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Ladeschützin auf dem Leopard

Ladeschützin auf dem Leopard

  • Panzertruppe
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Datum:
Ort:
Munster
Lesedauer:
3 MIN

Sie ist Ladeschützin auf einem Kampfpanzer Leopard 2A6 und arbeitet an der Seite von drei Männern – Oberstabsgefreiter Britta Frey.  Zu den Aufgaben der jungen Soldatin innerhalb der vierköpfigen Besatzung gehört das Laden der Glattrohrkanone des Leopards. Damit können Ziele in bis zu einer Entfernung von 5.000 Metern wirkungsvoll bekämpft werden.

Eine Soldatin steht im Turm eines Panzers, während sie die Glattrohrkanone mit einer blau-ummantelten Patrone lädt.

Als Ladeschützin eines Kampfpanzers Leopard 2A6 lädt Oberstabsgefreiter Britta Frey die 120 mm L55 Glattrohrkanone und das koaxiale Maschinengewehr des Waffensystems und bedient die Funkgeräte des Fahrzeugs.

Bundeswehr/Carl Schulze

 „Als Ladeschützin bestücke ich die Kanone mit der 120 mm Munition und das Maschinengewehr mit 7,62 mm Munition und bediene gegebenenfalls auch das Fliegerabwehrmaschinengewehr“, beschreibt die 24-jährige Oberstabsgefreite Britta Frey ihre Aufgaben innerhalb der Panzerbesatzung und fügt hinzu: „Außerdem bin ich auch für die Funkgeräte zuständig.“ Die junge Frau aus Hannover dient bei der 4. Kompanie des Panzerlehrbataillons 93 in Munster. „Als Besatzung handeln wir im Sinne unseres Kommandanten und haben das Ziel, die an unseren Kampfpanzer gerichteten Aufträge erfolgreich zu erfüllen.“

„Grundsätzlich kann jeder Mannschaftssoldat Ladeschütze werden. Man sollte jedoch in der Lage sein, die 23 Kilogramm schweren Patronen für die 120 mm Glattrohrkanone laden zu können.“ Außerdem sollte man kein Problem damit haben, sagt sie, mit drei weiteren Kameraden auch mal für einen längeren Zeitraum auf engstem Raum leben zu müssen. „Aus meiner Sicht ist das aber eine Frage der Einstellung. Ich für meinen Teil kann sagen, dass es mir Spaß macht, auch mal zwei Wochen auf dem Kampfpanzer zu bleiben.“

Beeindruckender Arbeitsplatz

Ein Kampfpanzer schießt im Gelände. Vor der Mündung Kanone befindet sich ein Feuerball.

Während eines Gefechtsschießens bekämpft der Kampfpanzer Leopard, auf dem Oberstabsgefreite Britta Frey als Ladeschützin dient, ein Ziel.

Bundeswehr/Carl Schulze

Die Abiturientin trat ihren Dienst bei der Bundeswehr im August 2016 als Freiwillig Wehrdienstleistende an. Nach der Grundausbildung bei der Ausbildungsunterstützungskompanie des Panzergrenadierbataillons 212 in Augustdorf wurde sie bei der Stabs- und Fernmeldekompanie der Panzerlehrbrigade 9 in Munster als Stabsdienstsoldat eingesetzt. „Mit der Kompanie nahm ich unter anderem an der Übung Heidesturm 2017 teil, stellte aber bald fest, dass ich mir meinen Dienst bei der Bundeswehr irgendwie anders vorgestellt hatte. Ich entschloss mich daher, zur Panzertruppe zu wechseln und mich als Soldatin auf Zeit zu verpflichten. Im Januar 2018 trat ich dann meinen Dienst bei der 4. Kompanie des Panzerlehrbataillons 93 in Munster an und durchlief nacheinander die Ausbildung zur Kraftfahrerin für Kampfpanzer mit Erwerb der Fahrerlaubnis F (Kette) und die Dienstpostenausbildung zur Richt- und Ladeschützin Kampfpanzer Leopard 2A6. Derzeit fungiere ich als Ladeschützin auf dem dritten Panzer des Zuges. Für mich ist der Kampfpanzer ein beeindruckender Arbeitsplatz, imposant und einzigartig mit allen seinen Fähigkeiten.“

Eine Soldatin steht in der Ladeschützenluke eines Kampfpanzers. Sie bedient ein Maschinengewehr.

Im Gefecht gehört zu den Aufgaben des Ladeschützen eines Leopard 2A6 neben dem Laden der 120 mm L55 Glattrohrkanone auch die Bedienung des Fliegerabwehrmaschinengewehrs an der Ladeschützenluke des Turms.

Bundeswehr/Carl Schulze

Auf die Frage, warum sie sich überhaupt für den Dienst bei der Bundeswehr entschieden habe, antwortet Frey: „Ich habe mich schon sehr früh für die Bundeswehr interessiert, vielleicht lag das daran, dass mein Vater Offizier war und ich die Geschichten von seinen Erlebnissen spannend fand. Zum anderen wollte ich einen Beruf ausüben, der mich nicht nur geistig, sondern auch körperlich fordert, hier stellte die Bundeswehr aus meiner Sicht eine optimale Wahl dar. Es gibt kaum einen Arbeitgeber, der so vielseitig und abwechslungsreich wie die Bundeswehr ist. Es wird nie langweilig, denn kein Tag ist wie der andere. Zudem hat man viel mit Menschen zu tun, lernt die unterschiedlichsten Charaktere kennen und diese bald als Kameraden zu schätzen.“

„Praktische Erfahrungen sind Gold wert“

Eine Soldatin geht über einen Fahrzeugabstellplatz. Mit ihren Händen trägt sie drei Patronenböden.

Nach einem Gefechtsschießen bringt Oberstabsgefreiter Britta Frey Patronenböden der verschossenen 120 mm Munition zum Sammelplatz. Beim Schießen verbrennt die Hülse der Munition fast komplett, nur der Patronenboden bleibt übrig.

Bundeswehr/Carl Schulze

In naher Zukunft wird die Oberstabsgefreite, die ihre Freizeit mit Reitsport und Motorradfahren verbringt, in die Fußstapfen ihres Vaters treten: „Ich habe einen Antrag zum Laufbahnwechsel gestellt und möchte gerne Offizier werden. Das Auswahlverfahren für Offiziere habe ich bereits 2015 durchlaufen und bestanden, mich dann aber damals dazu entschieden, erst mal freiwillig Wehrdienst zu leisten. Die Jahre als Mannschaftsdienstgrad haben mir gezeigt, dass ich mehr will. Heute bin ich mir sicher, dass ich meinen Traumberuf gefunden habe und in diesem auch aufsteigen und weiterkommen möchte. Nach hoffentlich dann abgeschlossenem Studium ist mein Fernziel die Übernahme zum Berufssoldaten. Ich denke, die Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren gemacht habe, sind beim Erreichen dieses Ziels Gold wert und ich nehme definitiv viel aus der Zeit mit.“

Porträt einer Soldatin. Sie trägt das schwarze Barett der Panzertruppe der Bundeswehr.

Oberstabsgefreiter Britta Frey wird Anfang 2021 bei der anerkannten Mission
Enhanced Forward Presence in Litauen eingesetzt.

Bundeswehr/Carl Schulze

Vorher geht es für Oberstabsgefreite Britta Frey aber noch in den Einsatz. Ab Anfang 2021 wird sie für ein halbes Jahr mit den Kameraden ihrer Kompanie des Panzerlehrbataillons 93 einen Teil des von Deutschland geführten multinationalen Enhanced Forward Presence (EFPEnhanced Forward Presence) Verbandes in Litauen stellen. „Mich reizt am Einsatz in Litauen vor allem die Multinationalität und die Möglichkeit, mit Soldaten anderer Nationen zusammenarbeiten zu können. Ich freue mich auch auf die geplanten Großübungen, mal Panzerei im multinationalen Umfeld zu erleben.“

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