Ich bin iM EINsatz: Der Chef packt überall mit an

Ich bin iM EINsatz: Der Chef packt überall mit an

Datum:
Ort:
Masar-i Scharif
Lesedauer:
3 MIN

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Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein Soldat steht neben dem Stadtschild Murnaus sowie einem Wegweiserschild, das auf die „Support Coy“ verweist

Nach Meinung von Major S. der schönste ITInformationstechnik-Standort der Bundeswehr: Murnau am Staffelsee

Bundeswehr/René Teich

Ich bin Major Maximilian S., 36 Jahre alt und Kompaniechef der Support Company in Masar-i Scharif. In Deutschland bin ich Chef der 4. Kompanie des Informationstechnikbataillons 293 am meiner Meinung nach schönsten ITInformationstechnik-Standort der Bundeswehr, in Murnau am Staffelsee in Bayern. Seit 2005 bin ich bei der Bundeswehr und dies ist bereits mein dritter Einsatz.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Drei Soldaten sitzen mit Mund-Nasen-Schutz in einer Besprechung an einem großen Tisch

In den Besprechungen koordiniert und organisiert Maximilian S. die Aufgabenverteilung innerhalb seiner Unterstützungskompanie

Bundeswehr/René Teich

In einem Satz zusammengefasst ist es meine Aufgabe, für meine Frauen und Männer da zu sein! Egal ob im Einsatz oder zu Hause: Als Kompaniechef bin ich für sie der Ansprechpartner bei allen Problemen und Sorgen – neben den Vertrauenspersonen sowie dem Kompaniefeldwebel, dem sogenannten Spieß. Zudem schreibe ich für meine Soldatinnen und Soldaten am Ende des Einsatzes eine Beurteilung. Grundsätzlich ist hier kein Tag wie der andere: Mal stehen Besprechungen auf dem Plan, dann wieder Dienstaufsicht bei den Soldatinnen und Soldaten. Hierbei schaue ich ihnen regelmäßig beim Arbeiten über die Schulter.

Egal wie sehr man versucht, es zu vermeiden: Hin und wieder entstehen bei den Familien und Freunden in Deutschland Situationen, die für meine Soldatinnen und Soldaten belastend und sehr herausfordernd sein können. Oftmals hilft es in diesen Fällen, ein offenes Ohr zu haben und gegebenenfalls für eine zeitweise Entlastung im Dienst zu sorgen – bis hin zu einer Rückkehr nach Hause. Die Corona-Pandemie ist gerade für diejenigen, die bereits im Einsatz in Afghanistan waren, eine außergewöhnliche Situation. Deshalb lege ich großen Wert darauf, meinen Soldatinnen und Soldaten die Situation zu erklären, für Verständnis bezüglich der getroffenen Maßnahmen zu werben und die Einhaltung der Regeln zu überwachen.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Ein Soldat liegt auf einem Rollbrett unter einem gepanzerten Radfahrzeug und verrichtet dort Reparaturarbeiten

Bei der Instandsetzung von gepanzerten Radfahrzeugen ist Fachwissen gefragt.

Bundeswehr/René Teich

Gerne bezeichne ich meinen Bereich als einen „Gemischtwarenladen“. Zu ihm gehören die ITInformationstechnik-Spezialisten, aus deren Bereich ich selbst komme, aber auch die ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrkräfte, die Instandsetzung für Radfahrzeuge, die Materialgruppe sowie der Einkaufsladen, der sogenannte Marketender. Diese Vielfalt mit den Notwendigkeiten und Bedürfnissen der einzelnen Bereiche muss unter einen Hut gebracht werden. Deshalb habe ich mir bei einem Praktikum einen Einblick in die verschiedenen Bereiche verschafft. Als „Praktikantenstabsoffizier“ habe ich mir nicht nur Dinge zeigen lassen, sondern auch ganz normal mitgearbeitet. Dadurch konnte ich ein Gefühl und ein Verständnis für die Arbeit meiner Soldatinnen und Soldaten entwickeln. In dieser Tiefe wäre dies bei sonst üblichen Einweisungen nicht möglich gewesen.

Das vermisse ich hier am meisten.

Bundeswehr/EinsFueKdo

Als leidenschaftlicher Koch, Grillmeister und Hobbybrauer vermisse ich hier die Möglichkeiten, mich kulinarisch auszutoben. Vermutlich werde ich, sobald ich zu Hause bin, erst einmal nur in der Küche, am Grill und im Braukeller stehen. Außerdem sehe ich jeden Morgen auf dem Weg zum Frühstück das Marmalgebirge. Da ich es vermisse, einfach in den Bergen wandern gehen zu können, geben mir diese Momente, wohlwissend, dass die Sicherheitslage es nicht zulässt, einen kleinen Stich.

Mit meiner Familie stehe ich in ständigem Kontakt. Ich habe die Möglichkeit, mit ihnen zu telefonieren und per Smartphone zu schreiben, was mir den Auslandseinsatz erleichtert. Wenn ich an meine Zeit in Kabul 2013 zurückdenke, stelle ich einen großen technischen Fortschritt fest.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

In der letzten Phase des Einsatzes möchte ich die Übergabe an das nachfolgende Personal, insbesondere an meine Nachfolgerin, vorbereiten. Eine gute Vorarbeit und ein bestelltes Haus sind wichtig, um ihr den Start in einen sicher sehr spannenden und auftragsreichen Auslandseinsatz zu ermöglichen. Wenn ich wieder zurück in Deutschland bin, freue ich mich, meine Kompanie wieder übernehmen zu dürfen. Ich werde die letzten eineinhalb Jahre als Chef noch genießen, bevor die Bundeswehr wieder neue Pläne für mich hat. Ich möchte alle Angehörigen meiner Kompanie im Einsatz sowie alle, die ich hier kennenlernen durfte, grüßen. Ein weiterer Gruß geht an meine Soldatinnen und Soldaten zu Hause, danke, dass ihr uns hier unten den Rücken freihaltet!

von Maximilian S.

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