Quadriga 24

Wenn die Lagerhalle auf dem Land zum Gefechtsstand wird

Wenn die Lagerhalle auf dem Land zum Gefechtsstand wird

Datum:
Ort:
Idar-Oberstein
Lesedauer:
2 MIN

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Die Soldatinnen und Soldaten des Artillerielehrbataillons 345 haben Anfang März eine freilaufende Übung im Raum Idar-Oberstein und Bad Kreuznach absolviert. Für das Training der Übungsserie Quadriga 2024 nutzten sie die vorhandene zivile Infrastruktur und kamen so in Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern.

Drei schwere Geschütze fahren über eine Straße hintereinander

Der Raketenwerfer MARSMittleres Artillerieraketensystem II auf dem Straßenmarsch durch Idar-Oberstein in den ersten Einsatzraum

Bundeswehr/Melissa Heckert

Das Dröhnen und Donnern von Kettenfahrzeugen erfüllt die Morgenluft, während das Artillerielehrbataillon 345 einen langen Marsch auf zivilen Straßen absolviert. Präzise gelenkt fahren die schweren Geschütze, Raketenwerfer und Begleitwagen auf Straßen und Wegen. Für alle Beteiligten ist diese Fahrt anspruchsvoller als auf einem Übungsplatz, da die Entfernungen größer und die Abläufe mitten im zivilen Straßenverkehr komplexer sind. Die Soldatinnen und Soldaten sind konzentriert und bereit für die Aufgaben, die vor ihnen liegen.

Von Feuerunterstützung bis Verwundetenversorgung

Während der Übung, die sechs Tage dauert, bewegen sich die Artilleristen mitten unter der Bevölkerung, um ihren militärischen Auftrag zu erfüllen. Denn der lautet: Landes- und Bündnisverteidigung. So wird der Supermarktparkplatz zu einem Betankungspunkt und die Hallen landwirtschaftlicher Betriebe werden zu Batteriegefechtsständen – alles natürlich mit Zustimmung der Eigentümer und Pächter.

Die Batterien beziehen mit ihren Waffensystemen die vorgesehenen Einsatzräume und bereiten sich auf die Feuerunterstützung für die Kampftruppe vor. So steht die 6. Batterie zeitweise mit ihren Geschützen in einem Waldstück bei Hoppstädten und die 3. Batterie mit ihren Raketenwerfern bei Schmidthachenbach. Gesichert werden die Einsatzräume von den Soldatinnen und Soldaten der Batterien selbst.

Ihre Gegner: Kräfte des Gebirgsaufklärungsbataillons 230, die den Feind darstellen. Sie fordern die Artilleristen in unterschiedlichen Szenarien bei Tag und Nacht. Gefordert ist auch die Sanitätseinsatzstaffel, in der „Verwundete“ medizinisch versorgt werden. Das schafft zusätzliche Stresssituationen, die auch die Ersthelfer, also nichtmedizinisches Personal, auf den Ernstfall vorbereiten.

Unterstützung durch die Bevölkerung

Ein Soldat hockt vor stehenden Zivilisten, hält einen kleinen Monitor in den Händen und spricht

Hauptfeldwebel Frank N.* erklärt interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Funktionen seiner Aufklärungsdrohne

Bundeswehr/Wolfgang Bartels

Während der Übung arbeiten die Besatzungen der Geschütze und Raketenwerfer rund um die Uhr die geforderten Feuerkommandos ab. Aus der vor Feindsicht geschützten gedeckten Aufstellung geht es in die Feuerstellung. Hier gilt der Grundsatz „Feuer und Bewegung“. Denn spätestens nach dem ersten Schuss können die Geschütze von feindlichen Kräften aufgeklärt und bekämpft werden. Eigene Aufklärungsmittel wie eine Schallmessanlage oder die Aufklärungsdrohne KZOKleinfluggerät für Zielortung (Kleinfluggerät für Zielortung) werden ebenfalls eingesetzt.

Für die ortsansässige Bevölkerung sind das alles ungewohnte Bilder, die mit Spannung verfolgt werden. Doch auch für die Truppe ist diese Übung in freiem Gelände ein Gewinn: Sie kann sich noch besser auf den Schutz Deutschlands und der NATO-Verbündeten vorbereiten.

*Namen zum Schutz des Soldaten geändert.

von Melissa Heckert

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