Grundausbildung

Ausbildung im neuen Heimatschutzregiment 3 läuft auf vollen Touren

Ausbildung im neuen Heimatschutzregiment 3 läuft auf vollen Touren

Datum:
Ort:
Nienburg
Lesedauer:
2 MIN

An den jüngsten Truppenteil am Bundeswehrstandort Nienburg, das Heimatschutzregiment 3, werden hohe Erwartungen gestellt. Mit der Rückbesinnung auf den Aufgabenschwerpunkt Landes- und Bündnisverteidigung hat der Heimatschutz wieder an Relevanz gewonnen. Ausbildung und Personalgewinnung stehen deshalb von Anfang an im Fokus.

Ein Soldat spricht mit zwei weiteren Soldaten

Generalleutnant Markus Laubenthal möchte mehr Soldatinnen und Soldaten motivieren, sich dauerhaft im Heimatschutz zu engagieren

Bundeswehr/Christian Prinzler

Erst im Oktober 2023 aufgestellt, übernimmt die 3. Kompanie des Heimatschutzregimentes 3 in Nienburg bereits den vollen Ausbildungsbetrieb. Davon konnten sich unlängst zahlreiche geladene Gäste überzeugen – darunter der stellvertretende Generalinspekteur der Bundeswehr, Generalleutnant Markus Laubenthal, sein designierter Nachfolger, Generalmajor Andreas Hoppe, und die Vizepräsidentin des Bundesamtes für Personalwesen der Bundeswehr, Frau Generalstabsarzt Dr. Nicole Schilling.

Gefahrenpotenzial realistisch dargestellt

Trotz des zusätzlichen Lampenfiebers, ausgelöst durch die Präsenz der Besucherinnen und Besucher, meisterten die jungen Soldatinnen und Soldaten ihre Aufgabe zur Zufriedenheit ihrer Ausbildenden: Die Erstausbildung Checkpoint stand auf dem Dienstplan. Im Übungsraum „F“ auf dem Standortübungsplatz Nienburg war mit Hilfe von S-Draht-Rollen, spanischen Reitern und Sandsäcken eine Straßensperre aufgebaut worden. 

Zwei Ausbildende mimten Zivilpersonen und wurden samt ihrem Kleintransporter vorschriftsmäßig „gefilzt“. Plötzlich ein Warnruf eines Soldaten: „Waffe!“ Aus einer Tasche im Laderaum des Fahrzeuges war eine Pistole zum Vorschein gekommen. Jetzt waren schnelle und zweckmäßige Maßnahmen gefragt.

Für die angehenden Heimatschützerinnen und Heimatschützer war es der erste Tag der Checkpoint-Ausbildung. So ließ es sich nicht vermeiden, dass nach dem ersten Übungsdurchgang noch einiges zu korrigieren war. 

„Sprechen Sie energischer“, riet Regimentskommandeur Oberst Manfred Schreiber dem Soldaten, der den zu überprüfenden Fahrzeuginsassen Anweisungen geben sollte. „Achten Sie immer auf den richtigen Ladezustand Ihrer Waffe“, forderte er die anderen auf. Die einzige Frau unter den Aspiranten erhielt zusätzlich einen Händedruck ihres Kommandeurs: Es war ihr Geburtstag, den sie erstmals in diesem außergewöhnlichen Rahmen verbrachte.

Ein weißer Van hält an einer Absperrung aus Stacheldraht. Ein Soldat mit Winkerkelle geht darauf zu.

Das Übungsszenario ist realitätsnah: Ein unbekanntes Zivilfahrzeug nähert sich der Absperrung und wird angehalten. Die Insassen werden aufgefordert, sich und ihr Fahrzeug überprüfen zu lassen

Bundeswehr/Christian Prinzler
Ein Mann mit grauer Jacke lehnt sich mit den Händen an einen weißen Van. Neben ihm steht ein Soldat.

Unbekannte Zivilfahrzeuge und dessen Insassen müssen sich nach Aufforderung einer verschärften Personenkontrolle unterziehen – so auch im Übungsszenario nach Auffinden einer Schusswaffe im Fahrzeug

Bundeswehr/Christian Prinzler

Ideen für Personalgewinnung diskutiert

Nach der praktischen Ausbildung folgte eine Gesprächsrunde der jungen Soldatinnen und Soldaten mit den Gästen. Laubenthal interessierte sich ganz besonders für das persönliche Befinden der Rekrutinnen und Rekruten sowie für ihre Beweggründe, die sie in diese Ausbildung geführt hatten. Er verdeutlichte sein Anliegen, möglichst viele von ihnen dauerhaft zu gewinnen: „Lassen Sie sich im Heimatschutz beordern!“

Hauptmann Oskar H.*, Chef der Ausbildungskompanie, lobte die guten Rahmenbedingungen: „Der Bundeswehrstandort Nienburg ist hervorragend für die Ausbildung geeignet. Da wir personell und materiell noch nicht voll aufgestellt sind, erfahren wir sehr gute Unterstützung durch die anderen Truppenteile in der Nienburger Clausewitz-Kaserne, namentlich das Bataillon Elektronische Kampfführung 912 und das Multinational Civil-Military Cooperation Command.“

Die Personalgewinnung interessierte die Gäste während der Gesprächsrunde besonders. Alle Anwesenden waren sich einig, dass freiwillig Wehrdienstleistende die Möglichkeit einer Weiterverpflichtung im Heimatschutz erhalten sollen, um sie nicht an andere Organisationsbereiche zu verlieren. Die Regionalität, also die Besonderheit, sich als Soldatin oder Soldat im eigenen Umfeld engagieren zu können, müsse eine noch größere Rolle spielen als bisher. 

Diskutiert wurde auch, ob der Heimatschutz eine eigene Truppengattung werden und eine eigene Grundausbildung bekommen soll, um einen einheitlichen Ausbildungsstand sicherzustellen. Das ist aber noch Zukunftsmusik: Für den Moment steht beim Heimatschutzregiment 3 weiter die Grundausbildung für Angehörige des Heimatschutzes im Mittelpunkt.

*Name zum Schutz des Soldaten abgekürzt.

von Ulrich Baade

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