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Das gelbe Band: Zeichen der Solidarität

Oldenburg, 27.04.2010, aktuell, Zeitung für die Bundeswehr.
Für die Arbeit von Monica Melloh sind die jüngsten Trauerfeiern zum Tod von deutschen Soldaten in Afghanistan vielleicht ein Wendepunkt. Die 58-jährige Oldenburgerin engagiert sich seit drei Jahren durch den Verkauf von gelben Schleifen für mehr Solidarität der Bevölkerung mit der Bundeswehr. Diese Verbundenheit erleben die Soldaten als bislang eher gering. Doch es scheint sich etwas geändert zu haben, sagt auch Melloh. Inzwischen kann sie sich vor Aufträgen kaum retten.

Gelbe Schleife mit dem Aufdruck Solidarität
Ein Band der Solidarität mit den Soldaten (Quelle: Bundeswehr/Hubbe)Größere Abbildung anzeigen

Melloh ist die Gründerin des „Gelben Netzwerkes der Solidarität“ in Deutschland. Anfang 2007 hatte sie die Idee, die Soldaten im Auslandseinsatz durch den Verkauf von gelben Schleifen, die sich am Revers tragen lassen, zu unterstützen. „Jeder kann damit zeigen, dass er hinter den Soldaten steht“, sagt sie. Politische Botschaften verbindet sie damit nicht, es ist eher eine ideelle Unterstützung. „Es geht einfach darum, den Soldaten positive Gedanken mitzugeben und ihnen klar zu machen, dass sie den Rückhalt von zu Hause haben, wenn sie ihren Kopf hinhalten.“

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Rückhalt aus der Mitte der Gesellschaft

Auf die Idee zu der Initiative kam Melloh hauptsächlich durch ihren Sohn. Als dieser als Zeitsoldat diente, sprach ein Kommandeur davon, wie wichtig der Rückhalt in der Bevölkerung für die Soldaten sei. „Da hat es bei mir endgültig ‚Klick‘ gemacht“, sagt sie. Denn schon als ihr Vater schwer verwundet aus dem Zweiten Weltkrieg gekommen sei, habe sie sich als Kind gefragt, wieso sich keiner um solche Menschen kümmere, warum die Bevölkerung die Soldaten oft vergesse.

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Ein historisch unbelastetes Symbol

Andere Länder würden sich zu ihren Soldaten bekennen, seien sogar stolz auf diese, sagt Melloh. „In Deutschland hat dieses fehlende Bewusstsein wohl historische Gründe“, spielt sie auf die von Deutschland im vergangenen Jahrhundert angezettelten Kriege an. Deshalb hat sie die gelbe Schleife als Symbol ausgewählt, da diese ihrer Meinung nach ein historisch unbelastetes Symbol ist.

Zurück geht die Idee auf das Lied „Tie a yellow ribbon round the old oak tree“ von Tony Orlando, das auf einer amerikanischen Bürgerkriegssaga aus dem 19. Jahrhundert basiert. Damals schrieb ein Soldat der Südstaaten seiner Frau, sie solle ein gelbes Tuch in die alte Eiche hängen, wenn sie ihn noch liebe. Als der Mann nach langer Gefangenschaft nach Hause zurückkehrte, sah er das Tuch an dem Baum. Die Amerikaner nutzen das Symbol seit langem. So trugen viele US-Bürger während des Zweiten Golfkriegs eine gelbe Schleife am Revers, um ihre Solidarität mit den Soldaten im Irak auszudrücken.

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Aufträge über Aufträge

Melloh übernahm diese Idee und verkauft die gelben Schleifen in ihrem Bundeswehr-Artikel-Laden in Oldenburg und über das Internet. Neben der symbolischen Unterstützung für die Soldaten kommt ein Kauf auch einem gemeinnützigen Zweck zugute. Ein Teil des Erlöses gehen an die Organisation „Lachen helfen“, die damit Projekte für Kinder in Kriegs- und Krisengebieten finanziert. Rund 50.000 solcher Schleifen sowie Anstecknadeln oder T-Shirts hat die 58-Jährige in den vergangenen drei Jahren verkauft. Auch einige Politiker haben das Solidaritätszeichen bereits in der Öffentlichkeit getragen.

Seit einigen Tagen nun nehmen die Bestellungen bei Melloh deutlich zu. „Ich platze hier aus allen Nähten und komme kaum noch hinterher“, sagt sie. „Die Bevölkerung ist jetzt wohl wach geworden. Es tut sich was“, sagt sie. Für Melloh ist das aber noch nicht genug. „Es geht nicht nur darum, derer zu gedenken, die getragen nach Hause kommen. Es geht um alle Soldaten“, sagt sie.

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Stand vom: 28.04.2010 | Autor: Julia Spurzem

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