Streitkräftebasis

Wettbewerb bringt innovative Ideen für modernes Lernen

Wettbewerb bringt innovative Ideen für modernes Lernen

  • Ausbildung
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Osterholz-Scharmbeck
Lesedauer:
3 MIN

Die Ausbildung an der Logistikschule der Bundeswehr soll moderner werden. Ursprünglich als Wettbewerb gestartet, wurden nun die drei besten Ideen für modernes Lernen an der Logistikschule der Bundeswehr prämiert und umgesetzt.

Soldaten stehen nebeneinander in einem Dienstzimmer. Drei davon halten Urkunden in den Händen

Drei kreative Köpfe von der Logistikschule der Bundeswehr haben innovative Ideen für eine moderne Ausbildung in den Wettbewerb eingebracht. Sie wurden ausgezeichnet.

Bundeswehr/Petra Reiter

Im Wettbewerb der BWI innoX - einer Innovationseinheit des zentralen ITInformationstechnik-Dienstleisters der Bundeswehr – ging es darum, innovative Ideen im digitalen Bereich zu finden und zu prämieren. Alle Angehörigen der Logistikschule der Bundeswehr, kurz: LogSBw, waren aufgefordert, sich einzubringen. Mit 14 Ideen nahm die Schule am Wettbewerb teil. Brigadegeneral Boris Nannt, Schulkommandeur und Verfechter hybriden Lernens, startete parallel einen schulinternen Wettbewerb. Auch wenn es keine der 14 Ideen seiner Schülerinnen und Schüler ins Finale des BWI innoX-Wettbewerbs geschafft hat, so sollten drei Ideen mit einem Bestpreis vom Schulkommandeur ausgezeichnet werden.
„Modernes Lernen wird das Markenzeichen der Logistikschule der Bundeswehr. Wir wollen gemeinsam unsere Schule jeden Tag noch ein wenig besser machen, das Lernen weiterentwickeln und maximieren. Sie haben sich dazu gute Gedanken gemacht“, dankt er den drei kreativen Köpfen, die nun eine Urkunde und einen Preis von Nannt erhalten haben.

Digitale Lerninhalte statt Streaming-Dienste

Mit Videolehrmaterial erlernen zwei Soldaten auf ihren Stuben den Umgang mit dem Maschinengewehr MG3.

So stellt Hauptfeldwebel Hauck sich das vor: Soldaten lernen im Stubenunterricht den Umgang mit dem Maschinengewehr MG3 bei der Waffenkunde.

Bundeswehr/Nico Gluth

„Man muss das Rad ja nicht neu erfinden. Vorhandene Mittel sollen effektiv und effizient genutzt werden. Da bietet sich der Fernseher auf den Stuben doch an“, erzählt Hauptfeldwebel Markus Hauck, einer der Prämierten. Anstatt Streaming-Dienste zu nutzen, könne der Fernseher doch für Waffen- und Geräteausbildung, Vorschriftenstudium oder andere digitale Lerninhalte genutzt werden. Hauck ist Personalfeldwebel und war sehr oft auf Lehrgängen. Abends auf Stube hatte er beim Zappen dann irgendwann die Idee. Für die Logistikschule eine sehr gute und leicht umzusetzende Idee, die bereits in der Pilotierung ist.

Ausbildung jederzeit und überall

Blick auf eine Bluebox mit Scheinwerfer und Kamera davor

Das Fachmedienzentrum nutzt seine hauseigene Bluebox um eigene Bild-in-Bild-Videos zu produzieren. Die drei- bis fünfminütigen Videos enthalten Lerninhalte .

Bundeswehr/Petra Reiter

Hauptmann Patrick Gehlich ist Ausbilder an der Logistikschule. Seine Motivation, am Wettbewerb teilzunehmen, lag im Projekt „Modernes Lernen“, in dessen Mittelpunkt die Themen Digitalisierung, kompetenzorientierte Ausbildung und Wissensmanagement stehen. Gehlich stellt seine Ausbildung seit zwei Jahren auf kompetenzorientierte Ausbildung um. Ein wichtiges Merkmal dabei ist das selbstständige Erarbeiten von Lerninhalten. „Um diese besser aufbereiten zu können, möchte ich einige Impulsvorträge digitalisieren und den Lehrgangsteilnehmenden online zur Verfügung stellen.“ Aktuell fehlt dafür jedoch die passende Software für die Arbeitsplätze. So hatte Gehlich die Idee, sogenannte Bild in Bild-Videos zu drehen. Die üblicherweise live ausgestrahlten Videos, bei denen jemand einen Vortrag über eine WebCam hält und im Hintergrund die Präsentation oder der Vortrag abgebildet wird, sollen nun aufgezeichnet werden. Die Idee wird in Kürze umgesetzt.

Zeit effektiv nutzen

Auf einem Stapel Papier mit dem Deckblatt einer Dienstvorschrift liegen Kopfhörer

Auch wenn sich in einem Test gezeigt hat, dass die Vertonung einer Vorschrift ein ungeeignetes Mittel ist, sollen Audioformate wie Podcasts, Ausbildergespräche oder kurze Erläuterungen von Lerninhalten aufgenommen werden.

Bundeswehr/Brian Melzer

„Ich habe vor nicht allzu langer Zeit angefangen, eine mir unbekannte Sprache mithilfe einer App zu lernen. Dabei habe ich festgestellt, dass insbesondere das Wiederholen von Audiodateien sehr hilfreich ist. Das Gehörte lässt sich wesentlich besser einprägen, als wenn ich die Vokabeln nur lese oder schreibe“, berichtet Hauptmann Björn Moritzen. „Wenn es also mit so einer komplexen Aufgabe wie eine Sprache lernen funktioniert, warum soll das nicht auch mit logistischem Grundwissen gehen?“ Die Idee eines logistischen Hörbuchs entstand. Dies könnte man den Lehrgangsteilnehmenden bereits im Vorfeld zur Verfügung stellen, so die Vorstellung des Ausbilders. Fahrzeiten könnten beispielsweise effektiv genutzt werden. Moritzen sieht in den logistischen Hörbüchern die Chance, Lehrgänge zu straffen oder die gewonnene Zeit für die praxisnahe Ausbildung vor Ort zu nutzen. An der zentralen Ausbildungseinrichtung für Logistik in der Streitkräftebasis, hat das erste Hörbuch bereits eine Testphase durchlaufen. „Lernen und Lehren findet innerhalb und außerhalb des Klassenzimmers statt“, betont Brigadegeneral Nannt. An der Umsetzung wird gearbeitet.

„Auch die anderen 11 Ideen werden umgesetzt“, ergänzt Oberstleutnant Michael Seyda, Kommandeur der Lehrgruppe B und Leiter des Projektes Modernes Lernen an der Logistikschule. So wird es beispielsweise auch einen digitalen Unterrichtsraum geben, auf den man über das Internet Zugriff hat. Über ein Tablet können die Trainingsteilnehmenden alle Unterrichtsunterlagen und Lerninhalte abrufen. Der Wettbewerb hat einige innovative Ideen für die Ausbildung und das Lernen im digitalen Bereich hervorgebracht und so das Projekt Modernes Lernen vorangetrieben.

von Kathleen Riediger  E-Mail schreiben

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