Das Jahr der Amtshilfe

Das Jahr der Amtshilfe

  • Podcast
  • Bundeswehr
Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
2 MIN

In diesem Podcast spricht Generalleutnant Martin Schelleis, Nationaler Territorialer Befehlshaber und Inspekteur der Streitkräftebasis, mit Redakteurin Barbara Gantenbein über die Amtshilfeeinsätze seit 2020 bis heute. Die Vielzahl der Einsätze bezeichneten ein historisches Hoch in nie da gewesenem Umfang, so Schelleis.

Noch nie wurden so viele Bitten um Amtshilfe an die Bundeswehr gestellt wie seit Beginn 2020. Gründe dafür: die Corona-Pandemie, die Flutkatastrophe und ein Cyberangriff. Darüber sprechen wir im Funkkreis mit Generalleutnant Martin Schelleis.
Audio-Transkription

Noch nie wurden so viele Bitten um Amtshilfe an die Bundeswehr gestellt wie seit Beginn 2020. Gründe dafür waren die Corona-Pandemie, die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sowie ein Cyberangriff. Lag der bisherige Rekord – im Jahr 2019 – noch bei insgesamt 249 Anträgen, waren es im Zeitraum von Februar 2020 bis heute mehr als 8.500 Amtshilfeersuchen. Über 90 Prozent davon wurden positiv beschieden.

Corona und kein Ende

Die Soldatinnen und Soldaten dienten in Impf- und Testzentren, mobilen Impfteams, Altenheimen und Gesundheitsämtern im Kampf gegen Corona. Die maximale Anzahl des eingesetzten Bundeswehrpersonals pro Tag erreichte Anfang Februar 2021 den Höchststand von 20.000 Personen. Insgesamt sei jeder zweite Bundeswehrangehörige seit Beginn 2020 im Corona-Hilfseinsatz gewesen, erklärt Schelleis. Mit nun wieder steigenden Infektionszahlen wachsen nach der Beruhigung im Sommer jetzt erneut die Zahlen der Amtshilfeanträge an. Natürlich werde weiterhin geholfen, wenn es um Leib und Leben gehe, erklärt Generalleutnant Schelleis.

Hilfe in der Flutkatastrophe

„Noch in der ersten Nacht haben wir mehrere Hundert Menschen retten können“, berichtet der General. Mit watfähigen Krankenwagen, Booten und Hubschraubern retteten die Soldatinnen und Soldaten Flutopfer aus höchster Not.

In den Tagen nach der Katastrophe wurden weitere Menschen gerettet und auch Leichen geborgen. Die Bundeswehr versorgte von der Außenwelt abgeschlossene Ortschaften aus der Luft mit Nahrung, Wasser und Medikamenten. Pioniere räumten Straßen und legten Brücken, der Sanitätsdienst versorgte die Menschen im Katastrophengebiet, während andere Kräfte die Infrastruktur wieder gangbar machte. „Ohne die Bundeswehr wären wir ganz schön aufgeschmissen„, stellte eine Anwohnerin fest. Der Einsatz der Soldatinnen und Soldaten wurde mit großer Dankbarkeit aufgenommen.

Großes Leistungsspektrum

Während die Truppe im Kampf gegen Corona vor allem personelle Verstärkung leistete, konnten die Pioniere und Logistiker nach der Flutkatastrophe ihre ganz speziellen Fähigkeiten zum Einsatz bringen, sowohl beim Brückenlegen als auch beim Räumen und Wiederaufbau.

Und auch einer ganz anderen Herausforderung stellte sich die Truppe. Nach einem Cyberangriff auf die Kreisverwaltung des Landkreises Anhalt-Bitterfeld bat der zuständige Landrat um Amtshilfe. Daraufhin säuberten die ITInformationstechnik-Experten der Bundeswehr sämtliche Rechner und installierten sie neu. „Das zeigt, dass die Bundeswehr über ein sehr breites Fähigkeitsspektrum verfügt“, stellt Schelleis klar. Neben den normalerweise angefragten Hilfeleistungen bei Waldbrand, Schneekatastrophen, Hochwasser oder eben Corona könne die Truppe auch andere brisante Situationen meistern.

von Barbara Gantenbein

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