Nachgefragt

MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali-Kommandeur: „Keinesfalls waren wir umsonst da.“

MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali-Kommandeur: „Keinesfalls waren wir umsonst da.“

Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
4 MIN

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Oberst Heiko Bohnsack war von April 2023 bis zur Rückverlegung Führer des deutschen MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali-Kontingentes in Mali. Damit verantwortete er auch die beschleunigte Rückführung von Mensch und Material in die Heimat. Über die Herausforderungen seines Auftrages und die Rückkehr nach Deutschland spricht Bohnsack mit Frau Korvettenkapitän Nana Ehlers.

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Oberst Bohnsack übernahm im April 2023 das deutsche MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali-Kontingent in Mali bis zum Abzug im Dezember. Wie die Bundeswehrangehörigen ihren Auftrag erfüllten, erörtert er in „Nachgefragt“ mit der Moderatorin, Frau Korvettenkapitän Nana Ehlers.

Die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten haben in den vergangenen Monaten viele andere Krisenherde medial in den Hintergrund gedrängt. Das betrifft auch den seit über zehn Jahren schwelenden Konflikt im westafrikanischen Mali. Seit 2013 beteiligte sich die Bundeswehr an der UNUnited Nations-Mission MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali (Mission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali). Zeitweise waren bis zu 1.000 Deutsche für MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali in Mali stationiert, vornehmlich im Camp Castor bei Gao.

Bohnsack übernahm das Kommando über das 22. deutsche Kontingent im April 2023. Zu diesem Zeitpunkt sei bereits klar gewesen, „es geht irgendwann in die Rückverlegung“, sagt Bohnsack im Gespräch mit „Nachgefragt“-Moderatorin, Frau Korvettenkapitän Nana Ehlers. Allerdings sei zunächst noch Aufklärung im Raum Gao zur Überwachung des Friedensabkommens von Algier der Hauptauftrag gewesen.

Unverhoffte Änderung des Auftrages der Deutschen in Mali

Dies habe sich Mitte Juni mit der Forderung der Malier, die MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali-Mission zu beenden, geändert. „Das ist ganz schnell eine andere Geschichte geworden. Ab dem 1. Juli hatten wir ein anderes Mandat“, so Bohnsack. Ab diesem Moment habe man sich schwerpunktmäßig auf die Rückverlegung vorbereitet. Um die Rückverlegung zu beschleunigen, seien die ursprünglichen Pläne modifiziert worden. Zwei wesentliche Probleme habe die Truppe dabei zu bewältigen gehabt: „Die transporttechnischen Herausforderungen und die Sicherheitslage.“ Angesichts der eingeschränkten Verkehrsinfrastruktur in Mali mit überschaubaren Transportkapazitäten sei klar gewesen, dass die Rückverlegung sorgfältig geplant werden müsse.

Zunächst habe man daher geschaut, „was wir haben und was wir brauchen.“ Danach seien zunächst die Aufklärungs- und Infanteriekräfte reduziert worden. Anschließend sei das Material vor Ort in fünf Kategorien eingeteilt worden. „Kategorie eins und zwei mussten mit nach Hause“, sagt Bohnsack. Das seien militärisches Gerät, Waffen und Munition gewesen. Die anderen Kategorien seien je nach Erhaltungszustand und Bedarf sowie Wirtschaftlichkeit zurückgebracht worden oder im Lande verblieben. Unter anderem habe man den Maliern auch eine leistungsfähige Wasseraufbereitungsanlage überlassen, von der Bohnsack sich wünscht, dass sie weiterbetrieben wird.

„Unsere Knochen. Unser Auftrag. Unsere Laune.“

Seine Prioritäten als Führer vor Ort erklärt Bohnsack rückblickend wie folgt: „Unsere Knochen. Unser Auftrag. Unsere Laune.“ Und etwas präziser: „Wir kommen alle wieder heil nach Hause. Wir machen unseren Auftrag ordentlich. Und uns geht es noch gut dabei.“ Das habe unterm Strich auch geklappt.

Die Bilanz des letzten deutschen Kontingentführers zu MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali fällt überwiegend positiv aus. „Keinesfalls waren wir umsonst da“, sagt Bohnsack. Der Auftrag habe gelautet, den Friedensprozess zwischen der Zentralregierung und den verfeindeten Nordgruppen zu überwachen. „Und das ist gut gelungen über Jahre“, so Bohnsack. 

Solange die gut ausgebildeten MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali-Einheiten im Lande waren, hätten sich die verschiedenen Rebellen und Terroristengruppen in deren Bereich zurückgehalten. Nach dem Abzug könne sich das ändern, räumt Bohnsack ein. Allerdings sei es realistischerweise zu viel erwartet, dass der Frieden für immer auch ohne die UNUnited Nations-Truppen halten werde.

„Ich musste kurz ein Tränchen verdrücken.“

Den Empfang seines Kontingentes in Wunstorf am 15. Dezember empfand der Oberst als schöne und würdige Schlussveranstaltung für Soldaten und Angehörige. „Überwältigend ist der richtige Begriff. Ich bin ganz geflasht“, so der Oberst bei „Nachgefragt“. Insbesondere die „freundliche und entspannte Art und Weise, wie wir aufgenommen wurden“, habe ihn gefreut. 

Bohnsack hob auch hervor, wie stark der Minister „die Wertschätzung für das Kontingent und die Bundeswehr“ zum Ausdruck gebracht habe. Ihn persönlich habe aber besonders gerührt, dass etliche Kameradinnen und Kameraden, die bereits im Sommer aus Mali nach Deutschland zurückgekehrt waren, eigens zum Rückkehrerappell nach Wunstorf gereist seien. „Die haben sich extra die Mühe gemacht, hinzukommen. Das war ein Moment, wo ich kurz ein Tränchen verdrücken musste.“

von Markus Tiedke

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