Sanitätsdienst

Operation Mask Force: Gemeinsam gegen Corona

Gut informiert durch die Pandemie. Der Kampf gegen das Coronavirus ist noch nicht gewonnen. Alle Angehörigen der Bundeswehr können mit ihrem Verhalten dazu beitragen, sich und andere zu schützen. Ein aktueller Überblick rund um die Themen COVID-19Coronavirus Disease 2019 und Präventionsmaßnahmen gegen das Virus.

Ein Arzt mit Schutzhandschuhen sitzt neben einem Patienten und bereitet dessen Oberarm für die Grippeschutzimpfung vor
Bundeswehr/Patrick Grüterich

Impfung: Damit die Einsatzbereitschaft nicht leidet

Es ist nur ein kleiner Stich, aber er hat eine große Wirkung. Ab Anfang Oktober können sich Soldatinnen und Soldaten in ihren Sanitätseinrichtungen wieder gegen Influenza impfen lassen. Gerade in Zeiten von Corona kommt dieser Schutzimpfung eine besondere Bedeutung zu.

Eine Injektionsspritze liegt einsatzbereit auf einem Impfausweis

In Zeiten von Corona kommt der Grippeschutzimpfung eine besondere Bedeutung zu

Bundeswehr/Patrick Grüterich

Die auch echte Grippe genannte Infektion ist eine Viruserkrankung, die zu hohem Fieber, schweren Kopf- und Gliederschmerzen und einem trockenen Reizhusten führen kann. Expertinnen und Experten schätzen, dass jedes Jahr weltweit zwischen 290.000 und 645.000 Menschen an Atemwegserkrankungen infolge einer Influenza-Infektion sterben.

“Die Grippe sollte man keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen“,

erklärt Flottillenarzt Dr. Kay Erkens, Facharzt für Allgemeinmedizin und Tropenmedizin. „Denn gerade bei Risikogruppen kann eine Influenzainfektion einen schweren Verlauf haben und sogar zum Tod führen.“

Auch wenn die meisten Angehörigen der Streitkräfte nicht zu einer Risikogruppe gehören, gibt Impfexperte Erkens zu bedenken: „Viele, gerade junge Kameradinnen und Kameraden, wissen oftmals gar nicht, dass sie eine Vorerkrankung oder zumindest die Veranlagung dafür haben. So liegt beispielsweise bei 30 Prozent aller Frauen und 40 bis 75 Prozent aller Männer eine arterielle Hypertonie, im Volksmund Bluthochdruck genannt, vor, ohne dass die Betroffenen davon wissen.“

Auch junge Personen können zur Risikogruppe gehören

Somit können auch junge Soldatinnen und Soldaten schnell zu einer Risikogruppe gehören, für die dann eine Impfung gegen Influenza wichtig ist. Dabei bietet sie den zusätzlichen Vorteil, dass sie nicht nur gegen das Influenzavirus schützt, sondern auch mögliche Folgeerkrankungen abwenden kann. „Die Influenza bereitet oftmals den Boden für weitere Erkrankungen“, erklärt Erkens. Die geschädigte Atemwegsschleimhaut ist ein idealer Nährboden für andere Krankheitserreger, wie Pneumokokken oder die Auslöser einer eitrigen Bronchitis.

Die Bundeswehr setzt schon länger auf eine konsequente Impfung aller Soldatinnen und Soldaten. Auch zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundeswehr können sich im Rahmen freier Kapazitäten impfen lassen. So soll vermieden werden, dass es in den Herbst- und Wintermonaten zu Doppelinfektionen mit Influenza- und Coronaviren kommt, die dann in einen schweren Krankheitsverlauf münden und das Gesundheitssystem überfordern. Aber Erkens weist noch auf einen anderen Grund hin: „Mit einer Impfung schützen wir nicht nur uns, sondern auch unsere Familien und Mitmenschen.“

Statement des Inspekteurs zur Grippeschutzimpfung

Der Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, Generaloberstabsarzt Dr. Ulrich Baumgärtner erklärt die Wichtigkeit der Grippeimpfung in Zeiten der Corona-Pandemie.

Influenza - Gefahr für die Einsatzbereitschaft

Darüber hinaus ist eine Übertragung auch über Hände und Oberflächen möglich, die durch virushaltige Sekrete verunreinigt sind. Aus diesem Grund kommt es nicht selten vor, dass ein Influenzaausbruch zur Infektion ganzer Familien, Großraumbüros aber auch militärischer Einheiten – von der Panzerbesatzung über den Fernmeldezug bis zur Operationszentrale in einem Hauptquartier – führen kann. „Die Influenza stellt somit auch eine konkrete Gefahr für die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte dar. Besonders, wenn Soldatinnen und Soldaten aufgrund einer Grippeerkrankung mindestens sieben bis zehn Tage ausfallen, nur weil sie nicht geimpft sind. Andererseits auch, wenn sie wegen einer fehlenden Impfung weitere Personen anstecken.“

Impfungen helfen Infektionsketten zu durchbrechen

Dass eine Impfung aber keinen 100-prozentigen Schutz vor einer Erkrankung bietet, weiß auch Erkens. „Untersuchungen zur Wirksamkeit von Impfungen haben gezeigt, dass sie zwischen 40 und 60 Prozent der geimpften Personen vor einer bestätigten Grippe schützen. Nichtsdestotrotz ist eine möglichst hohe Impfrate von essentieller Bedeutung, denn jeder Geschützte kann niemand anderen anstecken und trägt so dazu bei, die Infektionskette zu durchbrechen und Infektionszahlen gering zu halten.“

von Claas Gärtner

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