Sommerreise

Planungsamt der Bundeswehr: Initialer Baustein im Beschaffungsprozess

Planungsamt der Bundeswehr: Initialer Baustein im Beschaffungsprozess

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Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
4 MIN

Nächster Halt auf der Sommerreise von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht: das Planungsamt in Berlin-Köpenick. Sie betonte zum Auftakt ihres Besuches: „Es ist mir wichtig, Eindrücke aus ihrer konkreten Arbeit zu gewinnen, denn hier wird die Grundlage geschaffen für die entsprechende Ausrüstung und Ausstattung der Truppe.“

Zwei Personen stehen am Stehtisch.

Der Amtschef des Planungsamtes Generalmajor Wolfgang Gäbelein empfängt Verteidigungsministerin Christine Lambrecht auf ihrer Sommerreise

Bundeswehr/Bienek

Die Aufgaben des Planungsamtes drehen sich um Fragen was die Bundeswehr braucht, um ihren Auftrag und ihre Aufgaben auch zukünftig erfüllen zu können und welche Fähigkeiten sie hierfür benötigt. Ziel ist es, unsere Streitkräfte bestmöglich für ihren Auftrag auszustatten. Hierbei ist das Zusammenspiel zwischen Planung, Beschaffung und Nutzung wesentlich. „In Bezug auf das Beschaffungswesen muss sich auch in den Köpfen etwas ändern. Wir müssen deutlich schneller werden. Umso wichtiger ist es, dass wir gemeinsam in die gleiche Richtung denken“, unterstrich die Ministerin.

Neben der Gesprächsrunde mit dem Amtschef des Planungsamtes und weiteren Führungskräften stand für die Bundesministerin der Verteidigung auch ein Austausch mit Leitern Integrierter Projektteams auf dem Programm.

Das Fernlicht in die Zukunft

Kapitän zur See Stephan Mauritz zeigte in seinen Ausführungen den Weg auf, der bis zur Fähigkeitsentwicklung führt. Die Zukunftsanalyse mit einer Betrachtungsperspektive von mehr als 25 Jahren nach vorn ist Fernlicht und Ausgangspunkt. Die Mitwirkenden bewerten die diesbezüglichen Erkenntnisse, wie z.B. in Form der Beschreibung des Operationsfeldes der Zukunft, unter anderem nach Chancen und Risiken und setzen sie in einen bundeswehrgemeinsamen Kontext. Die Ergebnisse finden Eingang in das Fähigkeitsprofil der Bundeswehr, das als Soll beschreibt, wie die Bundeswehr künftig aussehen wird. Es ist gleichermaßen gegenwartsbezogen und zukunftsorientiert. Es ist fokussiert auf Landes- und Bündnisverteidigung und bildet ebenso NATO-Vorgaben und die Zusagen an die NATO ab.

Digitalisierung der Führungsfähigkeit

Oberst i.G.im Generalstabsdienst Stefan Kern griff mit dem Thema Digitalisierung der Führungsfähigkeit einen weiteren zentralen Aspekt für den Besuch der Verteidigungsministerin auf. Im Schwerpunkt geht es darum, Operationen im Verbund mit unseren Partnern und Alliierten planen und führen zu können. Das benötigt entsprechende Prozesse, Verfahren und die richtige Ausstattung, die eine große Menge an unterschiedlichen Informationen mit hoher Geschwindigkeit zu verarbeiten und weiterzuleiten gestatten.

Es geht um einen leistungsfähigen durchgängigen Informations- und Kommunikationsverbund und künftig auch die Anwendung künstlicher Intelligenz. Der Amtschef des Planungsamtes der Bundeswehr, Generalmajor Gäbelein, betonte: „Wir müssen schauen, wie uns die absehbaren Technologien helfen können und wo wir uns weiterentwickeln müssen, um die Technologien auch zielführend zu nutzen.“ Aufgabe des Planungsamtes ist es, die Modernisierungsbedarfe zu erfassen, die Funktionsumfänge und Schnittstellen zu definieren, eine übergreifende und durchgängige Betrachtung sicherzustellen sowie die Projektarbeit zwischen den unterschiedlichen Beteiligten zu synchronisieren

Austausch mit Leitern Integrierter Projektteams

Zu den Erfahrungen aus der Projektarbeit konnte sich die Verteidigungsministerin in der Gesprächsrunde mit den IPT-Leitern (Integriertes Projektteam) austauschen. Die Atmosphäre war von Beginn an sehr offen. Zu den vorgestellten Projekten gehörten unter anderem der 3D-Druck in der Bundeswehr, Gefechtsstände für Landbasierte Operationen oder auch Elektromobilität.

Die Tätigkeiten eines IPT-Leitenden sind sehr vielfältig. Sie sind Projektmanager, aber auch Motivator und Mediator. Sie orchestrieren das „Ganze“ und bringen alle Beteiligten an einen Tisch. Denn jedes Dokument, das im Rahmen der Projektarbeit erstellt werden muss, ist eine Gemeinschaftsleistung.

Die Projekte müssen gestaltet werden, das heißt bei den vielen zu bearbeitenden vielschichtigen Themen geht es darum, Komplexität anhand geeigneter Instrumente angemessen zu reduzieren. Hierzu dienen unter anderem sogenannte Architekturen, Analysemethoden die auf Modellen beruhen.

Soldaten stehen in der Runde.

Leiter der Integrierten Projektteams stellen ihre Projekte vor

Bundeswehr/Bienek

Die IPT-Leiter müssen aber auch Lösungen herbeiführen, wenn abweichende Interessen oder konkurrierende Forderungen bei unterschiedlichen Nutzern im Raum stehen. Dabei unterstützt Forderungscontrolling sich noch mehr als bisher auf die Marktverfügbarkeit zu fokussieren. Hinzu kommt „Weglassen“, also die Beschränkung auf das Notwendige, um Vorgänge möglichst zu beschleunigen. Grenzen findet dieses Vorgehen bei kritischen Forderungen, die zwingend zu erfüllen sind. Generalmajor Gäbelein betonte: „Wir müssen zukünftige Projekte anders managen, weniger seriell, mehr parallel. Das heißt auch, sich dieser Herausforderung gemeinsam zu stellen und mit Pragmatismus alle Möglichkeiten des Handels auszuschöpfen. Alle Prozessbeteiligten müssen den bereits eingeschlagenen Weg der Optimierung konsequent weitergehen. Von der Verschlankung der Dokumente bis hin zur pragmatischen Anwendung der Verfahren bieten sich ausreichend Möglichkeiten. Der Schlüssel ist das richtige Mindset.“

Lösungsräume müssen aufgemacht werden und Spielräume müssen konsequent genutzt werden. Dass dieses erfolgreich möglich ist, zeigt das Projekt 3D-Druck: es ist gelungen die Beauftragung bis zur ersten Auslieferung von 3D-Druckern an die Truppe in weniger als einem Jahr umzusetzen.

Am Ende ihres Besuches fasste Ministerin Lambrecht zusammen: „Ich habe großen Respekt vor ihrer Leistung. Es ist sicherlich nicht immer einfach, die unterschiedlichen Meinungen, Forderungen und Wünsche miteinander zu vereinbaren. Danke für die Einblicke, ich habe sehr deutlich wahrgenommen, dass die Geschwindigkeit und Beschleunigung der Prozesse in ihrer täglichen Arbeit eine große Rolle spielen. Daran werden wir gemessen, denn im Fokus steht unsere Einsatzbereitschaft.“

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