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Elektronische Kampfführung

Erprobung neuer Aufklärungstechnologien

Landes- und Bündnisverteidigung

Erprobung neuer Aufklärungstechnologien

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Der Cyber- und Informationsraum ist Auge, Ohr und Nervensystem der Bundeswehr. Die Teilstreitkraft liefert die Informationsgrundlage für Heer, Luftwaffe und Marine. Bei Vigilant Owl in Litauen erfüllt sie diesen Auftrag in ihrer ersten eigenen Einsatzmission – und erprobt vor Ort eine Reihe von technischen Innovationen.

Ein Soldat baut im Wald eine Antenne auf.

Mit der Mission VIGO stellt das EloKaBtl 932 begleitend zu Übungen der Panzerbrigade 45 den „EloKa Umbrella“ entlang der litauischen Grenze

Bundeswehr/Lea Bacherle

Vorsprung auf dem modernen Gefechtsfeld entsteht schon vor dem ersten Schuss: Wer erkennt Bedrohungen? Wer ordnet Signale ein? Wie schnell werden daraus verwertbare Informationen? Ohne Information keine Führung. Ohne Vernetzung keine Geschwindigkeit. Ohne Geschwindigkeit keine Überlegenheit.

Die Mission Vigilant Owl in Litauen erfüllt genau diese wichtige Frühwarnfunktion. Knapp 200 Soldatinnen und Soldaten, vor allem vom Bataillon für Elektronische Kampfführung 932 aus Frankenberg/Eder, überwachen vor Ort mit moderner Sensorik das elektromagnetische Spektrum in der Region. „Damit haben wir natürlich hier eine Frühwarnfunktion, die ganz massiv in Richtung Brigade 45 unterstützt“, erklärt Vizeadmiral Dr. Thomas Daum, Inspekteur CIR. 

Der Auftrag verlangt verlässliche Technik und schnelle Informationen. Die litauischen und deutschen Streitkräfte arbeiten eng zusammen: Litauen baut seine Fähigkeiten in der Elektronischen Kampfführung aus, Deutschland bringt Erfahrung ein und lernt dazu – gelebte Bündnisverteidigung.

Praxiserfahrung trifft auf zivile Technologieentwicklung

Beim Innovation Day im Oktober 2026 traf die Praxiserfahrung des EloKa-Bataillons 932 auf zivile Technologieentwicklung. Der Cyber Innovation Hub der Bundeswehr (CIHBw) unterstützt diese Zusammenarbeit der Truppe mit der Wirtschaft. 

Neben den bereits für die Truppe verfügbaren Technologien werden neue Wege mit dem CIHBw beschritten, um aktuell noch bestehende Fähigkeitslücken oder Engpässe schnell zu überbrücken. Im Fokus: Elektronische Kampfführung (EloKa), Drohnenabwehr, Software Defined Defence und Künstliche Intelligenz. Die sechs dort vorgestellten Systeme befinden sich in unterschiedlichen Entwicklungsständen.

Neue Aufklärungssysteme unter realen Bedingungen erproben

Die Mission VIGO verknüpft Aufklärung mit der Erprobung von Innovationen – beides unter realen Bedingungen. Zu den eingesetzten Aufklärungssystemen gehören auch zwei von der Truppe mitentwickelte Systeme:

Kleine Sensoren, weniger Risiko

Alle drei Ansätze haben ein Ziel: eigene Kräfte schützen. Für Oberstleutnant Moritz Kaselow, Kommandeur des Bataillons Elektronische Kampfführung 932, zählt vor allem die Kriegstüchtigkeit der Systeme: „Meine Männer und Frauen müssen sich auf das Gesamtsystem CIR verlassen können.“ Die EloKa-Kräfte der Zukunft sieht er als Auswerter im Raum: Sie sollen Informationen verarbeiten, einordnen und zum Lagebild verdichten.

Schutzsysteme vor Drohnen

Der Krieg in der Ukraine zeigt, wie gefährlich die sogenannte Kill ZoneAls Kill Zone bezeichnet man besonders gefährdete Räume, in denen Drohnen und andere Aufklärungs- und Wirkmittel nahezu jede Bewegung erfassen und bekämpfen können. Die Ausdehnung der Zone hängt von den eingesetzten Waffen und der jeweiligen Lage ab. Soldatinnen und Soldaten, Fahrzeuge, Waffensysteme und Nachschub sind dort erheblichen Risiken ausgesetzt. sowohl für Soldatinnen und Soldaten als auch für große Fahrzeuge geworden ist. Kleine, teils autarke Sensoren können Informationen gewinnen, ohne dass ständig Personal und hochwertiges Großgerät vor Ort bleiben müssen. Sie ersetzen große Aufklärungssysteme nicht vollständig, aber sie mindern Risiken und sind leichter zu ersetzen.

Beim Innovation Day wurden auch Systeme zum Schutz vor Drohnen präsentiert: 

Vom Signal zur Wirkung

Am Ende entscheidet nicht die Zahl der Sensoren, sondern wie schnell aus Daten Informationen und daraus militärische Entscheidungen werden. Die Truppe benennt den Bedarf, zivile Entwickler liefern erste Lösungen, die Truppe erprobt und verbessert. Vernetzung und KI unterstützen die Geschwindigkeit. Die Verantwortung bleibt beim Menschen. 

Innovation ist kein Selbstzweck, sie muss im Einsatz wirken. Informationsüberlegenheit ermöglicht Führungsüberlegenheit. Führungsüberlegenheit schafft die Voraussetzung für Wirkungsüberlegenheit. Beides wird gerade in Litauen unter Beweis gestellt.

von Markus Schlenker  E-Mail schreiben

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