Nachgefragt

„Was nicht gelingt, ist, dass die ukrainische Moral einbricht“

„Was nicht gelingt, ist, dass die ukrainische Moral einbricht“

  • Landes- und Bündnisverteidigung
  • Bundeswehr
Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
3 MIN

Ein blutiger Abnutzungskrieg tobt in der Ostukraine. Unter großen Verlusten verzeichnet Russland geringe Geländegewinne. Zuletzt mussten sich die ukrainischen Kämpfer aber aus Sjewjerodonezk zurückziehen. Steht ein Durchbruch Russlands bevor? Nein, sagt Brigadegeneral Christian Freuding im Gespräch mit Moderatorin Kapitänleutnant Nana Ehlers. 

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Brigadegeneral Freuding leitet das Lagezentrum Ukraine im Verteidigungsministerium. Für die Zuschauerinnen und Zuschauer von ,,Nachgefragt'' ordnet er die Entwicklungen im Ukrainekrieg ein. Die Fragen stellt Moderatorin Kapitänleutnant Nana Ehlers.

„Die russische Kriegsführung ist systematisch darauf angelegt, zivile Infrastruktur zu bekämpfen. Unterschiedslos auf Zivilisten – auf Alte, auf Junge, auf Familien – zu wirken“, sagt im Gespräch ,,Nachgefragt'' der Leiter des Lagezentrums Ukraine im Verteidigungsministerium. „Was nicht gelingt, ist, dass die ukrainische Moral einbricht: die Moral der Streitkräfte, die Moral der Bevölkerung. Das verdient unseren Respekt und unsere Unterstützung.“ 

Zuletzt hatten sich die russischen Angreifer unter massiven Artillerieeinsatz im Donbass vorangekämpft, die ukrainischen Verteidiger mussten sich teilweise zurückziehen. Trotzdem sei kein entscheidender Durchbruch zu erwarten, so Freuding: „Weil die russischen Streitkräfte in diesen Kämpfen im Donbass ganz erheblich abgenutzt wurden. Weil sie Kräfte einsetzen müssen, um diese Räume zu halten. Und weil es den ukrainischen Streitkräften immer wieder gut gelingt, sich weiter im Westen zur Verteidigung so vorzubereiten, dass sie diese Stellungen auch erfolgreich halten können.“

15 Panzer Gepard sollen Ende Juli in der Ukraine sein

Einen Beitrag dazu leisten auch die Waffenlieferungen aus Deutschland. Mehrere Panzerhaubitzen 2000 sind in der Ukraine im Einsatz, weitere sollen bald folgen. „Mit den Niederländern werden wir dann 18 Stück geliefert haben. Das ist für die Ukrainer ein ganzes Bataillon“, so der Brigadegeneral. „Ich bin sicher – und das sehen und wissen wir auch aus den ersten Tagen –, dass dieses System effektiv zum Einsatz kommt und in dem Paket Bataillon auch in nennenswerter Größe.“ Neuer Nachschub für die Ukraine steht bereit, und zwar in Form des Flugabwehrkanonenpanzers Gepard.  Die ersten 15 Systeme sollen bis Ende Juli in die Ukraine in den Einsatz gebracht werden, so Freuding.

Deutschland und der Westen stünden auch moralisch in der Pflicht, die Ukraine zu unterstützen, so der Brigadegeneral. „Und zwar mit allem, was wir können. Humanitär, finanziell, auch mit militärischen Unterstützungsleistungen.“ Die Ukrainerinnen und Ukrainer kämpften um ihre staatliche Souveränität und um ihre territoriale Integrität. Nur sie allein dürften über die Zukunft ihres Landes bestimmen. „Es kommt darauf an, die Ukraine so zu unterstützen, dass sie sich verteidigen kann. Dass Russland diesen Krieg nicht gewinnt. Dass sich nicht Gewalt, Völkerrechtsbruch und Aggression durchsetzen. Sondern dass am Ende der Kampf um die Freiheit obsiegt.“

von Timo Kather

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