Kontingentwechsel bei KFOR präventiv anders

Kontingentwechsel bei KFOR präventiv anders

  • Einsatz
  • KFOR
Datum:
Ort:
Pristina
Lesedauer:
2 MIN

Im Vergleich aller Auslandseinsätze der Bundeswehr ist Kosovo Force nicht nur der älteste seiner Art, er steht auch für die erfolgreiche Stabilisierung eines Krisengebiets mitten in Europa. Erfahrungen aus mehr als 20 Jahren führten zu einem normalerweise rund laufenden Grundbetrieb des Kontingents im Einsatz. Für die Soldatinnen und Soldaten des 55. deutschen Einsatzkontingents wurden mit COVID-19Coronavirus Disease 2019 jedoch einige Parameter zurückgesetzt.


Auslandsverwendung einmal anders

Drei Soldaten stehen mit Gesichtsschutz und einigem Abstand zueinander vor einem Gebäude

Räumliche Distanz und Gesichtsschutz sind auch beim Antreten unabdingbar

Bundeswehr/PAO KFOR

Wer für eine Auslandsverwendung in den Kosovo nach Pristina entsandt wird, kann sich normalerweise darauf verlassen, dass sein oder ihr geplanter Einsatz pünktlich beginnt. Bereits seit vielen Kontingenten verläuft dieser Prozess routiniert und reibungslos.

Mit Beginn der Corona-Pandemie begannen jedoch die Herausforderungen: die zivilen Airlines stellten im März 2020 ihren Betrieb ein und die Landesgrenzen in Europa wurden geschlossen. Erste Weisungen des Bundesministeriums der Verteidigung und des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr gingen in Umlauf und brachten diverse Regeln und Restriktionen mit sich. Im Einklang mit den Vorkehrungen der kosovarischen Behörden sollte möglichst verhindert werden, dass das Virus in die Einsatzgebiete eingeschleppt wird.

Die normalerweise verlässlichen Planungen begannen sich deshalb immer weiter zu verschieben. Beispielsweise begann für viele Soldatinnen und Soldaten der Einsatz bereits in Deutschland mit einer isolierten Unterbringung über 14 Tage. Auch die Verlegung musste neu gedacht werden, es wurden Wege mit der Luftwaffe geplant, um militärische Lufttransporte durchzuführen.

Parallel dazu änderte sich das Camp-Leben der bereits im Kosovo befindlichen Angehörigen des Kontingents. Aufgrund der Maßnahmen im Umgang mit COVID-19Coronavirus Disease 2019 wandelte sich der Betrieb im Camp Film City nahezu vollständig. Statt Alltag hieß es auf einmal: desinfizieren, Abstand halten, Masken auf und alle nicht notwendigen internationalen Zusammenkünfte beenden. Alle Maßnahmen einzuhalten erschwerte den täglichen Dienstbetrieb und stellte die Soldatinnen und Soldaten vor dynamische Herausforderungen.


Alle Hände voll zu tun

Im Rahmen von Präventivmaßnahmen wurden circa 100 positive Fälle von Corona festgestellt, die insbesondere das Sanitätspersonal des Camps Film City vor Herausforderungen stellten. Während sich die Arbeit mit einem Schlag vervielfachte, fielen gleichzeitig helfende Hände aus. Deutschland unterstützte durch  Medical Advisor, sowie durch Teile des Unterstützungselements.

Sprechstunden, Bereitschaften, Krankenfahrten, unzählige Telefonate, Kontaktlisten erstellen, internationale Abstimmungen sowie das mehrmals tägliche Versorgen der isolierten Personen: KFORKosovo Force war als Ganzes gefordert. In diesen Wochen war die Abteilung JMed das Zentrum der sich überschlagenden Ereignisse. Die Herausforderung war hierbei weniger die gesundheitliche Gefährdung der einzelnen Patienten, sondern das teilweise sehr hohe Informationsbedürfnis.

Kontingentwechsel mal anders

Darüber hinaus kam es für das Kontingent zu einem nicht geplanten Interims-Wechsel an der Spitze. Oberstleutnant Thomas H. wurde durch den Befehlshaber des Einsatzführungskommandos, Generalleutnant Erich Pfeffer., mit der Führung des Kontingents beauftragt, um die Übergabe an Oberst Volker E. vorzubereiten. Dabei gelang es Oberstleutnant H. innerhalb kürzester Zeit, alle Rochaden des Personals und Materials zeitgerecht durchzuführen. Somit endete ein äußerst bewegtes 55. Kontingent und gleichzeitig begann ein zuversichtliches neues 56. Kontingent in Pristina.

von PAO KFOR

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