Bilder der Woche

Eingefangen: Bilder aus der Bundeswehr

Eingefangen: Bilder aus der Bundeswehr

Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
3 MIN

Der Verteidigungsminister gedenkt der Toten am Volkstrauertag, eine deutsche Korvette wird Flaggschiff der NATO-Mission in der Ägäis, ein Mörserzug lässt die Erde beben, die Pioniere aus Havelberg helfen Panzern auf Pontons über den Rhein – und der Containerstapler Orion stemmt in Mali den Rückbau des Feldlagers. Das sind die Bilder der Woche.

  • Zwei Soldaten tragen auf dem Jüdischen Friedhof einen Kranz. Hinter ihnen steht Minister Pistorius.

    Der Gefallenen gedenken: Auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee legte Boris Pistorius einen Kranz für die dort begrabenen deutschen Soldaten jüdischen Glaubens nieder. 12.000 Soldaten jüdischen Glaubens sind im Ersten Weltkrieg für ihr Land gestorben.

    Bundeswehr/Jörg Carstensen
  • Die Korvette „Oldenburg“ liegt festgemacht am Kai

    Hat 20.000 Pferdestärken: Die Korvette „Oldenburg“ zählt zur Braunschweig-Klasse K130. Diese Korvetten sind Spezialisten für flache Gewässer. Die Schiffsseiten haben eine X-Form, sodass diese Kriegsschiffe schwer zur orten sind.

    Bundeswehr
  • Soldaten in geduckter Haltung schießen mit einem Mörser. Ein Feuerball tritt aus dem Rohr.

    Deckung nehmen hieß es für den Mörsertrupp des Jägerbataillons 91 während der Schießausbildung auf dem Truppenübungsplatz Bergen. Begleitet von einem dumpfen Knall blitzt nach dem Abfeuern der Mörserpatrone ein Feuerball über dem Rohr auf.

    Bundeswehr/Till Hey
  • Ein LKW steht am Ufer und lässt ein Teil einer Faltschwimmbrücke ins Wasser.

    Technik zum Falten: Sowohl als Fähre als auch als Brücke verwendbar ist das Faltschwimmbrückensystem des Pionierbrückenbataillons 130 aus Havelberg. Die Pioniere brauchen nur eine Viertelstunde, um eine Fünffach-Fähre aus den Komponenten zu bauen.

    Bundeswehr/Carl Schulze
  • Ein Soldat nimmt mit einem Containerstapler einen Container auf. Ein Soldat gibt ihm Anweisungen.

    Jede Menge Muskelkraft: Der Containerstapler Orion kann 24 Tonnen tragen. Mit seiner Hilfe bereiten Soldaten vom Lufttransportumschlagzug im Camp Castor in Mali tonnenweise Material für den Rücktransport bis Jahresende nach Deutschland vor.

    Bundeswehr/Jana Neumann

Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft wachhalten

Angesichts des sinnlosen Blutvergießens in den aktuellen Konflikten weltweit hat der Volkstrauertag, der in diesem Jahr am 19. November begangen wurde, besondere Symbolkraft. Kranzniederlegungen und Gedenkreden gab es in Berlin nicht nur am Ehrenmal der Bundeswehr am Bendlerblock, an der Neuen Wache Unter den Linden und im Bundestag, sondern auch auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee. Zum Auftakt des zentralen Gedenktages legten Verteidigungsminister Boris Pistorius und Vertreter der Streitkräfte sowie des Landes Berlin Kränze für die mehr als 400 auf dem Friedhof begrabenen deutschen Soldaten jüdischen Glaubens nieder. Der Volkstrauertag ist nach dem Ersten Weltkrieg etabliert worden und erinnert zwei Wochen vor dem ersten Advent an die Kriegsopfer.

Deutsches Flaggschiff führt Marineverband

Erstmals ist eine Korvette vom Typ K130 bei der NATO-Unterstützungsmission im Ägäischen Meer zwischen Griechenland und der Türkei für die Bundeswehr im Einsatz. Als Flaggschiff brach die deutsche Korvette „Oldenburg“ ins Missionsgebiet aus dem Hafen von Souda Bay im Nordwesten der griechischen Insel Kreta auf. Ziel der Mission ist die Erstellung eines Lagebildes in der Ägäis: Beobachten und Melden, so lautet der Kernauftrag der Einsatzgruppe. Die „Oldenburg“ gehört zu den Korvetten der Braunschweig-Klasse, den Spezialisten für flache Gewässer in Küstennähe. Zur Crew zählen 61 Soldatinnen und Soldaten, die sich in mehrstündigen Seewachen abwechseln, um das Schiff 24 Stunden am Tag im Einsatz halten zu können.

Steilfeuer lässt die Erde beben

„Ansetzen – Feuer!“ Dieser Schlachtruf des Mörserzugs des Jägerbataillons 91 kurz vor dem scharfen Schuss signalisierte den Höhepunkt der Mörser-Ausbildung auf dem Truppenübungsplatz Bergen: Sobald ein Feuerkommando mit den Zieldaten den Mörsertrupp erreichte, galt es, möglichst schnell die erste 120-Millimeter-Patrone abzufeuern. Dafür muss der Richtschütze die befohlenen Werte am Periskop einstellen, der Ladeschütze bringt den Mörser in Position. Die 160 Kilogramm schwere Vorderlader-Steilfeuerwaffe kommt im Kampf gegen Flächenziele zum Einsatz, um die Infanterie zu unterstützen. Auch Leuchtpatronen können die Soldatinnen und Soldaten damit verschießen, um das Gefechtsfeld zu beleuchten.

Panzer schwimmen mit Pontons über den Rhein

Eine Gewässerbreite von bis zu 150 Metern bei einer militärischen Lastenklasse von 140, also ungefähr 140 Tonnen: Wenn normale Brücken und Verbindungswege nicht mehr zur Verfügung stehen, kommt es zum Einsatz: das Faltschwimmbrückensystem. Ob als Fähre oder als Brücke, nahezu jedes Rad- oder Gefechtsfahrzeug kann damit Gewässer überwinden, die mehr als 25 Meter breit sind. Dafür lassen die Pioniere der 5. Kompanie des deutsch-britischen Pionierbrückenbataillons 130 aus Havelberg den ersten Rampenabschnitt, einen 6,35 Tonnen schweren und 6,94 Meter langen Ponton, vom Heck des Brückentransporters bei Speyer ins Wasser des Rheins gleiten. Die Innen- und Außenschwimmkörper entfalten sich durch den Auftrieb automatisch. Das Brückengerät befähigt die Kompanie, an jedem Ort einen Übergang für die kämpfende Truppe sicherzustellen.

Ehrlicher Hochstapler stemmt für die Truppe

55 Tonnen ist er schwer, leise und leistungsstark: der Containerstapler Orion. Den zweiachsigen Teleskoplader nutzen die Soldatinnen und Soldaten vom Lufttransportumschlagzug im Camp Castor in Mali zum Verladen von 20-Fuß-Containern. Bis Jahresende, wenn die MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali-Mission endet, muss alles Material in Containern nach Deutschland zurückgeschafft worden sein. Der Rückbau in Gao ist in vollem Gange. Kein Problem für Orion: Scheinbar mühelos lässt er zehn Tonnen schwere Container wie leichte Legosteine zum richtigen Umschlagsplatz schweben. Dafür platziert der Staplerfahrer den Spreader, das rechteckige Greifelement, bis es klickt. An allen vier Ecken des Containers packen die Locks, also die Sicherungen, zu: Der Stapler hat den Container fest im Griff.

von Evelyn Schönsee

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