Streitkräftebasis

Porträt der Kommandantin des Truppenübungsplatz Lehnin

Porträt der Kommandantin des Truppenübungsplatz Lehnin

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  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Brandenburg
Lesedauer:
3 MIN

Als einzige Kommandantin eines Truppenübungsplatzes in Deutschland führt Oberstleutnant Marico Shana Klingler seit fast drei Jahren in Lehnin das Kommando über den rund 7.500 Hektar großen Platz und ist Vorgesetzte von 35 militärischen und zivilen Mitarbeitern. Auch die Polizei, das Technische Hilfswerk und das Deutsche Rote Kreuz nutzen den Platz.

Porträt einer Soldatin im Außengelände

Sie ist die einzige Kommandantin eines Truppenübungsplatzes in Deutschland. Oberstleutnant Marico Shana Klingler führt das Kommando im rund 7.500 Hektar große Gelände in Lehnin.

Bundeswehr/Patrick Schweitzer

Es ist genau das, was ich wollte

Im Oktober 2017 war es eine Premiere und noch heute ist sie die einzige Kommandantin eines Truppenübungsplatzes in Deutschland - Oberstleutnant Marico Shana Klingler. Seit fast drei Jahren führt sie nun in Lehnin das Kommando über den rund 7.500 Hektar großen Platz und ist Vorgesetzte von 35 militärischen und zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Da neben der Bundeswehr zahlreiche weitere Institutionen wie die Polizei, das Technische Hilfswerk oder das Deutsche Rote Kreuz den Platz nutzen, erfordert das viel Koordination. 

„Als Kommandantin bin ich dafür zuständig, dass der Betrieb des Übungsplatzes und der Übungsanlagen im Rahmen der rechtlichen Vorschriften funktioniert. Da müssen viele Zahnräder ineinandergreifen“, erläutert Klingler und verweist auf Herausforderungen, wie den Brandschutz im Sommer und den Lärmschutz im Winter, wenn die Blätter abgefallen und der Schall weniger gedämpft wird.

Bindeglied zwischen Bundeswehr und Gemeinden

„Ich bin ja auch das Bindeglied zwischen Nutzern und Anwohnern“, beschreibt die 37-Jährige das Spannungsfeld und lobt die Zusammenarbeit mit den Umlandgemeinden. „Wir reden viel miteinander und haben ein gutes Verhältnis.“ Für Klingler ist der Dienstposten der bisherige Höhepunkt einer militärischen Laufbahn, die von vielen Premieren geprägt war. „Ich bin 2002 als Offizieranwärterin in die Bundeswehr eingetreten. Das war erst der 2. Jahrgang, in dem Frauen alle Verwendungen offenstanden“, erinnert sich die 1983 in Worms geborene Berufssoldatin.

Offizier wollte sie schon immer werden und in der Familie ist auch die Feuerwerkerei und Munitionstechnik kein unbekanntes Terrain. „Ich wollte schon immer Soldat werden, weil ich Verantwortung für Menschen und Material übernehmen wollte. Außerdem fand ich den Wechsel zwischen Büro und draußen spannend. Rückblickend kann ich sagen, es ist genau das, was ich wollte.“

Ausbildung mit vielen Highlights

Nach der Grundausbildung 2002 in Volkach folgen Lehrgänge zum Beispiel an der Offiziersschule in Dresden und erste Führungsverwendungen als Gruppen- und später Zugführerin. In München studiert Klingler 2005 bis 2008 Bauingenieurwesen und Umwelttechnik. Danach beginnt die Ausbildung zum Munitionstechnischen Offizier an der Technischen Schule Landsysteme (heute Ausbildungszentrum Technik Landsysteme) in Aachen, mit dem Ziel der anschließenden Spezialisierung am Zentrum Kampfmittelbeseitigung in Stetten am Kalten Markt. „Das hat mich schon immer gereizt. Es ist ja einfach, Dinge zum Explodieren zu bringen, sie aber daran zu hindern, ist deutlich schwieriger“, beschreibt sie ihre Motivation. 

Entgegen der ursprünglichen Planung wird Klingler nach ihrer eigenen Ausbildung selbst Hörsaalleiterin der Offizier- und Erwerblehrgänge für die Munitionsfachkunde der Streitkräfte in Aachen und wechselt dann als Einsatzoffizier und Büroleiterin nach Bonn. Im Anschluss geht sie für ihren ersten Einsatz in den Kosovo. Eine Erfahrung, die sie bis heute prägt. „Der Einsatz war hervorragend. Gerade das Arbeiten in einem internationalen Team hat wirklich Spaß gemacht“, berichtet Klingler. Es folgen Stationen als Kompaniechefin in Stavenhagen und Hagenow, bevor sie 2017 Kommandantin des Truppenübungsplatzes in Lehnin wird. 2019 geht Klingler erneut in den Einsatz, diesmal fast 7 Monate zu MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali nach Mali.

Die Bundeswehr ist ein großartiger Arbeitgeber

Für Klingler steht fest: „Die Bundeswehr ist ein großartiger Arbeitgeber, der viel erwartet, aber auch viel gibt. Auch wenn ich inzwischen 6-Mal quer durch die ganze Republik umgezogen bin und wenig Zeit habe, um meinen Hobbies, Reisen, Musicals und Theater, nachzukommen, kann ich sagen, ich würde mich heute wieder genauso entscheiden.„

von Patrick Schweitzer  E-Mail schreiben

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