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Vincent Veile – Sportsoldat im Ski-Freestyle

Vincent Veile – Sportsoldat im Ski-Freestyle

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Datum:
Ort:
Bayern
Lesedauer:
4 MIN
Ein Ski Sportler bei einem Sprung in winterlicher Bergkulisse.

Im Winter ist Veile in seinem Element.

Bundeswehr/Higelke

Die Sportfördergruppe München hat mit Mit Unteroffizier Vincent Veile als Spitzensportler im Bereich Ski Freestyle ein besonders großes Talent im Team. Seit September 2017 ist der 20-jährige Sportsoldat bei der Bundeswehr. Sein nächstes großes Ziel sind die olympischen Winterspiele 2022

Was macht Ski Freestyler Vincent Veile im Sommer?

Ein junger Mann springt auf einem Trampolin vor einem Panorama aus Bergen durch die Luft.

Das Trampolin ist eines der Sommertrainingsgeräte von Ski Freestyle Ass Vincent Veile. Denn Sprungkraft und Bewegung in der Luft sind zentrale Elemente des Sportes.

Bundeswehr/Nagel

Angekommen in Scharnitz bei Tirol springt ein großer, junger Mann mit blonden Haaren und strahlendem Lächeln vom Trampolin auf die Matte herunter. Sein Trainer Rainer Higelke hält noch die Kamera in der Hand, denn die geübten Tricks werden genauestens analysiert. Im Hintergrund der blaue Himmel, ein paar Schanzen und eine wunderschöne Aussicht auf die Berge. Nur die Jahreszeit passt nicht ganz in das Bild dieser Wintersportart. Und auch Vincent würde gut zu Strand und Meer passen. Die Sonne scheint ihm ins Gesicht und die Pools am Rande der Airbag-Anlage dienen der Abkühlung. Im Bangerpark bei Scharnitz trainiert Sportsoldat Vincent Veile seine Tricks für die kommende Wintersaison. Mehr als ein Trampolin, ein großes Luftkissen unter der Schanze und seinen Ski braucht der Ski Freestyler Veile beim Sommertraining nicht.

Frei sein - wie alles anfing

Ein junger Mann in Sportbekleidung mit Skiern in der Hand vor sommerlichem Bergpanorama.

Vincent Veile hat eine offene und positive Ausstrahlung. Selbstbewusst stellt er sich seinen Zielen.

Bundeswehr/Nagel

Das Wort „frei“ beschreibt für Vincent Veile das Hobby, welches er zu seinem Beruf gemacht hat, am besten. „Du hast in diesem Sport ziemlich viele Freiheiten. Du kommst auf den Berg, der Kurs ist vorgegeben, du weißt wie viele Schanzen und Eisengeländer drinnen sind und dann bist du im Prinzip frei in der Gestaltung, wie dein Lauf nach unten aussieht“, erklärt er. Seit er 15 Jahre alt ist, fährt er professionell Ski Freestyle.

Angefangen hat alles im Alter von knappen zwei Jahren. Seine Mutter, Skilehrerin, brachte damals die ganze Familie auf Bretter. Früher hat Vincent auch leistungsmäßig geturnt und ist viel Slalomrennen gefahren. Doch eine Begegnung mit einem Kumpel aus dem Allgäu änderte seine sportliche Perspektive. „Leonard Beck hatte mich damals zum Ski Freestyle gebracht und auch er ist derjenige, dem ich meiner Meinung nach zu verdanken habe, dass ich inzwischen so weit vorne bin“, erzählt Vincent. Seine Eltern haben ihm immer den Rücken freigehalten und ihm dazu geraten, über die Bundeswehr in der Sportförderung seiner Sportart nachzugehen.

Erfolgsgarant: Selbstsicherheit und Umsetzungsvermögen

Zwei Männer stehen vor Bergpanorama über einen Notizblock gebeugt

Um die Sprünge zu optimieren, sind die Analysearbeiten und Anweisungen von Trainer Rainer Higelke für Vincent besonders wichtig.

Bundeswehr/Nagel

Nach einem Sprung auf der Airbag-Anlage besprechen Vincent und sein Trainer die Technik. „Steasy“ muss ein Trick aussehen, das bedeutet, er ist stylisch und sieht dazu auch noch easy, leicht aus. Nur einfach ist sowas definitiv nicht. Und die Höhen der Schanzen im Bangerpark sind nicht mal mit denen auf dem Berg zu vergleichen. „Das Trampolin und die Anlage bieten hier eine gute Möglichkeit, um das sichere Aufkommen mit den Füßen zu üben. Vor allem auch, wenn ich mich mit einem Trick noch nicht so sicher fühle“, erklärt der Sportsoldat. Doch an Selbstsicherheit fehlt es ihm am wenigsten. „Zu seinen Stärken zählen definitiv sein schnelles Umsetzungsvermögen und dass er weiß, was er kann“, sagt Rainer Higelke. „Vinni“, wie sein Trainer ihn nennt, sieht sich als „nicht der konsequenteste Mensch“ an, so Veile. Laut ihm fehle es ihm manchmal an Selbstdisziplin, welche andere von einem Profisportler als selbstverständlich sehen würden. „Doch bei 5 bis 6 Tage Training in der Woche pusht der Trainer dann die Motivation nach oben und am Ende bin ich immer froh, dass er mich mal wieder an meine Grenzen gebracht hat“, grinst Vincent.

Im Moment leben

Ein Sportler auf Ski springt in sommerlicher Kulisse auf einem großen Airbag.

Besonders wichtig ist der Grip am Ski bei den Tricks.

Bundeswehr/Nagel

Wichtig ist dem Freestyler Veile vor allem auch, dass man den Spaß am Leben nicht verliert. „Mein großer Freundeskreis ist mir sehr wichtig. Ich lege sehr großen Wert darauf, den Kontakt aufrechtzuerhalten.“ Vincent weiß, dass es nicht immer einfach ist mit jemandem befreundet zu sein, der 320 Tage im Jahr auf Skiern ist. Deshalb rechnet er es seinen Freunden hoch an, dass sie ihm so viel Verständnis entgegenbringen. Dem Sportsoldaten ist durchaus bewusst, dass er mit seinem Beruf ein Privileg hat, das nicht viele genießen können. Deshalb hält ihn in schlechten Zeiten der Gedanke aufrecht, einer von wenigen zu sein, die diesen Sprung geschafft haben. Auf die Frage, wo er sich in zehn Jahren sieht, antwortet er: „Bis dahin möchte ich Olympia geschafft haben und auch bei den X-Games dabei gewesen sein, das ist,“ so Veile, „bei beim Ski Freestyle das größte was du schaffen kannst.“ Doch Vincent sieht sich als jemand, der im Moment lebt und nicht zu viel über die Zukunft nachdenkt. Und genau das macht ihn wahrscheinlich zu dem coolen Typen, der er ist.


von Marie-Luise Nagel  E-Mail schreiben

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