Ich bin iM EINsatz: Für die Energie im Camp in Al-Asrak

Ich bin iM EINsatz: Für die Energie im Camp in Al-Asrak

Datum:
Ort:
Al-Asrak
Lesedauer:
4 MIN

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Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Eine Soldatin steht vor einem neuen Stromerzeugungscontainer. Die Wartungstüren des Containers sind geöffnet

Die Arbeit im Camp bietet viel Abwechslung: Mechatronikerin Jasmin J. sichtet eines der neu gelieferten Stromerzeugungsaggregate

Bundeswehr/Stefan Thomas

Mein Name ist Jasmin J. und ich wohne mit meinem Mann und unserem Hund in Lehrte bei Hannover. Ich bin vor 32 Jahren in Niedersachsen geboren, fühle mich mit meiner Heimat sehr verbunden und möchte dort auch weiterhin leben. Meine Stammeinheit liegt glücklicherweise ebenfalls ganz in der Nähe meines Wohnortes, ich bin als Mechatronikfeldwebel im Systemzentrum 23 in Wunstorf tätig. Allerdings ist meine dortige Aufgabe etwas anders als hier. Dort bin ich in der Kabelkonfektionierung eingesetzt. Ich verlege komplette Kabelbäume in Waffensystemen der Luftwaffe wie dem Flugabwehrraketensystem PatriotPhased Array Tracking Radar to Intercept on Target.

Im Jahr 2007 habe ich mich als Soldatin auf Zeit für zwölf Jahre verpflichtet. Ich wurde zur Mechatronikerin ausgebildet und habe mittlerweile auch die Meisterprüfung im Fach Elektrotechnik abgelegt. Der Einsatz hier in Jordanien ist bereits mein zweiter. Im Jahr 2017 war ich Teil der Mission Counter Daesh – damals allerdings noch in Incirlik, in der Türkei. Im aktuellen Einsatz bin ich als Mechatronikfeldwebel eingesetzt und dabei letztendlich für alles, was mit Strom zu tun hat, verantwortlich.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Eine Soldatin sitzt im Büro und arbeitet am PC

Auch wenn Jasmin J. lieber draußen arbeitet, gehört ein gewisser Anteil an Büroarbeit zu ihren Aufgaben

Bundeswehr/Stefan Thomas

Im Gegensatz zu meinem Verantwortungsbereich in Deutschland ist mein hiesiges Aufgabenspektrum deutlich vielseitiger und abwechslungsreicher. In erster Linie bin ich für die Wartung und Instandhaltung der fünf Stromerzeugungscontainer verantwortlich. Die Aggregate sind einsatzrelevant, da sie den mobilen Gefechtsstand der Luftwaffe hier in Al-Asrak mit Energie versorgen. Als Elektrofachkraft gehört auch das regelmäßige Prüfen von Elektrogeräten zu meinen Aufgaben. Das reicht von der einfachen Kaffeemaschine und Kabeltrommel über den gewöhnlichen PC am Arbeitsplatz bis hin zum Beatmungsgerät der Sanitätskräfte. Auch die Bodengeräte aus dem Bereich der Technik des A400M benötigen in bestimmten Zeitintervallen entsprechende Prüfungen.
Diese Vielfalt macht meinen Arbeitstag auf der einen Seite sehr interessant und ich komme viel im Kontingent herum. Auf der anderen Seite kann es aber auch bedeuten, dass ich zu jeder Tages- und Nachtzeit gerufen werde, um mögliche Probleme im Bereich Elektrik zu beseitigen. Das macht den Unterschied zwischen Routinedienst in Deutschland und dem Einsatz im Ausland aus.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Eine Soldatin befindet sich in einer mobilen Werkstatt und prüft mithilfe eines Messgerätes eine Kabeltrommel

Prüfungen von elektrischen Geräten gehören auch zu den Tätigkeiten von Jasmin J.

Bundeswehr/Stefan Thomas

Die Arbeit im multinationalen Umfeld ist das Besondere an meinem Einsatz. Ich habe regelmäßig Kontakt mit den Angestellten der jordanischen Dienstleistungsgesellschaft, die uns beim Betrieb des Camps unterstützen. Auch die im Camp stationierten Niederländer und Belgier greifen oft auf meine Expertise zurück, da sie selbst keine Elektrofachkräfte vor Ort haben. Zurzeit bin ich damit beschäftigt, zwei Aggregate auszutauschen, die ihr Laufzeitende erreicht haben. Die Aggregate aus Deutschland ins Einsatzland zu transportieren ist eine logistische Herausforderung, die Container wiegen jeweils elf Tonnen. In unserem Fall wurden sie mit einer Antonov AN-124 hierher verbracht, was auch für mich aufgrund der Größe des Transportflugzeugs ein besonderes Highlight darstellte. Der oft anspruchsvolle Ausbau der alten und der Einbau der neuen Geräte unter meiner Verantwortung stellen meinen Beitrag zur Mission dar, der mich jeden Tag aufs Neue anspornt. All diese Erfahrungen und Ereignisse werden wohl stets in meiner Erinnerung bleiben.

Das vermisse ich hier am meisten.

Eine Soldatin steht neben der Landesflagge von Niedersachsen. Im Hintergrund Stromerzeugungscontainer

Die stolze Niedersächsin Hauptfeldwebel Jasmin J. vor ihrem Verantwortungsbereich, den Stromerzeugungsaggregaten

Bundeswehr/Stefan Thomas

Natürlich fehlt mir nach so langer Zeit der Partner, meine gesamte Familie und mein Freundeskreis zu Hause. Die besten Kameradinnen und Kameraden können einem das nicht ersetzen. Auch mein daheimgebliebener Großer Schweizer Sennenhund fehlt mir sehr und ich freue mich auf die ersten gemeinsamen Spaziergänge nach meiner Rückkehr. Auch wenn das Essen hier im Camp wirklich super ist, fehlen mir dennoch die typischen Speisen aus meiner Heimat, ganz besonders jedoch mein Lieblingsgericht – Rippchen mit selbstgemachtem Nudelsalat von „Mutter“. Kurz vor meiner Abreise ins Einsatzland haben wir mit der Sanierung des Eigenheims begonnen. Das birgt eine Menge Arbeit, aber gemeinsam mit Ehemann und Familie macht es sehr viel Spaß. Und letztendlich freue ich mich darauf, im eigenen Garten an unserem Teich zu sitzen und die ruhige Zeit sowie die schöne Umgebung zu genießen.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Eine Soldatin sitzt mit einer Tasse Kaffee vor einem Bürocontainer

Wenn es die Zeit zulässt, kann Hauptfeldwebel Jasmin J. auch mal mit einem Kaffee vor ihrem Bürocontainer durchatmen

Bundeswehr/Stefan Thomas

Nach meiner Rückkehr aus Jordanien möchte ich zunächst Zeit mit meinen Lieben verbringen. Danach werde ich mich mit voller Leidenschaft unserem gemeinsamen Bauprojekt „Eigenheim“ widmen. Für die letzten Wochen hier wünsche ich mir, dass die Sicherheitslage weiterhin stabil bleibt und ich gesund die Heimreise antreten kann. Ich wünsche mir, dass alle hier wie auch zu Hause gesund bleiben und die Coronapandemie gut überstehen. An dieser Stelle grüße ich meine gesamte Familie und meinen kompletten Freundeskreis. Ich freue mich sehr auf unser baldiges Wiedersehen.

von Jasmin J.

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