Nachgefragt

„Russische Seestreitkräfte sind nicht unverwundbar“

„Russische Seestreitkräfte sind nicht unverwundbar“

  • Landes- und Bündnisverteidigung
  • Bundeswehr
Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
3 MIN

Der Ukrainekrieg wird überwiegend an Land geführt. Doch es gibt auch eine maritime Komponente: So wurde heftig um die Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer gekämpft. Seestreitkräfte sind auch bei der Blockade von Odessa oder den Kämpfen um die Schlangeninsel im Einsatz. Die Entwicklungen im Schwarzen Meer werden in Deutschland genau beobachtet. 

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Der Stellvertreter des Inspekteurs der Marine, Vizeadmiral Frank Lenski, spricht in ,,Nachgefragt'' über den Seekrieg im Schwarzen Meer und die Situation in der Ostsee. Hauptmann Hannes Lembke stellt die Fragen.

Der wohl größte Erfolg der ukrainischen Streitkräfte zur See war die Versenkung des Lenkwaffenkreuzers ,,Moskwa'' am 24. April. Das russische Flaggschiff im Schwarzen Meer war südlich von Odessa von Raketen getroffen worden. „Die Taktik der ukrainischen Streitkräfte ist dort, von Land aus mit den Mitteln, die sie haben, überraschend zu wirken. Die russischen Seestreitkräfte sind – wie wir gesehen haben – nicht unverwundbar“, sagt Vizeadmiral Frank Lenski. Der Untergang der Moskwa sei ein symbolträchtiger Erfolg für die Ukraine und ein herber Verlust für Russland gewesen. „Wir lernen daraus, dass die russische Seite sich offensichtlich der Bedrohung nicht recht bewusst war.“

Odessa im Fokus der russischen Seestreitkräfte

Seit Beginn des Krieges blockieren die russischen Seestreitkräfte den Zugang zur Hafenstadt Odessa in der Westukraine. Auch um die Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer wurde lange erbittert gekämpft. „Es ist völlig natürlich, dass insbesondere Mariupol und auch Odessa im Fokus standen und stehen“, sagt Lenski. „Mariupol hat in mehrfacher Hinsicht eine wesentliche strategische Bedeutung gehabt für das Kriegsgeschehen. Odessa ist der größte Handelshafen der Ukraine und gleichzeitig auch Stützpunkt der ukrainischen Seestreitkräfte.“

Durch die Seeblockade seien die Kräfte in der Stadt „mehr oder weniger handlungsunfähig“, so der Stellvertreter des Inspekteurs der Marine. Die Rückeroberung der Schlangeninsel durch die Ukraine ändere daran nichts.

Lage in der Ostsee ruhig

Der Ausbruch des Krieges in der Ukraine war aber nicht nur im Schwarzen Meer, sondern bis hinauf in die Ostsee zu spüren. Die NATO-Mitgliedstaaten im Baltikum, Polen sowie die Beitrittskandidaten Finnland und Schweden sind wie Russland direkte Anrainer der Ostsee. In Kaliningrad ist die baltische Flotte stationiert, über Sankt Petersburg wird ein beträchtlicher Teil des russischen Seehandels abgewickelt. 

Befürchtet wurde, dass sich NATO-Verbände und Russland in der Ostsee in die Quere kommen könnten. „Nach dem 24. Februar haben wir mehr oder weniger alles zur See fahren lassen, was schwimmen konnte“, sagt Lenski. „Wir haben signalisiert: Wir sind da, wir sind für unsere Partner da. Und wir haben der baltischen Flotte signalisiert: Wir sind wachsam.“ Die Botschaft wurde offenbar verstanden. Bisher, so Lenski, würden sich die russischen Seestreitkräfte in der Ostsee eher zurückhaltend geben.

von Timo Kather

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