Im Dienste der Gesundheit: Role 2 bei EUTMEuropean Union Training Mission Mali

Im Dienste der Gesundheit: Role 2 bei EUTMEuropean Union Training Mission Mali

Datum:
Ort:
Koulikoro
Lesedauer:
2 MIN

Inmitten des Koulikoro Training Centers (KTCKoulikoro Training Center) befindet sich ein unscheinbares Zelt. Lediglich die Aufschrift „Entry Role 2“ verrät, was sich hinter den Flügeltüren verbirgt: eine Sanitätseinrichtung für Soldatinnen und Soldaten. Seit 2013 gewährleistet die Bundeswehr die medizinische Versorgung bei der Europäischen Trainingsmission in Mali (EUTMEuropean Union Training Mission). Nach sieben Jahren wird die Role 2, wie mit der Europäischen Union vereinbart, ab März 2020 abgebaut. Kein Grund zur Beunruhigung für die Soldatinnen und Soldaten im KTCKoulikoro Training Center: Die sanitätsdienstliche Versorgung und die Rettungskette sind ununterbrochen sichergestellt.

Mehr Flexibilität durch modularen Aufbau

Ein langer Flur im Inneren der deutschen Sanitätseinrichtung

Es mutet an wie ein Labyrinth: Im Inneren der Role 2 finden sich aufgrund des modularen Aufbaus zahlreiche Abzweigungen

Bundeswehr/Sebastian Vogt


Im Inneren der Sanitätseinrichtung tut sich ein langer Gang auf. Nach links und rechts führen zahlreiche Wege zu den verschiedenen Abteilungen. Aufgrund der zahlreichen Abzweigungen fühlt man sich fast wie im Inneren eines Labyrinths – dabei ist der Aufbau absolut plausibel. Denn bei der Role 2 handelt es sich um eine modulare Sanitätseinrichtung. Das bedeutet, dass die Anordnung der einzelnen Container und Zelte variabel ist. Sie wird ‑ je nach Bedarfsfall ‑ anhand der vorhandenen Grundfläche geplant.

Hinter den Eingangstüren erkennt man zunächst die Anmeldung. Daneben befindet sich der Schockraum, der erste Behandlungsbereich für Notfallpatienten. Folgt man dem Gang weiter ins Innere, findet man auf der linken Seite den Truppenarzt, das Labor sowie den Zahnarztbereich. Im weiteren Verlauf geht es zum Röntgen und zur Apotheke. Am Ende des Flurs befinden sich Desinfektion und Pflegestation. Nun steht man erneut vor einer Flügeltür. Dahinter befindet sich der sogenannte „reine Bereich“ mit Intensivstation und den beiden baugleichen Operationssälen.


Versorgung auf höchstem Niveau

Ein Operationssaal samt Operationstisch und vielen technischen Geräten

Bestandteile der Sanitätseinrichtung sind zwei baugleiche Operationssäle. Jederzeit können hier Soldaten notfallmäßig versorgt werden

Bundeswehr/Sebastian Vogt

Notfallmäßig operieren, Patientinnen und Patienten stabilisieren und für den weiteren Transport vorbereiten – das beschreibt am ehesten den Kernauftrag dieser Einrichtung, die mit einem Kreiskrankenhaus in Deutschland vergleichbar ist. Rund 50 Soldatinnen und Soldaten des Sanitätsdienstes leisten dort in den verschiedenen Bereichen zu jeder Tages- und Nachtzeit ihren Dienst und stellen somit die sanitätsdienstliche Versorgung auf höchstem Niveau sicher. Unterstützt werden sie von Kameradinnen und Kameraden aus verschieden Partnernationen. Nach nunmehr sieben überaus erfolgreichen Jahren heißt es Abschied nehmen: Der Abbau der Role 2 steht an.

Eine Einrichtung wird zurückgeführt

Ein Luftbild der Sanitätseinrichtung Role 2. Die Größe dieser Einrichtung entspricht etwa einem Fußballfeld

Die Ausmaße sind gigantisch: Die Role 2 in Koulikoro entspricht in etwa der Größe eines Fußballfeldes

Bundeswehr/Sebastian Vogt

Wie mit der Europäischen Union vereinbart, wird die deutsche Sanitätseinrichtung ab Mitte März 2020 zurückgeführt. Die EUEuropäische Union hat entschieden, dass stattdessen eine zivile Firma die Sanitätsversorgung übernehmen soll. Dabei handelt es sich um die Firma IQARUS, die an selber Stelle eine Role 2 Enhanced aufbauen wird. Für einen reibungslosen Übergang ist gesorgt: Der zivile Betreiber stellt bereits während der Phase des Ab- und Aufbaus die medizinische Versorgung und die Rettungskette sicher. 

  • Verschiedene medizinische Utensilien stehen im Schockraum, dem ersten Behandlungsbereich für Notfallpatienten

    Direkt hinter dem Eingang befindet sich der Schockraum, der erste Behandlungsbereich für Notfallpatienten

    Bundeswehr/Sebastian Vogt
  • Behandlungsbereich des Truppenarztes, in der Mitte eine Liege für Patienten

    Wenn ein Soldat erkrankt, begutachtet ihn zuallererst der Truppenarzt in seinem Behandlungsbereich

    Bundeswehr/Sebastian Vogt
  • Das Labor der deutschen Sanitätseinrichtung

    Ein voll ausgestattetes Labor findet sich ebenfalls innerhalb der deutschen Sanitätseinrichtung

    Bundeswehr/Sebastian Vogt
  • Bereich des Zahnarztes der deutschen Sanitätseinrichtung, in der Mitte der Behandlungsstuhl für Patienten

    Zahnschmerzen? Kein Problem: Auch zum Zahnarzt können die Soldatinnen und Soldaten des Koulikoro Training Centers

    Bundeswehr/Sebastian Vogt
  • Das Logo einer Apotheke im Inneren der Role 2

    In der Apotheke werden zahlreiche Medikamente gelagert: Die Versorgung ist für 30 Tage autark

    Bundeswehr/Sebastian Vogt
  • Der geschützte Röntgenbereich und die dazugehörenden medizinischen Geräte

    Alles wie in einem zivilen Krankenhaus: Auch hier können Röntgenbilder für die Diagnose erstellt werden

    Bundeswehr/Sebastian Vogt
  • Drei Patientenbetten mit Moskitonetzen in der Pflegestation

    Auf der Pflegestation kümmern sich die Soldatinnen und Soldaten im Schichtdienst um ihre Patienten, einen Quarantänebereich gibt es dort ebenfalls

    Bundeswehr/Sebastian Vogt
  • Der Flur innerhalb des sogenannten reinen Bereichs: Hier befinden sich die beiden Operationssäle und die Intensivstation

    Hinter einer weiteren Flügeltür befinden sich die beiden Operationssäle und die Intensivstation: der „reine Bereich“

    Bundeswehr/Sebastian Vogt
  • Ein Patientenbett und zahlreiche medizinische Geräte auf der Intensivstation

    24 Stunden, sieben Tage die Woche: Patientinnen und Patienten mit kritischem Gesundheitsstatus werden auf der Intensivstation betreut

    Bundeswehr/Sebastian Vogt
  • Mehrere Einsatzfahrzeuge der Bundeswehr, die für den geschützten Verwundetentransport zuständig sind

    Auch die Einsatzbereitschaft des beweglichen Arzttrupps für den geschützten Verwundetentransport ist weiterhin gewährleistet

    Bundeswehr/Sebastian Vogt
von Sebastian Vogt

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