Internationale Katastrophenhilfe der Bundeswehr

Sind durch Naturkatastrophen, Unglücke und Epidemien Menschen in Not, helfen ihnen deutsche Soldaten und Soldatinnen weltweit. Bei dieser internationalen Katastrophenhilfe wirkt die Bundeswehr eng mit staatlichen und nichtstaatlichen Partnern und Hilfsorganisationen zusammen.

Soldat gibt einer malischen Frau die Hand, drumherum weitere Personen
Bundeswehr/Andreas Schwarz

Seit wann leistet die Bundeswehr internationale Katastrophenhilfe?

Ihre ersten bewaffneten Auslandseinsätze absolviert die Bundeswehr nach der Wiedervereinigung in den 1990er Jahren. Internationale Katastrophenhilfe leistet die Bundeswehr aber schon viel länger: Bereits 1960 tritt die deutsche Luftwaffe auf den Plan, als ein Erdbeben die marokkanische Küstenstadt Agadir zerstört. Transportflieger bringen Rettungskräfte und Material in die schwer getroffene Region. Außerdem richten sie eine Luftbrücke für Verletzte ein.

Seitdem werden die deutschen Streitkräfte immer wieder in Katastrophengebiete entsandt – zur Rettung von Menschenleben. Einige Beispiele:

Was gehört zur internationalen Katastrophenhilfe der Bundeswehr?

Container werden in ein Flugzeug geladen

Mit ihren Flugzeugen transportiert die Bundeswehr Hilfsgüter – allen voran Lebensmittel, Behelfsunterkünfte und Medikamente - in Krisengebiete.

Bundeswehr/Johannes Heyn

Bei Naturkatastrophen und anderen großen Notlagen sichert die internationale Katastrophenhilfe der Bundeswehr das Überleben der betroffenen Menschen. Es werden beispielsweise Lebensmittel, Behelfsunterkünfte oder Medikamente in die betroffenen Gebiete transportiert.

Auf diese Soforthilfe folgt eine Nachbetreuung. Diese zielt darauf ab, dass sich Menschen in betroffenen Regionen in absehbarer Zeit wieder selbst helfen können.

Längerfristige Hilfen fallen hingegen in den Verantwortungsbereich der Entwicklungshilfe und sind daher nicht Aufgabe der deutschen Streitkräfte.


Wie funktioniert die internationale Katastrophenhilfe der Bundeswehr?

Zur Bewältigung eines Katastrophenfalls im Ausland stellt die Bundeswehr Kräfte und Mittel bereit. Wenn zivile Organisationen vor Ort noch nicht ausreichend handlungsfähig sind, kann die Truppe schnell Hilfe leisten und beispielsweise kurzfristig Logistikkräfte, Pioniertechnik, Wasseraufbereitungsanlagen oder gut ausgestattete Ärzte und Sanitäter einsetzen.

Angetretene Soldaten

Befehlsausgabe: Der Sanitätsdienst der Bundeswehr steht bereit, um schnell zu helfen – auch weltweit.

Bundeswehr/Björn Wilke


Wen unterstützt die internationale Katastrophenhilfe der Bundeswehr?

Bei ihrer internationalen Katastrophenhilfe wirkt die Bundeswehr meist eng mit Verbündeten und Partnernationen zusammen. Außerdem kooperiert sie mit staatlichen und nichtstaatlichen Hilfsorganisationen wie beispielsweise dem Technischen Hilfswerk oder dem Roten Kreuz.

Was bringt die internationale Katastrophenhilfe der Bundeswehr Deutschland?

Die internationale Katastrophenhilfe der Bundeswehr rettet in erster Linie Menschenleben und lindert akute Not. Das steht im Fokus aller Anstrengungen. Sie dient aber auch den sicherheitspolitischen Interessen Deutschlands. Hungersnöte beispielsweise lösen Flüchtlingsbewegungen aus, die ganze Regionen destabilisieren und Konflikte entfachen können. Deshalb hat sich die Bundesregierung auf die Fahnen geschrieben, Fluchtursachen zu bekämpfen. Humanitäre Hilfe – auch durch Streitkräfte - leistet dazu einen Beitrag.

Eine Karte zeigt ausgewählte Hilfseinsätze der Bundeswehr weltweit.

Von Albanien bis zur Volksrepublik China: Weltweit war die Bundeswehr im Hilfseinsatz.

Bundeswehr


Wer entscheidet über die internationale Katastrophenhilfe der Bundeswehr?

Wenn Soldaten und Soldatinnen humanitäre Hilfe leisten, ist dieses kein „bewaffneter Einsatz deutscher Streitkräfte“, dem laut Grundgesetz der Bundestag mit einfacher Mehrheit zustimmen müsste. Ein Beschluss der Bundesregierung genügt also meist, um die internationale Katastrophenhilfe der Bundeswehr in Gang zu setzen. Ist jedoch nicht auszuschließen, dass die Soldaten Waffengewalt einsetzen müssen, um ihre Hilfeleistung erbringen zu können, werden sie dazu vom Bundestag mit einem robusten Mandat autorisiert, das den Gebrauch von Waffen legitimiert.

Menschen in Schutzanzügen in einem Behandlungszelt

Beim Ebola-Ausbruch 2014 stellte die Bundeswehr das Material für eine Bettenstation für bis zu 50 Patienten bereit.

Bundeswehr/Sebastian Wilke


Soldaten gegen Ebola – ein Beispiel für die internationale Katastrophenhilfe der Bundeswehr

Die Bundeswehr stellte Transportflugzeuge bereit, richtete eine Luftbrücke ein und baute eine Bettenstation für die Aufnahme von bis zu 50 Patienten auf. Insgesamt transportierten die Flieger 825 Tonnen Hilfsgüter, darunter Reissäcke, medizinische Ausrüstung, Krankenwagen und vieles mehr

Die Transportflüge erfolgten für die UNUnited Nations Mission for Ebola Emergency Response (UNMEER), das World Food Programme (UNWFP), die World Health Organization (UNWHO), das International Children`s Emergency Found (UNICEFUnited Nations International Children’s Emergency Fund) sowie für das Technische Hilfswerk (THW).

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