Zivil-militärische Messreihe zur Flugsicherheit

Zivil-militärische Messreihe zur Flugsicherheit

  • Luftfahrtamt der Bundeswehr
Datum:
Ort:
Nörvenich
Lesedauer:
2 MIN

Windenergieparks können Störfaktoren für Radar- oder Navigationsanlagen von Luftfahrzeugen sein. Das Luftfahrtamt der Bundeswehr hat in einem zivil-militärischen Projekt eine neue Software getestet. Diese soll helfen, Störwirkungen zu erkennen und Auswirkungen auf den Flugbetrieb zu minimieren.

Ein Messtrupp des LufABw bei der Arbeit an den Windenergieanlagen.

Ein Messtrupp des LufABw bei der Arbeit an den Windenergieanlagen.

Bundeswehr/Sysolow

Das Luftfahrtamt der Bundeswehr(LufABw) ist die zentrale Dienststelle für die Sicherheit im militärischen Flugbetrieb. Windenergieanlagen (WEA) gehören dabei zu den Bauwerken, die im Rahmen einer nachhaltigen Energiepolitik der Bundesrepublik zahlreicher werden, aber zugleich Auswirkungen auf den Flugbetrieb haben. Sie haben zum Beispiel eine große Störwirkung auf Radar- und Navigationsanlagen. Das gilt übrigens sowohl für die militärische als auch die zivile Luftfahrt. Im LufABw befasst sich daher das Referat 3 II e mit dieser Thematik. Die Mitarbeitenden erstellen gutachtliche Stellungnahmen zu Bauvorhaben in Deutschland, etwa wenn die Vorhaben militärische Flugplätze beeinflussen. Dabei nutzen sie seit einigen Jahren eine spezielle Simulationssoftware, mit deren Hilfe Störwirkungen berechnet werden.

Beispiel der Flugroutendarstellung in der neuen Software.

Beispiel der Flugroutendarstellung in der neuen Software.

Bundeswehr/LufABw

In den vergangenen Wochen wurde im Rahmen der Weiterentwicklung der Software eine Messreihe im Bereich des Flugplatzes Nörvenich durchgeführt. Das LufABw hatte hierbei die Unterstützung des dortigen Taktischen Luftwaffengeschwaders 31 sowie des Softwareentwicklers, der Firma Hensoldt. Im praktischen Teil der Messreihe flogen Hubschrauber des Search and Rescue (SARSearch and Rescue)-Kommandos aus Nörvenich und zwei Learjets der Firma GFD (Flugzieldarsteller) in der Nähe regionaler WEAs. So konnten wichtige, realitätsnahe Daten erhoben werden. Zusätzlich zu den eigentlichen Messungen über das Radargerät wurden auch Daten von den überflogenen Windparks erhoben. Zu diesem Zweck wurden mobile Messtrupps entsandt. Ihr Auftrag war die Erhebung von Rotorblattgeschwindigkeiten und WEA Ausrichtung.

Alle erhobenen Daten dienen dazu, die weiterentwickelte Version der Software zu verifizieren. Messreihe und Software werden danach noch von einer unabhängigen Instanz geprüft. Das Gesamtergebnis wird schließlich sowohl beim Bundesverband Windenergie als auch bei der diesjährigen Tagung „Electromagnetic Waves and Windturbines“ in Zürich vorgestellt.

Durch dieses einzigartige WEA-Störzellentool ist das LufABw auf Jahre hinweg fachlich gut und rechtlich sicher positioniert. Das Wichtigste dabei: Der Kern der Arbeit des LufABw bleibt sichergestellt - Die Aufrechterhaltung der Sicherheit im Luftraum.

von Bastian Redenz