Gemeinschaft

Ein Soldat zeigt mit einem Stab auf eine Lagekarte

Der Hauptmann hat das richtige Lagebild vor Augen.

Bundeswehr/Günther Bohn

Auszuloten, wo die eigenen Grenzen sind, inwieweit man sie überschreiten kann, um sein Ziel, um Ergebnisse zu erreichen, ist für den 35-Jährigen Reservisten wichtig -  gerade was seine militärischen Aufgaben anbelangt. „Egal wie fordernd ein Auftrag ist, als Soldat setzt man ihn um, man funktioniert.“ Ein wesentlicher Faktor für ihn ist dabei die Gemeinschaft: „Gemeinsam erreicht man Dinge, die man als Einzelner nicht leisten kann. Es ist schön, sagen zu können: Toll, dass wir es zusammen geschafft haben.“ Nicht zuletzt aus diesem Grund heraus hat er seine militärische Heimat bei der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanie (RSU) Rheinland-Pfalz gefunden. Was ihm am meisten gefällt? Die enge Bindung untereinander. Einmal im Quartal findet eine Blockausbildung für ein Wochenende statt, und obwohl man sich zwei Monate nicht sieht, funktioniert alles sofort. „Wir sind eingespielt, man kennt sich und kann sich einschätzen.“ Neue Kameraden werden direkt in die erfahrene Gruppe eingegliedert. „Bei uns gibt es keinen eigenen Ausbildungszug, es gilt das Konzept des Mitlaufens. Damit sind neue Kameraden sofort integriert.“

Gemeinsamkeiten der Aufgabenfelder

Zu den Blockausbildungen kommt einmal im Jahr eine Woche Aufenthalt auf dem Truppenübungsplatz in Baumholder. Reservist sein ist ein durchaus zeitintensives Engagement für den Vater zweier Söhne. Doch nicht nur seine Familie unterstützt ihn ohne Vorbehalte. Auch von beruflicher Seite gibt es keine Einwände. „Beide Bereiche sind Teil meines Lebens. Sie machen mich aus, und das weiß auch mein Arbeitgeber. Die Möglichkeit, mein Engagement bei der Bundeswehr zu leben, motiviert mich und macht mich zu einem engagierten Mitarbeiter. Das ist eine Win-Win Situation für beide Seiten.“ Dabei sieht er durchaus Gemeinsamkeiten, oft sogar Parallelen, zwischen seinen Aufgabenfeldern. „In beiden Bereich sind strukturiertes Handeln und Genauigkeit gefragt.“ Als Technischer Leiter in einem Life Science Unternehmen geht es unter anderem um pharmazeutische und zum Teil hochkritische Produkte, die einen strengen Hygiene Standard erfordern. Alles wird genau protokolliert, nichts wegradiert oder gestrichen. „Das ist ähnlich wie beim Führen einer Schießkladde. Auch hier wird alles genauestens festgehalten, die Verhaltensweisen sind vergleichbar.“

Beitrag für die Gesellschaft

Drei Soldaten vor einer angetretenen Gruppe von Soldaten

Hauptmann Dr. Pfriem übernimmt das Kommando über seine RSU-Kompanie.

Bundeswehr/Günther Bohn

Sich selbst empfindet der Hauptmann der Reserve als Mittler zwischen Bundeswehr und Gesellschaft. „Jeder in meinem Umfeld weiß, dass ich Reserveoffizier bin, und dieses Engagement ist heute, da die Bundeswehr immer kleiner wird, umso wichtiger.“ Schließlich sei der Soldat nicht nur aus der Wahrnehmung der Öffentlichkeit verschwunden, sondern es gebe auch völlig andere Strukturen für sich ändernde sicherheitspolitische Umstände. Für ihn sei es selbstverständlich, einen Beitrag dazu und damit auch für die Gesellschaft zu leisten. „Wichtig ist dabei das Prinzip der Freiwilligkeit, sagt Pfriem. Fragt man ihn nach seinen Wünschen für die Zukunft, so wünscht er sich mehr soziales Engagement in der Gesellschaft. Für die zur Streitkräftebasis gehörende RSU-Kompanie Rheinland-Pfalz hofft er, dass diese ihren Weg so weitergehen wird wie bisher. „Wir streben eine weitere Professionalisierung und einen homogenen Ausbildungsstand an. Das Wichtigste aber ist der Glauben an das Miteinander und die gemeinsame Sache.“

von Irene Bühler-Rech  E-Mail schreiben

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