„Miteinander“ – dank Federated Mission Networking

„Miteinander“ – dank Federated Mission Networking

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Der Amtschef des Planungsamtes der Bundeswehr, Generalmajor Wolfgang Gäbelein, hat den Startschuss für die nächste Etappe bei der Umsetzung von Federated Mission Networking (FMN) gegeben. Dazu wurden Vertreter aus dem Bundesministerium der Verteidigung und all seinen Organisationsbereichen ins Planungsamt nach Berlin eingeladen.

Logo FMN

CIR

Federated Mission Networking bezeichnet eine Initiative von insgesamt 35 freiwillig teilnehmenden Nationen und Organisationen („Affiliierte“) unter der Schirmherrschaft der NATONorth Atlantic Treaty Organization. Seinen Ursprung findet FMN in Afghanistan. An der NATONorth Atlantic Treaty Organization-geführten Mission ISAFInternational Security Assistance Force waren zeitweise mehr als 40 verschiedene Nationen beteiligt. Alle verfügten über unterschiedliche Kommunikationsmittel, unterschiedliche Führungsvorgänge und unterschiedliche Ausbildungsstände – absolut suboptimal für die Operationsführung. So wurde die Idee geboren, nicht nur die gemeinsamen Interoperabilitäts-Standards voranzutreiben, sondern auch festgelegte Zeiträume für die Entwicklungsstufen („Spirals“) zu vereinbaren und die IT-Beschaffung und -Nutzung mit zu betrachten.

Startschuss für Spiral 5

In der anstehenden Spiral 5, für das nun der Startschuss gefallen ist, rücken diese militärspezifischen Anwendungen weiter in den Fokus. So sollen insbesondere die künftigen Nutzer, im Schwerpunkt die Operateure, von vornherein die Entwicklung mitbestimmen. Aufbauend auf bereits vorhandenen NATONorth Atlantic Treaty Organization-Standards soll für die wesentlichen militärischen Interessenbereiche, wie zum Beispiel Aufklärung oder Logistik, der Umgang mit dem Faktor Information genauer definiert und eine passgenaue IT-Unterstützung entwickelt werden (sogenannte Community of Interest Services).

Soldat im Rang eines Generalmajors

Der Amtschef des Planungsamtes, Generalmajor Wolfgang Gäbelein, gab den Startschuss für die nächste Etappe bei der Umsetzung von Federated Mission Networking.

PlgABw/Bienek

Das Kommando Cyber- und Informationsraum der Bundeswehr ist federführend für die Koordination von FMN in der Bundeswehr und forciert mit weiteren Organisationsbereichen die nationale Umsetzung.

Das Planungsamt ermittelt den operativen Bedarf für multinationale interoperable Informationssysteme und steuert die Fähigkeitsentwicklung.

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr verantwortet die Fähigkeitsentwicklung im Rahmen des Rüstungsprozesses. Dazu gehören unter anderem die Prüfung, ob die in FMN festgelegten Standards bereits durch bestehende Projekte umgesetzt werden, ob eine Beschaffung von handelsüblichen Produkten oder sogar Neuentwicklungen notwendig werden. Dabei setzt es die Forderungen um, die multinational innerhalb von FMN entwickelt und national im Zuge der regulären Arbeit in die Projekte eingebracht werden. Die Zeitlinien von FMN richten sich an den Bedürfnissen nationaler Planungs- und Rüstungsprozesse aus: Spiral 5 beginnt jetzt und die umsetzenden IT-Systeme sollen im Jahr 2027 im Rahmen der VJTFVery High Readiness Joint Task Force validiert und einsatzbereit sein.

Federated Mission Networking – gemeinsames Verständnis schaffen

Aus diesem Grunde hat der Amtschef fachlich zuständige Vertreter aus dem Verteidigungsministerium sowie „operationelle Fachleute“ aus den Organisationsbereichen zur nationalen operativen FMN - Auftaktveranstaltung nach Berlin Köpenick geladen. Vorrangiges Ziel war es, bisher Unbeteiligte durch die nationalen Verantwortlichen zu informieren und sich fachlich auszutauschen. Zudem ging es natürlich darum zu beraten, welche FMN Fähigkeiten im Spiral 5 zu entwickeln sind.

Zwei Soldaten sitzen vor einem großen Monitor.

Die Harmonisierung von Führungsprozessen, Ausbildung und standardisierter Informationstechnik gewährleisten die Interoperabilität in multinationalen Einsätzen.

2019 Bundeswehr/Martina Pump

Als Ergebnis standen am Ende des Tages ein besseres gemeinsames Verständnis von FMN sowie die Feststellung, dass es notwendig ist sich gegenseitig einzubeziehen. Darüber hinaus wurde diskutiert, wie Anforderungen aus dem multinationalen FMN-Umfeld im Rahmen der nationalen Planungs- und Projektarbeit übersetzt werden könnten. Schnell wurden erste mögliche Schnittstellen identifiziert. Durch die fachliche Mitarbeit an den einzelnen Fähigkeiten konnte eine Win-Win-Situation erzielt werden, auf der es zukünftig aufzubauen gilt.

Spiral 5 geht los!