Heer

Die Artillerie des Deutschen Heeres

Geballte Feuerkraft und Präzision für die Landes- und Bündnisverteidigung. Die Artillerie unterstützt die Kampftruppe – sie bekämpft Ziele, bringt Licht in die Nacht und nimmt mit Nebel dem Feind die Sicht.

Aus einem großen Militärfahrzeug startet eine Rakete mit einem großen Feuerstrahl.
Bundeswehr/Torsten Kraatz

Die Artilleristen des Deutschen Heeres unterstützen mit ihrem weitreichenden Artilleriefeuer die Kampftruppe. Die Panzerhaubitze 2000 und der Raketenwerfer MARSMittleres Artillerieraketensystem II (Mittleres Artillerieraketensystem II) sind ihre Hauptwaffensysteme. Mit der Panzerhaubitze 2000 verfügt die Artillerietruppe der Bundeswehr über eines der modernsten und leistungsfähigsten Rohrartilleriesysteme. Die Haubitze ist eine Flächenwaffe, die Großziele bekämpft, die sich nicht bewegen. Mit dem MARSMittleres Artillerieraketensystem II bekämpfen die Artilleristen Flächen- oder Punktziele.

Artillerieschießen mit der Panzerhaubitze 2000: Im scharfen Schuss üben die Soldatinnen und Soldaten der 4. Kompanie des Artillerielehrbataillons 325.

Die Artillerie ist der wesentliche Träger des Feuerkampfes und kann zu jeder Tages- und Nachtzeit, unabhängig vom Wetter, feuern. Große Entfernungen, von der Waffe bis zum Ziel, sind die Regel. Man spricht auch von der Wirkung mit Präzisions- und Abstandsfähigkeit. Ziele in bis zu 30 Kilometer Entfernung können bekämpft werden. Bis zu 80 Sekunden sind die Geschosse in der Luft.


Die Hauptwaffensysteme

Feuer Frei - Raketenwerfer MARSMittleres Artillerieraketensystem II

Deutschland hat keine menschenleeren Weiten, Schweden schon: Soldaten der 3. Kompanie des Artilleriebataillons 131 aus Weiden haben im Oktober mit ihrem Raketenwerfer Mars II auf einem Testgelände in Vidsel in Nordschweden Raketen verschossen. Es ging darum, mit der Hochpräzisionswaffe verschiedene kilometerweit entfernte Ziele genau zu treffen und dabei so wenig wie möglich Kollateralschäden anzurichten. Die Artilleristen berichten im Video von ihrer Übung.
Datum:

Feuerkampf

Mehrere Soldaten hocken in einer Deckung und beobachten den Bereich vor ihnen

Die Joint Terminal Attack Controller (JTAC) vom Joint Fire Support Team (JFST) beobachten aus der Ferne und klären den Feind auf.

Bundeswehr/Jana Neumann

Der Feuerkampf wird durch Joint Fire Support Teams am Boden geführt. Sie setzen sich zusammen aus Artilleriebeobachtern, vorgeschobenen Beobachtern der Mörser und den Fliegerleittrupps. Diese Teams begleiten die Kampftruppe und verfügen über die Fähigkeit, auch mit verbündeten Armeen zusammenzuarbeiten. Sie begleiten und beraten die Kampftruppe, welche Ziele wie bekämpft werden sollten und wann der Einsatz von bodengebundenem oder luftgebundenem Steilfeuer nötig ist.
Steht die Entscheidung, kommt das Joint Fire Support Coordination Team zum Einsatz. Es erhält die Daten der Beobachter und wertet diese im Gefechtsstand aus. Hier fällt die finale Entscheidung über die Art und Weise der Bekämpfung. Nachdem die Meldungen über den Batteriegefechtsstand an die Feuerleitstelle übermittelt werden, erhalten die Geschützzüge von hier ihre Befehle für den Feuerkampf.

Ein Soldat sitzt in der Panzerhaubitze ein einem Computer.

Die Feuerbefehle werden direkt in das digitale Herz der Panzerhaubitze übermittelt.

Bundeswehr/Thomas Köhler

In der Regel werden Feuerbefehle direkt in das digitale Herz der Panzerhaubitze übermittelt. Das spart Zeit. Feuerbefehle können aber auch auf anderen Wegen, beispielsweise per Funk, übermittelt werden. Eine Batterie der Artillerie umfasst zwei Geschützzüge mit je vier Panzerhaubitzen und einen Zug Joint Fire mit den Teams Coordination und Support. Der Batteriegefechtsstand ist das Bindeglied zwischen der Artillerie und dem Kampftruppengefechtsverband, dem es unterstellt ist.
Die Artillerie der Bundeswehr hat noch einen weiteren Trick auf Lager: MRSI (Multiple Round Simultaneous Impact). Damit haben die Artilleristen die Möglichkeit, mit wenigen Geschützen enorme Wirkungen im Ziel zu erreichen und die eigene Truppengröße zu verschleiern. Ein Geschütz kann dank MRSI ein Ziel auf bis zu fünf verschiedenen Geschossflugbahnen bekämpfen. Der Feuerleitrechner errechnet die Flugbahnen so, dass die Geschosse trotz unterschiedlicher Abschusszeit gleichzeitig im Ziel ankommen.

Wer macht was?

Übungen der Artillerie

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Joint Fire Support in Aktion

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Zielaufklärung

Im Vordergrund ein Fahrzeug mit einer Raktenabschussvorrichtung und im Hintergrund ein Fahrezug mit einem Radar.

Die genaue und schnelle Verfolgung feindlicher Geschosse versetzt COBRA (hinteres Fahrzeug) in die Lage, in zwei Minuten bis zu 40 gegnerische Artilleriefeuerstellungen aufzuklären.

Bundeswehr / Marco Dorow

Bevor ein Ziel bekämpft werden kann, muss es durch Aufklärung erkannt und eindeutig bestimmt werden. Für diese Aufgabe verfügt die Artillerietruppe über zahlreiche Aufklärungsmittel. Die Augenbeobachtung wird durch Radargeräte und fliegende Systeme erweitert. Die unterschiedlichen Radarsysteme, wie das Artillerieortungsradar COBRA (Counter Battery Radar) und das Artilleriebeobachtungsradar, kurz ABRA, werden durch Drohnen zur unbemannten Luftaufklärung ergänzt. ABRA überwacht das Gefechtsfeld und liefert präzise Zieldaten. Das Artilleriebeobachtungsradar ABRA (hinteres Fahrzeug) erzielt Beobachtungsreichweiten von 14 Kilometern bei Personen, 15 Kilometern bei Geschossen und 38 Kilometern bei Fahrzeugkolonnen.COBRA klärt feindliche Feuerstellungen auf.

Ein Soldat sitzt in einer Kabine an einem Computer.

Hauptfeldwebel M. Benz vom Wetterzug des Artilleriebataillons 131 sitzt am ADLER-Rechner in der Auswertekabine und gibt die Daten ein.

Bundeswehr/Christian Thiel

Mit diesen Mitteln ist es möglich, Ziele mit hoher Genauigkeit zu orten. Für eine optimale Zielbekämpfung und Führung aller Kräfte müssen jedoch die Systeme der Aufklärung und Wirkung miteinander verknüpft werden. Hierzu werden unter Nutzung des funkgestützten Netzwerkes ADLER (Artillerie-, Daten-, Lage-, Einsatz- und Rechnerverbund) Zieldaten und andere Informationen übermittelt und digital an die Waffensysteme übergeben.

Zusätzlich fließen die Wetterdaten, die die Artillerie beispielsweise per Wetterballon selbst ermittelt, zur Erhöhung der Schusspräzision in das elektronische System mit ein. Diese ballistische Wettermeldung wird durch den Wetterzug erfasst und ausgewertet.

Die Hauptaufklärungssysteme

  • Ein Soldat steht an der Antenne des Artilleriebeobachtungsradar ABRA und schaut durch die Fernoptik.
    • Gepanzerte Fahrzeuge
    • Heer

    ABRA

    ABRA überwacht das Gefechtsfeld und liefert präzise Zieldaten.

  • Zwei Soldaten laufen durchs Gelände. Einer hält einen roten Wetterballon in der Hand.
    • Artillerie
    • Heer

    Von Druck und Dichte – Wetterdienstsoldaten

    Bei der Übung White Eagle liefern die Wettersoldaten des Artillerielehrbataillons 325 die nötigen Daten für das Schießen der Panzerhaubitzen.

    • Altengrabow

Artillerie – Ein Überblick

Die Artillerietruppe hat derzeit eine Personalstärke von rund 5.000 Soldaten. An der Spitze der Truppengattung steht der General der Artillerie. Er ist gleichzeitig Leiter der zentralen Ausbildungseinrichtung der Artillerietruppe in Idar-Oberstein.
An insgesamt fünf Standorten in Deutschland ist die Artillerietruppe der Bundeswehr stationiert. In der Bundeswehr existieren insgesamt vier Artilleriebataillone.

Das enge Zusammenwirken mit Luftwaffe, Marine und befreundeten Streitkräften kennzeichnet die Artillerie als streitkräftegemeinsam und multinational ausgerichtete Truppengattung des Heeres. Modern und zukunftssicher ausgestattet, wird die Artillerie auch künftig ihren Platz unter den wesentlichen Akteuren der Landstreitkräfte behalten.

WTDWehrtechnische Dienststelle 91 erprobt Artillerie-Munition mit der Panzerhaubitze 2000

An der WTDWehrtechnische Dienststelle 91 wird Artillerie-Munition mit Hilfe einer Panzerhaubitze 2000 verschossen. Das sogenannte Technologievorhaben Munitionsüberprüfung ist nur eine der vielfältigen Aufgaben der Dienststelle. Bei dieser Erprobung wurden 155 mm Geschosse auf ihre Funktion und die sichere Handhabung überprüft.
Datum:
Transkription des Videos

Multinational

Die litauischen Landstreitkräfte verfügen bereits über das Waffensystem Panzerhaubitze 2000. Mit der multinationale EFPEnhanced Forward Presence Battlegroup trainieren die Litauer gemeinsam mit Deutschland und anderen Nationen auf litauischen Großübungsplätzen das Gefecht verbundener Waffen. Die ungarischen Streitkräfte haben ebenfalls bei der deutschen Rüstungsindustrie 24 dieser modernen Panzerhaubitzen bestellt. Im Februar 2022 werden sie die ersten ausgelieferten Haubitzen übernehmen. Damit die Panzerhaubitze 2000 in den ungarischen Streitkräfte schnell eingesetzt werden kann, werden die ersten Bediener und künftigen Ausbilder in Deutschland ausgebildet.

  • Eine Panzerhaubitze steht auf einer Wiese. Rauch tritt aus dem Rohr aus, hinter dem Fahrzeug stehen mehrere Artilleristen.
    • Multinationalität
    • Heer

    Ausbildung mit Blitz und Donner

    Ungarische Soldaten lernen beim Artilleriebataillon 131 das Schießen mit der Panzerhaubitze 2000. In der Heimat geben sie ihr Wissen weiter.

    • Weiden
Soldaten fahren in der Panzerhaubitze 2000 durch das Gelände

Die Artillerie – verlässlicher Partner der Kampftruppe

Das Artillerielehrbataillon 325 bereitet sich auf den Einsatz in Litauen vor. Zweimal jährlich geht es künftig zur NATO-Mission EFPEnhanced Forward Presence.

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