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EUEuropäische Union-Militärstab und MPCC zu Besuch in der Ulmer Wilhelmsburgkaserne

EUEuropäische Union-Militärstab und MPCC zu Besuch in der Ulmer Wilhelmsburgkaserne

Datum:
Ort:
Ulm
Lesedauer:
2 MIN

Der Fokus des Ulmer Kommandos liegt aktuell bei der Vorbereitung auf das Jahr 2025 in dem Deutschland als Rahmennation die Führung über die EUEuropäische Union-Einsatzkräfte übernimmt. Die operative Führung dieser Kräfte soll dann erstmals durch die MPCC erfolgen. Die nahende Führungsrolle des MPCC wird durch das MN KdoOpFü vorbereitend unterstützt.

Mehrere Militäruniformen hängen nebeneinander. Jede stammt aus einem anderen Land.

Im Ulmer Kommando arbeiten Angehörige vieler EUEuropäische Union Nationen eng zusammen

Bundeswehr/Gina Seegert

Der DGEUMS , der niederländische Generalleutnant Michiel van der Laan, besuchte kürzlich während eines zweitägigen Informationsbesuchs das Multinationale Kommando Operative Führung (MN KdoOpFü) in der Ulmer Wilhelmsburgkaserne.

Der Befehlshaber des Ulmer Kommandos, Generalleutnant Alexander Sollfrank, wies ihn in die aktuelle Auftragslage seiner Dienststelle ein. General van der Laan hat im letzten Jahr die Führung des EUMS vom französischen Admiral Hervé Bléjean übernommen. Das Ulmer Kommando unterstützt den EUMS seit Jahren auf militärstrategischer Ebene, insbesondere bei Übungen mit Planungsfähigkeiten und -kapazitäten.

Zwei Soldaten stehen nebeneinander.

Der niederländische Generalleutnant Michiel van der Laan und der Befehlshaber des Multinationalen Kommandos Operative Führung, Generalleutnant Alexander Sollfrank

Bundeswehr/Gina Seegert

General van der Laan erhielt bei seinem Besuch zudem Einblicke in das ebenfalls in der Wilhelmsburgkaserne stationierte Joint Support and Enabling Command (JSECJoint Support and Enabling Command) der NATO, welches Generalleutnant Alexander Sollfrank ebenfalls befehligt. Das Multinationale Kommando Operative Führung hat wesentlich zum Aufbau des JSECJoint Support and Enabling Command bis zu dessen vollständigen Operationsfähigkeit im Jahr 2018 beigetragen und unterstützt es bis heute. Es stellt so ein militärisches Verbindungselement zwischen Bundeswehr, EUEuropäische Union und NATO dar.

Ulmer Kommando unterstützt das MPCC

Bereits Ende Januar besuchte eine Delegation der MPCC aus Brüssel unter Vorsitz des französischen Oberst Arnaud Drier de Laforte den Stab des Ulmer Kommandos. Die MPCC soll im Jahr 2025 ihre volle Operationsfähigkeit als militärstrategischer Führungsstab der neuen EUEuropäische Union-Eingreifkräfte erreichen. Zentrales Thema dieses Arbeitsbesuches war die Unterstützung der nahenden Führungsrolle des MPCC durch das Ulmer Kommando in den Bereichen Planungs- und Führungsexpertise als langjähriges militärstrategisches Hauptquartier der EUEuropäische Union.

Mehrere Soldaten verschiedener Nationalitäten stehen vor einem historischen Gebäude

Die Delegation der MPCC unter Vorsitz des französischen Oberst Arnaud Drier de Laforte (m.) und Angehörige des Multinationalen Kommandos Operative Führung vor dem historischen Gemäuer der Ulmer Wilhelmsburg

Bundeswehr/Bastian Süpple

Die EUEuropäische Union muss bei Krisen effektiv und reaktionsschnell handeln. Um die Einsatzfähigkeit und Interoperabilität ihrer Hauptquartiere und Streitkräfte zu gewährleisten, müssen die EUEuropäische Union und ihre Mitgliedsstaaten die EUEuropäische Union-Führungsstrukturen für bestehende wie künftige Missionen und Operationen der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVPGemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik) weiterentwickeln sowie an die neuen sicherheitspolitischen Herausforderungen anpassen.

Neue EUEuropäische Union-Eingreifkräfte ab 2025

Deutschland wird im Jahr 2025 als Rahmennation die Führung über die neuen verstärkten EUEuropäische Union-Einsatzkräfte übernehmen. Deren Herzstück wird die „Rapid Deployment Capacity“ (RDC), mit der je nach Einsatzszenario bis zu 5.000 Soldatinnen und Soldaten für verschiedene Arten von Krisen zur Verfügung stehen. Die operative Führung dieser Kräfte soll ab 2025 durch die MPCC erfolgen und ist von einem streitkräftegemeinsamen und multinationalen Ansatz, ergänzt durch Luft-, See- und Spezialeinsatzkräfte, gekennzeichnet. Anders als bei den bisherigen EUEuropäische Union-Battlegroups, wird durch die RDC ein deutlich höheres Aufgabenspektrum möglich.

Ulmer Grundlagenkompetenz 

Das MN KdoOpFü in Ulm stellt an der Schnittstelle zwischen EUEuropäische Union und NATO mit seinen Planungskapazitäten, Fähigkeiten und seiner Expertise ein bewährtes Hauptquartier auf militärstrategischer Ebene für militärische Einsätze und Übungen im Rahmen der GSVPGemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EUEuropäische Union zur Verfügung. Dadurch trägt es einen unverzichtbaren Teil zur Stärkung sowie zur Handlungs- und Krisenreaktionsfähigkeit der GSVPGemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik bei, was ein wesentliches Element des vom Europäischen Rat im März 2022 gebilligten „Strategischen Kompass“ ist.


 

von Bernd Niedermann / Elias Auernhammer

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