Die Erkennungsmelodie der Bundeswehr – musikalischer Spiegel der ganzen Bundeswehr

Die Erkennungsmelodie der Bundeswehr – musikalischer Spiegel der ganzen Bundeswehr

  • Tradition
  • Bundeswehr
Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
2 MIN

Auf Wunsch der ehemaligen Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer spielt das Stabsmusikkorps der Bundeswehr beim Großen Zapfenstreich anlässlich ihrer Verabschiedung aus dem Amt die Erkennungsmelodie der Bundeswehr. Wie kein anderes Musikstück steht es für Vielfalt und Dynamik in den deutschen Streitkräften.

Nahaufnahmen von Notenblättern für das Musikstück „Wir. Dienen. Deutschland.“

„Wir. Dienen. Deutschland.“ Die drei markigen Worte bringen das Selbstverständnis der Truppe auf den Punkt. Die Vielfalt ihrer Aufgaben findet auch Ausdruck in der Erkennungsmelodie der Bundeswehr.

Bundeswehr/Isabell Kurtze

Seit 2013 hat die Bundeswehr ihre eigene Erkennungsmelodie. Sie trägt ebenso wie der Slogan der Bundeswehr den Namen „Wir. Dienen. Deutschland.“ Im Jahr 2011 entstand die Idee, das damals neu eingeführte Motto auch musikalisch mit einer Erkennungsmelodie zu begleiten. Es sollte ein Musikstück geschaffen werden, dass das Selbstverständnis der Bundeswehr wiedererkennbar in Musik ausdrückt.

Das Verteidigungsministerium beauftragte den Berliner Simon Theisen mit der Komposition. Im Februar 2013 stellte Theisen das Werk in Zusammenarbeit mit dem Stabsmusikkorps der Bundeswehr dem damaligen Verteidigungsminister Thomas de Maizière erstmals vor. Seitdem spielen die Orchester der Bundeswehr das Stück bei offiziellen Anlässen wie Gelöbnissen, dem Ein- und Auslaufen eines Schiffes oder auch bei öffentlichen Großveranstaltungen.

Der Mann hinter der Melodie

Der aus Berlin-Kladow stammende Theisen studierte Schlagzeug, Klavier und Gesang an der Berliner Universität der Künste. Bereits während des Studiums leitete er die Bigband der Universität und komponierte Musik für diverse Popmusiker. Nach dem Studium tauchte er in den Bereich der Filmmusik ein und schrieb zahlreiche Stücke für Filme und Serien.

Mit der Bundeswehr arbeitete Theisen seit 2011 zusammen, als er im Rahmen der Kampagne „Wir. Dienen. Deutschland.“ Social-Media-Clips vertonte. Nach der Zusammenarbeit mit der Bundeswehr widmete sich Theisen der Musikdidaktik. Inzwischen erstellt er Kompositionen für Unterrichtsfilme zum Erlernen von Musik.

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Ein ausdrucksstarkes Stück für die ganze Bundeswehr

Doch wie klingt Theisens Stück und was sagt es aus? Das Werk beginnt bedächtig mit der Trompete im Fokus. Es erinnert an Filmmusik. Nach und nach gesellen sich mehr Instrumente hinzu und es gewinnt an Bewegung und Dynamik. Trommeln fügen sich rhythmisch ins Gesamtbild ein. Ist das ein aus dem Hafen auslaufendes Schiff in der Abendsonne oder eine Panzerkolonne auf dem Marsch durch die Heide?

Was man damit verbindet, ist sicher dem Hörer überlassen. In jedem Fall kündet der kraftvolle, fanfarische Klang von Aufbruch. Doch dann sind auch leise und ruhige Töne zu vernehmen, die auch Verlust, Tod und Verwundung darstellen. Diese verschiedenen dramaturgischen Elemente sind gewollt. Denn: Die Erkennungsmelodie spiegelt musikalisch die Vielfalt der ganzen Bundeswehr wieder, wie der frühere Minister de Maizière es ausdrückte: „vom Schreibtisch bis zum Kampf.“

von Richard Manner

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