Mitten in der Wüste

Mitten in der Wüste

  • Spezialkräfte
  • Bundeswehr
Ort:
Niger
Lesedauer:
2 MIN

Die Kampfschwimmer beherrschen ihr Geschäft nicht nur im Wasser. Im Niger bilden sie einheimische Spezialkräfte im Antiterrorkampf aus.

Zwei Soldaten fahren mit ATV-Quads durch die Wüste

Kampfschwimmer erkunden auf einem ATV-Quad die Umgebung um das Übungsgelände

Bundeswehr/Marc Tessensohn

Über Stock und Stein

Das Kommando Spezialkräfte der Marine ist seit 2018 im Niger, um dort Spezialkräfte auszubilden. Im Fokus stehen Taktik, Planung und Durchführung von Spezialoperationen gegen terroristische Gruppen. Die Ausbildung findet seit Kurzem in Tillia statt. Im Nahbereich des Camps werden Patrouillen der nigrischen Kräfte begleitet und Ausbildungsabschnitte absolviert. Dafür stehen den Kampfschwimmern eine Reihe von Fahrzeugen zur Verfügung. Neben verschiedenen gepanzerten Fahrzeugen werden auch All Terrain Vehicles (ATV) eingesetzt. Die allradbetriebenen Quads sind schnell und wendig und damit ideal für Fahrten abseits der Straßen.

Ausbildung am eigenen Gerät

Die Kampfschwimmer trainieren die nigrischen Spezialkräfte in Verfahren und Taktiken der Terrorismusbekämpfung. Niger ist eines der ärmsten Länder der Welt und liegt in der strategisch wichtigen Sahelzone. Die Ausbildung findet mitten in der Liptako-Gourma-Region statt, zu der neben dem Südwesten Nigers auch Teile von Burkina Faso und Mali gehören.

Die Region leidet unter ethnischen Spannungen und ist ein Sammelbecken terroristischer Gruppierungen. Die nigrischen Spezialkräfte sollen ertüchtigt werden, um für Sicherheit und Stabilität zu sorgen. Für den Kampf gegen Terroristen werden sie an verschiedenen Waffen ausgebildet und lernen, Patrouillen zu fahren sowie feindliche Fahrzeuge und Zielpersonen fest­zusetzen. Einige werden zu Scharf­schützen ausgebildet. Das russische Gewehr vom Typ Dragunow stammt aus dem eigenen Arsenal.

Mehrere nigrische Soldaten laufen mit Waffen und Ausrüstung

Die nigrischen Spezialkräfte üben regelmäßig verschiedene Szenarien. Zum Ende der Ausbildung müssen sie in einer großen Abschlußübung ihr Können unter Beweis stellen.

Bundeswehr/KSM
Soldaten mit Waffe im Anschlag suchen Deckung hinter einem Fahrzeug

Die Kampfschwimmer bilden in einer gefährlichen Region aus. Sie müssen auf alles vorbereitet sein und trainieren regelmäßig selbst, zum Beispiel das Ausweichen nach feindlichem Beschuss.

Bundeswehr/KSM

Bestehen im Gefecht

Ausbildungsinhalte wie Hinterhalte, Patrouillen und Raumkampf werden regelmäßig und in verschiedenen Szenarien geübt. Zum Ende der Ausbildung müssen die nigrischen Spezialkräfte in einer großen Abschlussübung unter Beweis stellen, dass sie selbstständig eine Operation im Antiterrorkampf planen, vorbereiten und durchführen können. Danach geht es für sie zurück in den Kampf gegen die terroristischen Gruppierungen in ihrem Land.

Military Assistance ist eine der Kern­aufgaben der Kampfschwimmer. Seit August 2021 ist die bisher bilaterale Mission ein mandatierter Einsatz der Spezialkräfte und fester Bestandteil der EU-Ausbildungsmission EUTMEuropean Union Training Mission Mali.

Im Überblick: Konflikt in der Sahelzone

Das Zentrum dschihadistischer Aktivitäten in der Sahelzone ist das Dreiländereck von Mali, Burkina Faso und Niger – die sogenannte Liptako-Gourma-Region. Hier haben sich in den vergangenen Jahren zwei dominante Islamistengruppen herausgebildet: der ,,Islamische Staat der Groß-Sahara'' (ISGS), der zum globalen Netzwerk der Terrormiliz ,,Islamischer Staat'' (IS"Islamischer Staat") zählt, und JNIM, die „Gruppe zum Schutz des Islam und der Muslime“, eine Koalition diverser Dschihadisten-Banden.

Dieses Bündnis hat al-Qaida die Treue geschworen. Laut Bekennerschreiben verübte JNIM den Sprengstoffanschlag auf die MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali-Patrouille der Bundeswehr in Mali im Juni dieses Jahres, bei dem zwölf Soldaten zum Teil schwer verletzt wurden.

von Matthias Lehna
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