Streitkräftebasis

Kompaniechef beim Landesregiment Bayern

Kompaniechef beim Landesregiment Bayern

  • Reserve
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Bayern
Lesedauer:
3 MIN

Hauptmann Herwig Rubin ist Chef der neu aufgestellten Stabs- und Versorgungskompanie des Landesregiments Bayern. Im Zivilberuf war er Manager, der Reservedienst ist für ihn eine Herzensangelegenheit. Bei der Herbstübung des Landesregiments übernimmt seine Kompanie erstmals wichtige Aufträge – etwa bei Fahrdienst und Verpflegung.

Soldat im Feldanzug im Freien, im Hintergrund zwei Lastwagen.

Hauptmann Herwig Rubin, Chef der Stabs- und Versorgungskompanie des Landesregiments Bayern. Im Hintergrund stehen die Lastwagen, mit denen seine Kompanie arbeitet.

Bundeswehr/Felicia Englmann

„Ich empfinde das hier nicht als Arbeit“, sagt Hauptmann Herwig Rubin und schmunzelt. Seine Augen aber bleiben fokussiert. „Es ist eine Aufgabe, die Spaß macht – mit einem sehr ernsthaften Zweck.“ Hauptmann Rubin hat sogar eine Doppelaufgabe: Als Kompaniechef führt er die Stabs- und Versorgungskompanie des Landesregiments Bayern. Und er treibt den eigentlichen Aufbau der Kompanie voran, denn sie wurde im Rahmen des Pilotprojekts Landesregiment neu aufgestellt. Es besteht aus Reservedienstleistenden. Zum Engagement für den Heimatschutz, dem das Landesregiment dient, und dem militärischen Auftrag der Kompanie kommt der Auftrag, aus einer Gruppe von Spezialisten, die in ihrer freien Zeit Reservedienst leisten, eine Kompanie zu formen. Das Landesregiment ist ein Pilotprojekt von Bundeswehr und Reservistenverband und erprobt eine neue Führungsstruktur für die Territoriale Reserve in der Streitkräftebasis: Die drei bereits bestehenden fränkischen RSU-Kompanien sind in einer Regimentsstruktur zusammengefasst. Zur neu aufgestellten Stabs- und Versorgungskompanie kommt zusätzlich eine neue Unterstützungskompanie. Enthusiasmus für die Aufgabe und eine überdurchschnittliche Motivation, in der Reserve etwas zu bewirken, bringt Hauptmann Rubin von sich aus mit – und erwartet dies auch seinen Leuten. Mit seiner ruhigen, zugewandten Art ist Rubin ein guter Zuhörer und vermittelt mit seinen klaren Worten, was er erreichen möchte.

Reservedienst als Herzensangelegenheit

Soldat im Feldanzug steht vor einem Gebäude und gestikuliert beim Sprechen.

„Für mich ist entscheidend, dass wir sehr klar miteinander kommunizieren“, sagt Hauptmann Herwig Rubin. Er baut die Stabs- und Versorgungskompanie des Landesregiments Bayern auf.

Bundeswehr/Felicia Englmann

Teams aufzubauen und zu motivieren war auch im zivilen Berufsleben eine der zentralen Aufgaben von Herwig Rubin. Der Wirtschaftswissenschaftler war über viele Jahre als Geschäftsführer und Mitglied des Management Boards unter anderem für die globale Expansion eines der führenden Marktforschungsunternehmen verantwortlich. Er war Managing Director eines Joint Ventures mit George Vassiliou, dem ehemaligen Präsidenten von Zypern, und gründete mehrere Firmen im Nahen und Mittleren Osten sowie in Afrika. In seiner Zeit als aktiver Soldat war Hauptmann Rubin unter anderem vier Jahre lang Kompaniechef beim Panzerbataillon 14 in Hildesheim. Sich spannende Aufgaben zu suchen hat Herwig Rubins Werdegang geprägt. Der fünffache Vater lebt heute mit seiner Familie am Altmühlsee und findet zu der ihm wichtigen Gelassenheit beim Sport und bei Ausflügen in die Natur. Er ist begeisterter Rennradfahrer und Reiter. Beruflich hat er sich Mitte des Jahres 2020 aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und möchte sich künftig verstärkt um seine Lehraufträge an der Grundig Akademie und der Frankfurt School of Finance and Management kümmern. Das Landesregiment Bayern mit seiner Stabs- und Versorgungskompanie ist zur Herzensangelegenheit geworden, Rubin nennt es: „back to the roots“.

Aufträge bei der Herbstausbildung

Soldat im Feldanzug steht im Freien, im Hintergrund ein bewaldeter Hügel.

Kompaniechef Herwig Rubin auf dem Regionalen Ausbildungsstützpunkt der Reserve in Wildflecken. Im Hintergrund erheben sich die Hügel der Rhön, auf denen der Truppenübungsplatz liegt.

Bundeswehr/Felicia Englmann

„Kompaniechef zu sein – diese Möglichkeit elektrisiert“, sagt Hauptmann Rubin. Die Corona-Pandemie hat den Aufbau und die Ausbildung der neuen Kompanie nur kurz gebremst. Ende Mai 2020 traf sich ein Teil der Kompanie erstmals auf dem regionalen Ausbildungsstützpunkt der Reserve in Wildflecken, um die folgenden Ausbildungseinheiten zu planen. Leistungsbereitschaft, Offenheit und Vertrauen, diese Grundlagen der Zusammenarbeit legte der Kompaniechef den Kameraden bei der Arbeitsbesprechung ans Herz. Dabei betonte er: „Für mich ist entscheidend, dass wir sehr klar miteinander kommunizieren.“ Gegenseitige Wertschätzung und Unterstützung sind seine wichtigsten Führungsprinzipien. Knapp 40 beorderte Reservistinnen und Reservisten sind inzwischen in der neuen Kompanie zusammengekommen, zu jedem Ausbildungsmodul kommen mehr Teilnehmer. Ende September 2020 ist die Stabs- und Versorgungskompanie bei der Herbstausbildung des Landesregiments Bayern in Wildflecken dabei. Dort kommen erstmals alle Einheiten zu einer Ausbildungswoche zusammen. Die Stabs- und Versorgungskompanie übernimmt dabei wichtige Funktionen, etwa Fahr- und Transportdienste und Unterstützung in der Verpflegung. „Das ist weit mehr, als wir noch vor wenigen Monaten erwarten konnten“, sagt Herwig Rubin, aber seine Beharrlichkeit zahlte sich aus. Er weiß, worauf es ankommt: „Charakterstärke zeigt sich weniger bei der kurzen Bergetappe, als bei der Fahrt gegen den Wind.“

von Dr. Felicia Englmann  E-Mail schreiben

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